Thunder Wolves im Test: Unkomplizierte Baller-Action und plumpe Sprüche

Test Peter Grubmair

Noch schnell einen lockeren Spruch aus der Hüfte geschüttelt, die Motoren gestartet und die Geschütze geladen, und schon steht der unkomplizierten Baller-Action in Thunder Wolves nichts mehr im Wege. In dem Titel darf man den Terroristen mit seinem Hubschrauber nach Herzenslust einheizen, dabei ruhig auch ganze Kleinstädte in Schutt und Asche legen, denn die Munition geht nie aus und das Ziel ist immer klar. Doch ob das reicht um wirklich Spaß zu haben, oder ob die Luft schnell raus ist, das haben wir für euch getestet.

Thunder Wolves (2) Quelle: Most Wanted Entertainment Thunder Wolves (2) Klischees sind etwas Herrliches, besonders wenn erst gar nicht versucht wird sie ernst zu nehmen. Darum kann unser Held in Thunder Wolves durchaus auch einen dummen Spruch nach dem anderen loslassen, ohne dass wir ihm deswegen wirklich böse sein können. Dabei ist von der ersten Spielsekunde an auch klar, was Thunder Wolves nicht sein will, nämlich eine anspruchsvolle Hubschraubersimulation, vielleicht auch noch mit geschichtlich korrektem Hintergrund. Stattdessen handelt es sich bei dem Titel um einen leicht zugänglichen Arcade-Spaß bei dem nach Herzenslust geballert werden darf, denn die Munition geht uns nie aus, bis auch der letzte Terrorist im Level aus seinem Jeep, Panzer, Boot oder vom Hausdach gebombt ist.

Dabei haben es die Entwickler tatsächlich geschafft während der gesamten 13 Missionen, die man in locker vier Stunden durchgezockt hat, keine Langeweile aufkommen zu lassen. Auch wenn wir wahrlich keine High-End-Grafik geboten bekommen, so gibt es doch genug Abwechslung fürs Auge. Wir fliegen Einsätze in der Wüste, an irgendwelchen Küsten, im Dschungel oder über dem Festland und verdienen uns so den Zugriff auf immer mehr der insgesamt neun Hubschrauber. Die unterscheiden sich dann jeweils etwas in Sachen Bewaffnung und Panzerung, ohne uns aber die Entscheidung zu schwer zu machen, denn man kann mit jedem Heli jede Mission abschließen.

Ebenfalls zur Abwechslung trägt bei, das wir nicht immer nur die Verfolgerkamera benutzen, welche seitlich hinter dem Hubschrauber angeordnet ist, sondern auch mal ins Cockpit wechseln oder an das MG gesetzt werden. In solchen Momenten wird aus dem Titel ein Rail-Shooter, bei dem wir das Fliegen der KI überlassen. Eine Hürde gibt es allerdings doch zu überwinden, um mit Thunder Wolves wirklich Spaß haben zu können, und die betrifft die Steuerung. Denn obwohl es sich hierbei eigentlich um einen astreinen Arcade-Shooter handelt, wollte man dem Heli doch eine relativ realistische Steuerung verpassen, was leider in einer totalen Überladung des Gamepads mündete. So kommt es, dass wir ihn durch Druck auf die beiden Analogsticks steigen und sinken lassen müssen, was schon eine gewisse Einarbeitungszeit verlangt. Unverzeihlich allerdings ist, dass die Steuerung invertiert wurde, man dies in den Optionen aber nicht umschalten kann. Zieht man den Stick also zu sich, wandert das Fadenkreuz nach oben und umgekehrt. Wer es lieber andersherum möchte, schaut in die Röhre.

Thunder Wolves (4) Quelle: Most Wanted Entertainment Thunder Wolves (4) Darüber hinaus muss man auch schnell lernen wie man den zielsuchenden Raketen ausweicht und sie mit den Täuschkörpern in die Irre lockt, während man bestenfalls weiter alles rot markierte niedermäht und alles grün markierte schützt. Hat man das verinnerlicht, hangelt man sich während der Missionen von einem Ziel zum nächsten und erfreut sich zwischendurch an den verschiedenen Erfolgsmeldungen, wie zum Beispiel, wenn man das Tausendste Haus in Trümmern gelegt hat. Und eh man es sich versieht, hat man auch schon die letzte Mission erfüllt und der Spaß hat sein Ende.

Obwohl, nicht ganz, denn da gibt es ja noch den Coop-Modus für zwei Spieler. Wer da allerdings erwartet mit seinem Kumpel gemeinsam in zwei Hubschraubern in die Schlacht ziehen zu können, wird enttäuscht. Denn in dieser Spielvariante teilt man sich einen Helikopter. Während der eine Spieler das Fluggerät steuert und das Maschinengewehr bedient, leitet der andere die Raketen ins Ziel. Das ist sicherlich nett gemeint, kann aber nicht wirklich begeistern. Noch dazu ist dies ausschließlich lokal an einem Screen möglich und nicht etwa über das Internet.

Meinung

Wertung zu Thunder Wolves (X360)

Wertung:

6.2 /10

Wertung zu Thunder Wolves (PS3)

Wertung:

6.2 /10
Pro & Contra
Unkomplizierte Dauer-ActionGenug Abwechslung um einen bei der Stange zu haltenMitunter so doofe Sprüche, dass sie schon wieder lustig sind
Relativ kurze SpielzeitÜberladenes GamepadInvertierte Steuerung lässt sich nicht umschaltenCoop-Modus entspricht nicht den Erwartungen
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