Tiger Woods ist nicht mehr allein. Zum einen hat er wohl eine neue Lebensabschnittspartnerin mit Lindsey Vonn gefunden, zum anderen muss er sich nun mit zwei Golfern den arg begrenzten Platz auf dem aktuellen Cover der Golfsimulation von EA Sports teilen. Warum wir das jetzt überhaupt erwähnen? Tja, Neuerungen in Tiger Woods PGA Tour 14 zu finden, ist einfach schwer, sehr schwer.
Golf bei Tag und Nacht
Eine mittlerweile arg in die Jahre gekommene Grafik-Engine, die sich gefühlte 10 Jahre praktisch nicht weiterentwickelt hat, und Soundeffekte, welche wir in der gebotenen Qualität mehr oder weniger schon seit 1998 mit Erscheinung des ersten Tiger Woods PGA Tour auf PC und Playstation kennen - die technische Umsetzung eines Tiger Woods PGA Tour 14 ist wohl das Paradebeispiel für den jetzt schon öfter erwähnten Stillstand der Sportspielreihe.
Doch auch Stillstand muss natürlich nicht alles schlecht machen und so hat natürlich auch der aktuelle Ableger der Golfsimulation den ein oder anderen lichten Moment. Wenn die sich vom Tag verabschiedende Sonne die Erhebungen von Georgia in leichtes Orange taucht, sich die Bäume dabei leicht im Wind bewegen, man von den intensiven Farben der den Fairway umgebenen Blütenpracht fast geblendet wird und das Clubhaus des Augusta National Golf Club in der aufkommenden Abenddämmer immer längere Schatten wirft, dann kann einem schon ein leises "Wow" über die Lippen kommen.
Quelle: EA Sports
Tiger Woods PGA Tour 14 im Test (4)
Leider hält diese Begeisterung nur kurz an. Gebäude sind meist nur mit matschigen Texturen überzogen, eine Weitsicht gibt es praktisch nicht, die Animationen der an sich gut gezeichneten Spieler zeigen sich abgehackt und die Zuschauer sehen nicht nur gleich aus, sie bewegen sich meist auch noch komplett synchron. Dafür gibt es aber schöne Wettereffekte. Vom strahlenden Sonnenschein über sich ausbreitenden Nebel bis hin zum heftigen Regenschauer ist alles vertreten und auch gut integriert. Wind und Nässe haben nach wie vor direkten Einfluss auf den Ball, aber keine auf den Spieler. Der Reporter erklärt "It's raining cats and dogs" doch die harte Sportlerrunde scheint dies nicht zu interessieren. Mit kurzen Hosen und im dünnen Polo-Shirt wird stoisch Loch um Loch gespielt, selbst beim größten "Sauwetter". Aufgrund dieser Lächerlichkeit kann man sich manchmal ein Grinsen schon gar nicht mehr verkneifen. Wenigstens die Zuschauer reagieren auf Regen und ziehen Schirme auf. Naja, besser als nichts.
Neu ist übrigens, dass man nun auch bei Nacht spielen kann. Dann leuchten die Sterne - und der Ball. Ein anderes Spielgefühl braucht er deshalb aber nicht zu erwarten.
Der Soundtrack ist, wie man dies bereits aus den diversen Vorgängern gewohnt ist, auch im aktuellen Tiger Woods PGA Tour wieder sehr esoterisch angehaucht und würde sich bestens als Hintergrundmusik in einem Wellnesstempel eignen. Geschmacksache würden wir mal behaupten, aber uns gefällt's. Weniger gefallen kann hier schon das integrierte Reportergespann. Es genügt nicht, dass man selbiges nur versteht, wenn man des Englischen mächtig ist - eine Lokalisierung auch bezüglich der Ingame-Texte gibt es im Jahre 2013 wieder nicht -, nein sie kommentieren das Spielgeschehen teilweise zeitversetzt oder komplett falsch oder gleich überhaupt nicht. Kurz: Abschalten ist und bleibt hier die beste Alternative.
