Diesney Retro Games: Micky Maus, Donald Duck und Co.: Diese Lizenzspiele starteten die Videospiele-Karrieren der Disney-Helden
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Retro-Special zu Spielen aus dem Hause Disney: Das wohl beliebteste Medien-Unternehmen der Welt sorgte schon früh nicht nur mit Zeichentrick für lachende Gesichter: Wir stellen euch in unserer Reportage die ersten und wichtigsten Schritte im Videospielbereich von Micky, Donald und Co. genauer vor.
Zwei schwarze, runde Ohren, ein rotes Höschen mit zwei Knöpfen und eine ungewöhnlich hohe Stimmlage - es gibt wohl verhältnismäßig wenige Menschen auf der Welt, die bei dieser Personenbeschreibung nicht sofort an Micky Maus denken müssen.
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Und das aus gutem Grund, denn der sympathische Comic-Mäuserich darf mit Fug und Recht als wohl bekannteste Zeichentrickfigur der Welt bezeichnet werden. Ein solcher Erfolg entstand natürlich nicht einfach so über Nacht. Tatsächlich gehört Micky Maus zu den ersten gezeichneten Figuren, die im Jahr 1928 von Walt Disney erschaffen wurden. Damit übersteigt Mickys Alter nicht nur das der Eltern der meisten Leser dieses Artikels, sondern oftmals auch das von Oma und Opa.
Quelle: Disney
Kaum zu glauben: Bei so manch simplem Disney-Titel waren schon frühzeitig namhafte Entwickler am Werk, Donald Duck's Playground etwa bei Sierra Online.
Elektronische Games spielten bei Disneys Aufschwung zum Animationspionier noch keine Rolle. Bis man Micky Maus auch selbst auf dem Bildschirm steuern konnte und nicht nur zum Zuschauen verdammt war, sollten noch einige Jahrzehnte vergehen. Erst gegen Ende der 70er-Jahre, als die ersten Heimkonsolen wie Magnavox Odyssey oder Atari 2600 in der Öffentlichkeit an Ansehen zulegten, begann auch der Disney-Konzern, langsam den Videospielsektor ins Auge zu fassen. Dies geschah jedoch nicht mehr unter der Schirmherrschaft von Walt Disney, denn der beliebte Gründer der Firma verstarb leider schon im Dezember 1966. Mit dem guten Gewissen, dass auch Disney den gerade entstehenden Markt nicht lange außer Acht gelassen hätte, begab sich der Konzern Anfang der 80er-Jahre auf unerforschtes Terrain. Bei seinem zaghaften Einstieg in die Branche ging Disney allerdings noch nicht wirklich in die Vollen, sondern ließ zunächst die nötige Vorsicht walten.
Mickys Pixel-Geburt
Die ersten Spiele mit Disney-Lizenzen wurden noch nicht von einem hauseigenen Studio entwickelt, sondern an vertrauenswürdige Publisher herausgegeben. Vom anfänglichen Erfolg der Game&Watch-Spiele beflügelt - ganz nebenbei ein frühes Hardware-Produkt aus dem Hause Nintendo - erschien 1981 der erste Handheld-Titel namens Mickey Mouse. Ging es in Mickys erstem Einsatz noch um das Einsammeln von Hühnereiern, musste der Mäuserich schon ein Jahr später einen Großbrand löschen. Diesmal sogar mit tatkräftiger Unterstützung von Donald Duck und Goofy im Double-Screen-Format. Doch nicht nur Micky Maus wurde von Disney in spielbare Bits und Bytes umgewandelt.
Quelle: Disney
DuckTales auf dem NES wurde im Laufe der Jahre ein so beliebter Klassiker, dass 2013 ein vorlagengetreues Remake für Wii U und andere Konsolen erschien.
