The Surge im Test: Ausrüstung, Bosse, Technik und Wertung
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Kampfansage von Deck 13: Nach Lords of the Fallen versuchen sich die Frankfurter noch einmal an knüppelharter Rollenspiel-Action. Ohne Fantasy-Einheitsbrei, sondern mit Sci-Fi-Setting, coolem Crafting und massig Blut. Doch ist das Spiel mehr geworden als nur Dark Souls mit futuristischem Anstrich? Die Antworten gibt's im Test zu The Surge. Update: Jetzt mit Video-Review und Grafikvergleich!
The Surge im Test: Grinden zum Erfolg
Wer alle sechs Rüstungsteile eines Sets vollständig hat, erhält einen speziellen Bonus, etwa höhere Ausdauerregeneration - damit unterstützen sie unterschiedliche Spielstile. Und da sich alle Rüstungen sowie Waffen in mehreren Rängen aufstufen lassen, bleiben sie bis Spielende relevant. Allerdings kann es eine Weile dauern, bis man alle Baupläne sowie die notwendigen Ressourcen zusammen hat, um Warren bestmöglich auszustatten - das bedeutet, dass man mitunter viel Zeit damit verbringt, die gleichen Gegenden immer wieder abzugrasen und die Feinde so lange zu verprügeln, bis man genügend Handwerksmaterial beisammen hat.
In diesem Artikel
Das Gute daran: Genre-Profis können darauf verzichten und sich auch mit schlechter Ausrüstung zügig durchs Abenteuer mähen. Normalspieler dagegen "grinden" einfach so lange, bis ihre Ausrüstung stark genug ist, um mit dem rapide ansteigenden Schwierigkeitsgrad mithalten zu können.
Schade allerdings: Anders als in Bloodborne oder Dark Souls werden die wenigen Statuswerte und Attribute nie richtig im Spiel erklärt. Wer zum Beispiel wissen will, wie die Waffenskalierung berechnet wird oder welche Vorteile ein hoher Stabilitätswert bringt, der muss sich im Internet nach Antworten umsehen. Auch dass es von Vorteil sein kann, viel Altmetall mit sich herumzuschleppen, anstatt es sicher in der Servicestation zu deponieren, wo Warren es nicht mehr verlieren kann, erklärt das Spiel nicht mal ansatzweise.
Quelle: PC Games
Wer viel grindet und fleißig seine Rüstung verbessert, kann schon beim ersten Spieldurchgang einen hohen Level inklusive Mark-5-Ausrüstung erreichen. Im New Game Plus winken dann noch höhere Crafting-Stufen.
The Surge im Test: Nützliche Implantate und wenige Bosse
Quelle: PC Games
Durch das simple, aber durchdachte Implantat-System können wir unseren Build blitzschnell ändern.
Clever und durchdacht wirkt dagegen die Charakterentwicklung: Wenn Warren sein gesammeltes Altmetall zum Aufleveln verwendet, verändern sich zwar nicht seine Statuswerte, doch dafür schaltet er mit der Zeit neue Slots für Implantate frei. Sie sind die wichtigsten Bausteine für Warrens Build und können beliebig ausgetauscht werden! Vor Bosskämpfen empfiehlt es sich beispielsweise, besonders viele Implantate einzusetzen, welche die Lebenspunkte erhöhen, extra viele Heilspritzen liefern oder Warrens Ausdauerleiste erweitern. Das erhöht die Überlebenschancen deutlich und macht viele Kämpfe spürbar leichter.Leider liefert The Surge gerade mal fünf richtige Bossgefechte, da hat selbst Lords of The Fallen im Vergleich mehr geboten! Dafür sind manche der dicken Brocken in The Surge klasse designt, im Vergleich deutlich kurzweiliger und dabei trotzdem eindrucksvoll in Szene gesetzt. Und natürlich muss man die Bewegungsabläufe der riesigen Kampfmaschinen studieren und blitzschnelle Reaktionen hinlegen, um eine Chance zu haben! Solange man das aber beherzigt und die richtigen Implantate dabei hat, sind die meisten Stahlkolosse nach ein paar Anläufen gut zu schaffen - einzig der dritte Boss hat uns etwas mehr Nerven gekostet, als uns lieb war. Und liegt der Endboss am Boden, ist das Spiel noch nicht vorbei: Einen Mehrspielermodus gibt's zwar nicht, doch dafür lockt The Surge nach dem Durchspielen zumindest mit einem New-Game-Plus-Modus, in dem wir auf härtere Gegner treffen und Warrens Ausrüstung weiter aufleveln können - das motiviert zum Weiterspielen.
Quelle: PC Games
Manche Bossgegner sind fantastisch in Szene gesetzt und toll animiert. Leider gibt es nur sehr wenige Bosse im Spiel.
The Surge im Test: Steuerung, PC-Version und Bugs
Quelle: PC Games
Wer aufmerksam sucht, findet einige nützliche Upgrades, zum Beispiel ein verbessertes Exo-Rig-Modell im zweiten Level.
Auch mit Maus und Tastatur steuert sich Warren präzise durch die Gefechte, die meisten Tasten lassen sich frei belegen. Einzig das Ducken und Springen bei gedrückter Blocken-Taste fällt unintuitiv aus. Trotzdem hat das Gamepad etwas die Nase vorn, damit gehen die Kämpfe flüssiger von der Hand. In jedem Fall verbesserungswürdig: Gelegentlich reagiert die Zielaufschaltung ungenau und auch die Kameraführung sorgt in engen Gängen immer wieder dafür, dass die Übersicht leidet - idealerweise lockt man sich Feinde darum an Orte, an denen man mehr Beinfreiheit hat und den Feind bequem anvisieren kann.
Technisch liefert die PC-Version ein gutes Bild, The Surge glänzt besonders hier mit scharfen Texturen, stimmungsvoller Beleuchtung, weichen Animationen und schicken Partikeleffekten. Dank höherer Framerate spielt sich die PC-Version etwas flüssiger und angenehmer als die PS4-Fassung. Die PS4 Pro-Version liefert dagegen eine spürbar bessere Performance als auf der normalen PS4, wodurch sich The Surge etwas geschmeidiger anfühlt und einen Tick mehr Spaß macht. Ärgerlich dagegen auf allen Plattformen: Gelegentlich zeigten sich im Test kleinere KI-Aussetzer, dann reagierten Feinde nicht auf Angriffe oder verhakten sich der Umgebung.
Ein unschöner Bug, der die Ausrüstung im New Game Plus betrifft, trat auch bei uns auf - allerdings hat Deck 13 bereits über den Fehler informiert und will hier in Kürze einen Patch bereitsstellen. Deutlich wichtiger wäre aus unserer Sicht aber ein Update für die PS4-Fassung, denn die stürzte uns im Test gleich mehrere Male sang- und klaglos ab. Laut Deck 13 könne das durchaus mal vorkommen, man wolle das Problem aber schon bald mit einem Bugfix beheben - solange das nicht passiert ist, ziehen wir der PS4-Version fünf Wertungspunkte ab.
The Surge im Test: Wertung und Fazit
The Surge ist seit dem 16. Mai 2017 für PC, Xbox One und PS4 zum Vollpreis erhältlich. Die komplett deutsche Fassung ist ungeschnitten und ab 18 Jahren freigegeben.
