Exklusives Interview zu The Witcher 4: "Wir haben uns die gleichen Fragen gestellt"
Special
Wir waren bei der Enthüllung von The Witcher 4 dabei und konnten die Entwickler von CD Projekt Red im Interview mit unseren Fragen löchern.
Neben vielen weiteren fantastischen Ankündigungen stach The Witcher 4 während der Game Awards 2024 trotzdem besonders hervor. Der 6 Minuten lange Trailer bestätigte das Gerücht, dass Ciri die neue Protagonistin der Reihe wird.
Nachdem der Vorankündigungsstress von den Entwicklern etwas abgefallen ist, haben wir uns mit Małgorzata (Gorsia) Mitręga, Executive Producer und Sebastian Kalemba, Game Director, zusammengesetzt und versucht, ihnen alle Infos aus den Rippen zu leiern, die sie uns in der frühen Entwicklungsphase geben konnten.
PC Games: Warum habt ihr euch dazu entschieden, für The Witcher 4 von der Red-Engine auf die Unreal Engine 5 zu wechseln?
Sebastian Kalemba: Also einmal haben wir uns für die Unreal Engine entschieden, weil sie sehr stabil ist und den aktuellen Standard für die Branche setzt. Wir waren von Anfang an überzeugt, dass die mehrjährige Zusammenarbeit mit Epic der richtige Weg ist, um einen guten Grundstein für die Zukunft zu legen.
Nach zwei Jahren Zusammenarbeit mit den Leuten von Epic kann ich bereits bestätigen, dass es die richtige Entscheidung war. Ich glaube, der beste Beweis dafür ist der Trailer, den wir auf den Game Awards veröffentlicht haben. Der wurde in der Engine vorgerendert, wobei wir zwar die Unreal Engine 5 verwendet haben, aber natürlich mit unserem eigenen Custom Build.
Wir haben hart daran gearbeitet, The Witcher 4 passend zu unseren früheren Spielen zu machen wie Wild Hunt. Aber gleichzeitig haben wir einen künstlerisch höheren Anspruch. Die Charaktere sind realistischer, aber man hat immer noch malerische Elemente und eine bestimmte Wärme in den Bildern.
Auf jeden Fall war es harte Arbeit für unsere Künstler, unsere Tech Engineers und General Engineers. Aber am Ende war die ganze Kollaboration mit Epic großartig. Wenn ich auf das bereits Geleistete zurückschaue, bereue ich es kein Stück.
Małgorzata Mitręga: Es ist mehr Arbeit, als man denkt, tatsächlich arbeiten unsere Leute täglich mit den Teams von Epic zusammen. Die Zusammenarbeit ist also sehr eng und wir versuchen, mit jedem Schritt die Grenzen zu verschieben, bezüglich dessen, was mit der Engine möglich ist. Denn alles muss von ihr unterstützt werden, um das Gesamterlebnis von The Witcher sicherzustellen, also vor allem unser umfangreiches Storytelling mit sämtlichen Konsequenzen, die man triggern kann. Ich bin echt zufrieden damit, zu sehen, wie alles zusammenkommt.
PC Games: Wird man durch die neue Engine Änderungen am Gameplay merken?
Sebastian Kalemba: Generell investieren wir viel in die Engine und tun alles, was notwendig ist, um die offene Welt so zu gestalten, wie sie sein soll. Es ist natürlich super wichtig, dass sich das Spiel nicht zu sehr von seinen Vorgängern unterscheidet, die wir mit der Red-Engine erschaffen haben.
Wir können nicht viel über das Gameplay selbst sagen, aber wir möchten uns definitiv weiterentwickeln, vor allem verglichen mit Witcher 3. Es soll reaktionsschnell sein, bodenständig und gleichzeitig zugänglich. Die Systeme in Unreal, die Art und Weise, wie gut und schnell man mit dieser Engine Prototypen erstellen kann, sind für den gesamten Prozess sehr gut geeignet.
Wir können kurzfristig Prototypen erstellen, um zu prüfen, ob etwas funktioniert oder nicht. Man kann ein neues Sub-Feature skripten, es kurz einbauen und kann dann damit weitermachen oder es direkt wieder rausschmeißen.
Małgorzata Mitręga: Wir sehen auch ein paar Sachen schon im Trailer. Nehmen wir zum Beispiel die Szene mit Ciri, wenn sie gegen das Monster kämpft. Sie hat eine komplette Ausrüstung, sie hat zwei Schwerter und das Medaillon, mit denen sie kämpft.
Man sieht auch, dass sie eine Quelle hat, also dass sie Magie einsetzen kann. Man sieht, dass sie Wasser herbeiruft, es katalysiert, umwandelt und einen Puls erzeugt. Für sie als Charakter entstehen mit dem Einsatz von Magie ganze neue Möglichkeiten. Das Gleiche gilt für den Kampf mit der Kette - wir werden eine Menge neuer Dinge einführen und haben neue Werkzeuge an der Hand.
PC Games: Könnt ihr schon etwas zu den Systemanforderungen sagen? Wie hoch werden sie sein?
Sebastian Kalemba: Wir können nur sagen, dass wir alle Arten von Plattformen unterstützen werden. Dazu gehört Xbox einerseits und PC andererseits. Aber nein, nein. Es ist noch zu früh, um über die Anforderungen zu sprechen.
Małgorzata Mitręga: Wenn es um die Größe des Spiels geht, ist es vielleicht besser, von der Größe unserer Ambitionen zu sprechen. Aber wortwörtlich auf die Map-Größe bezogen: Alle unsere Spiele sind groß. Wir werden jetzt kein kleines Spiel machen. Es wird eine riesige offene Welt sein.
Wir führen zum Beispiel neue Regionen zum Erkunden ein, aber die Art und Weise, wie wir das angehen, wird viel komplexer und gleichzeitig kohärenter sein, wenn es um das Open-World-Erlebnis, die Erkundung und das Eintauchen in die Welt geht. Das alles wird sich auf die Geschichte auswirken, die Konsequenzen und die Entscheidungen der verschiedenen Leute, die man trifft.
Es wird also mit Sicherheit ein großes Spiel sein, und es ist natürlich ein Open-World-Erlebnis. Aber auf die reine Weltgröße bezogen, wird sich nicht viel ändern.
Sebastian Kalemba: Jeder, der weiß, wie wir entwickeln, erwartet ein großes Spiel. Und natürlich will jeder, dass auch die reinen Fakten dazu passen: die Größe der Karte, die Anzahl der Quests, wie viele Entscheidungspunkte es gibt, und so weiter. Und das berücksichtigen wir natürlich bei der Planung der gesamten Produktion.
Aber gleichzeitig konzentrieren wir uns darauf, wie wir dieses Erlebnis wirklich tiefgründig gestalten können, und wir legen mehr Wert auf Qualität als auf Quantität. Trotzdem wird das Spiel natürlich groß werden, denn das ist unsere Art, Spiele zu machen.
Małgorzata Mitręga: Ja, das ist klar. Wir wollen ein Erlebnis schaffen, in das der Spieler eintauchen und Stunden darin verbringen kann. Außerdem wollen wir sicherstellen, dass der Hauptpfad genauso spannend und reizvoll ist wie all die Inhalte der Nebenaufgaben. Das Spannendste ist, wie reaktionsfähig die Welt ist, das wird wirklich interessant werden.