Schon früh erkannte der Konzern das Potenzial von offiziellen Film-Versoftungen. Einige davon kamen bei Spielern und Kritikern gleichermaßen gut an (Adventures of Tron), andere kamen nicht über den Status einen Prototypen hinaus (Schneewittchen und die sieben Zwerge für Atari 2600). Das von Sierra On-Line entwickelte Adventure The Black Cauldron/Taran und der Zauberkessel konnte, wie schon der Zeichentrickfilm, qualitativ nicht völlig überzeugen. Mit verschiedenen Abspännen sowie einer vereinfachten Steuerung per Funktionstasten hatte Sierra aber gleich zwei innovative Features entwickelt, die auch ihren Weg in spätere Adventures fanden - unter anderem das bekannte Maniac Mansion. Nicht weniger spaßig erwiesen sich die ebenfalls bei Sierra entstandenen Lernspiele wie Donald's Alphabet Chase, Donald Duck's Playground oder Mickey's Space Adventure für den Commodore 64. Mit dem Erscheinen von Nintendo und Sega auf der Showbühne brach nicht nur für die beiden japanischen Entwickler ein erstes, goldenes Zeitalter an.
Capcom hilft aus ...
Quelle: Disney
Eines der ersten Videospiele mit Micky, Donald und auch Goofy: Wie so viele Franchises wurde erst einmal ganz klein auf dem Game & Watch angefangen.
Auch Disney profitierte von den neu hinzugekommenen Konsolen NES und Sega Master System, da für beide Geräte jede Menge Spiele erschienen, welche heute als Klassiker gelten. Allen voran muss hier Capcom erwähnt werden, die sich dank des Jump-'n-Shoot-Hits Mega Man gerade selbst im Aufwind befanden. Basierend auf diversen Zeichentrickserien wurde Capcom mit der Entwicklung verschiedener Jump & Runs beauftragt, von denen das kurzweilige DuckTales 1989 den Anfang machte. Das für NES und Game Box produzierte Spiel hatte im positiven Sinne viel mit Mega Man gemeinsam, auch wenn Umfang und Schwierigkeitsgrad nicht ganz so hoch ausfielen wie beim blauen Roboter.
Nicht minder spaßig wurde das erste Spiel des Streifenhörnchen-Duos Chip und Chap, woran besonders die Koop-Funktion für zwei Spieler ihren Anteil hatte. Beide Titel waren für Capcom und Disney erfolgreich genug, um 1993 mit einem zweiten Teil fortgesetzt zu werden. Das NES spielte zu diesem Zeitpunkt aber keine wirkliche Rolle mehr, weshalb beide Spiele nur für einen kurzen Zeitraum erhältlich waren und heute seltene Sammlerobjekte darstellen. Auch andere Serien wie Darkwing Duck und Käpt'n Balu wurden ins Modul-Korsett gepresst, ein ähnlicher Erfolg blieb diesen Titeln jedoch verwehrt. Erfolge dieser Art gab es nicht nur aufseiten Nintendos zu finden. Auf Sega-Konsolen machte sich vor allem Castle of Illusion Starring Mickey Mouse einen Namen und wurde im Laufe der nächsten Jahre mit mehreren Fortsetzungen ausgestattet.
... und Sega mischt mit
Quelle: Disney
Auf dem Super Nintendo hingegen war das Spiel – in diesem Falle von Capcom – deutlich einfacher. Beispiele dieser Art gab es in den Jahren durchaus häufiger.
Schon öfters haben wir darüber berichtet, wie mit dem Erscheinen der 16-Bit-Konsolen ein goldenes Zeitalter der Videospiele eingeläutet wurde - und zwar querbeet über alle Genres und Plattformen. Für Spiele im Disney-Metier sah es überwiegend nicht anders aus. Wieder einmal war es Capcom zu verdanken, dass Fans von Disney auf qualitativ hochwertige Software zurückgreifen konnten. Zugegeben, thematisch und auch namentlich hatte The Magical Quest Starring Mickey Mouse viel mit Castle of Illusion gemeinsam, welches hingegen von Sega entwickelt wurde. Bemerkenswert an dem Jump & Run ist, dass Micky in verschiedene Kostüme schlüpfen kann, die ihm nützliche Fertigkeiten verleihen.
