The Witcher 2: Assassins of Kings im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Die Wartezeit hat sich gelohnt, die Enhanced Edition stellt weit mehr als einen einfachen Port dar.

Das Warten hat endlich ein Ende: Fast ein ganzes Jahr nach PC-Release dürfen nun auch endlich Besitzer einer Xbox 360 in die Welt des Hexers Geralt von Riva eintauchen. Vollgepackt mit neuem Filmmaterial, neuen Quests, polierter Optik und vielen weiteren Extras versucht CDProjekt das Genre der Action RPGs auch auf Konsole ordentlich aufzumischen. Nachdem uns auf einem Previw-Event vor ein paar Wochen nur begrenzte Einblicke in das Spiel gewährt wurden, konnten wir uns nun in Temerien vollends austoben. So viel sei schon mal verraten: Der Wolf ist auf der Konsole kein Stück zahmer geworden - im Gegenteil!

Eine Geschichte in drei Akten

The Witcher 2: Assassins of Kings Quelle: Namco Bandai The Witcher 2: Assassins of Kings Für Geralt von Riva könnte der Tag nicht schlechter Anfangen. Gerade als er sich mit seiner Gespielin Triss Merigold den fleischlichen Gelüsten hingeben will platzt ein Soldat von König Foltest in seit Zeit herein und teilt ihm mit der Hexer solle umgehend beim König vorständig werden. Also zieht sich der einsame Wolf etwas widerwillig seine Montur über den von Wunden und Narben gezeichneten Körper und verlässt sein Domizil. Kaum in der Außenwelt angekommen holt ihn die Realität wieder ein und er steht mitten im Lager der temerischen Soldaten welche gerade den Sturm auf das Schloss des verfeindeten Adelsgeschlechts der La Valette in Angriff nehmen. Da für Geralt dieser Krieg zwar wenig Bedeutung hat, er aber nach wie vor für König Foltest arbeitet, findet sich der Monsterjäger schon bald mitten in den feindlichen Linien wieder und ist sich nicht zu schade diese nicht nur zu lichten sondern teilweise auch komplett vom Erdboden zu wischen. Nach kleineren Auseinandersetzungen mit einem großen Drachen und dem Sohn des Königshauses der La Valette ist das Schloss eingenommen. Bleiben nur noch die unehelichen Kinder des Königs, welche von den La Valette in einem Kloster gefangen gehalten werden. Der vermeintlich blinde Bewacher der Kleinen entpuppt sich jedoch als Königsmörder und ermordet den temerischen König mit einem gezielten Dolchschnitt durch die Kehle, noch bevor der Hexer überhaupt in Reichweite für einen vereitelnden Schwerthieb ist. Und so schnell wie er sein wahres Gesicht zeigte, so schnell war der Assassine auch schon wieder verschwunden.

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The Witcher 2: Assassins of Kings Quelle: Namco Bandai The Witcher 2: Assassins of Kings Während sich Geralt uns um den röchelnden König kümmern stürmen auch schon die Truppen Foltests an. Natürlich weiß Geralt sofort, dass die Mixtur aus einem toten König, einer riesigen Blutlache und unser Ruf als unberechenbare Andersling-Bestie nicht gerade ein Bild der Unschuld in Reinkultur abgeben. Und so werden wir für einige Zeit in einen Kerker verfrachtet und bis zur finalen Hinrichtung noch ordentlich nach allen Regeln der alten Kunst gefoltert. Als der gefangene Wolf mit dem Scoia'tael-Agenten Temeriens, Vernon Roche, ins Gespräch kommt bietet sich eine Fluchtmöglichkeit aus dem Kerker. Schon wenige Minuten später ist Geralt wieder auf freiem Fuß und macht fortan mit der Unterstützung von Triss, Vernon und anderen alten Bekannten Jagd auf den Königsmörder.

The Witcher 2: Assassins of Kings Quelle: CD Projekt RED The Witcher 2: Assassins of Kings In den drei Akten der Geschichte gilt der Suche nach dem Königsmörder und dem bereinigen des eigenen Rufs das Hauptaugenmerk. Doch ein Rollenspiel würde sich nicht als solches schimpfen, hätte es nicht genügend Anreize uns von unserem Weg abzubringen und anderen Themen nachzugehen. Eine große Thematik ist beispielsweise die fortdauernde Amnesie des Hexers, die uns ein ums andere Mal einen ordentlichen Flashback beschert. Wir verdingen uns also die Zeit mit Botendiensten, Aufträgen die unseren Auftraggebern zu schwer, furchteinflößend oder schlicht zu lästig sind und können uns die nötige Ablenkung im Glücksspiel oder Armdrücken mit zwielichtigen Dorfbewohnern holen. Dabei schafft es das Spiel jedoch stets uns zum richtigen Zeitpunkt wieder daran zu erinnern weswegen wir eigentlich durch die Landen streifen. In Sachen Quests den Überblick zu verlieren scheint in The Witcher 2 beinahe unmöglich. Einfach ins Questlog, eine Aufgabe ausgesucht und schon wird uns auf der Minikarte angezeigt in welcher Richtung es weiter geht. Entwickelt sich etwas hinsichtlich des Königsmörders hat die Hauptgeschichte zwar kurzzeitig Vorrang, jedoch bekommen wir stets ein ordentliches Zeitfenster die Aktuelle Quest noch zu beenden.

Besonders gefallen hat uns jedoch der aufgestockte dritte Geschichtsakt, der aufgrund der doch sehr deutlichen Kritik der Spielerschaft nochmal um etwa vier Spielstunden aufgestockt wurde und sich nun hinter den wirklich grandios erzählten ersten zwei Kapiteln nicht mehr verstecken muss.

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