Der Spielspaß bleibt ganz klar auf der Strecke und macht den Weg frei für Frust und Ärger.
"Totgesagte leben länger" heißt es doch so schön und dieses Zitat scheint wohl auch bei Sonys Playstation Portable zuzutreffen, denn nur noch wenige Titel finden den Weg in die Händlerregale, aber immerhin besser als nichts, um eine weitere Geräte-Lebensberechtigung auszusprechen. Und so ließ Ubisoft es sich nicht nehmen und schickt wieder einen Exklusiv-Titel ins Rennen, um zu zeigen, dass die Ära der PSP noch lange nicht zu Ende ist. Mit Tom Clancy's Ghost Recon Predator stellte sich die Entwicklerschmiede Virtuos der schweren Aufgabe einen Third-Person-Shooter auf die PSP zu zaubern. Wie jedem Spieler bekannt sein dürfte, ist diese Aufgabe wirklich kein leichtes Unterfangen, da die PSP nicht unbedingt für das Shooter-Genre geeignet ist. Ob Ubisoft's ambitioniertes Vorhaben ist, haben wir für euch mal näher beleuchtet.
Nix Neues in Sri Lanka
Tom Clancy's Ghost Recon: Predator
Viele Fans der Tom Clancy Ghost Recon Serie erhofften sich einen neuen Ableger für die aktuelle Konsolen-Generation oder auch für den PC. Weshalb Ubisoft allerdings einen PSP-exklusiven Titel auf den Markt gebracht hat, stellt für viele erst einmal ein Rätsel dar. Im neuen Ghost Recon verschlägt es den geneigten Spieler in den Dschungel von Sri Lanka und dort erhält man die Aufgabe den Weg für eine Amerikanische Invasion zu ebnen. Um diese Herausforderung zu bewältigen, stehen den Alter Egos im Spiel 72 Stunden zur Verfügung, in denen sich aber einige Irrungen und Wirrungen ergeben, in welchen der Spieler erkennt, dass die USA in einen Krieg hineingezogen werden sollen, bei dem allerdings andere die Fäden in den Händen halten.
Tom Clancy's Ghost Recon: Predator
Bevor der Spieler allerdings diese Wendungen der Geschichte erreicht gilt es erst einmal sich in dem Spiel zu Recht zu finden. An sich ein Leichtes, denken wohl viele, da sich alle Third-Person Spiele auf der PSP doch sehr ähneln was die Steuerung angeht. Doch genau da liegt der Hund begraben! Wie in anderen Spielen dieser Art kränkelt auch Ghost Recon Predator an der Steuerung, die sich mehr schlecht als recht auf dem PSP beherrschen lässt. Man merkt deutlich das Fehlen eines zweiten Analog-Sticks, wodurch man zu keiner Zeit das Gefühl bekommt, das man wirklich die Kontrolle im Spiel hat. Zu oft wird man in den zahlreichen Feuergefechten sein virtuelles Leben aushauchen, da die Steuerung schlicht und ergreifend nicht wirklich das tut was der Spieler möchte und durch eine unglückliche Belegung unnötig verkompliziert wurde. Zu allem Übel sind auch die Team-Mitglieder keine wirkliche Hilfe. Weder die KI der Kameraden noch die der Gegner kann man als gelungen bezeichnen. Man stelle sich nur mal das Szenario vor, da man als Spieler verwundet am Boden liegt und hofft, dass einer der Kameraden zu Hilfe eilt. Doch keiner der beiden "Gehilfen" denkt auch nur im Traum daran einen selbst wieder auf die Beine zu bringen. Lieber begeben sich die Kompagnons in ein Feuergefecht, welches sie in den meisten Fällen haushoch verlieren und damit selbst Hilfe benötigen. Zu allem Überfluss ist die Zeitspanne in der man wieder auf Vordermann gebracht werden kann zu kurz geraten, so dass man als Spieler selbst sehr große Probleme hat seinen Kameraden Hilfe zukommen zu lassen.
Grafisch auf Grund gelaufen
Tom Clancy's Ghost Recon: Predator
Leider dräng sich uns der Gedanken förmlich auf, dass sich Ubisoft keinen Gefallen getan hat, das neue Tom Clancy's Ghost Recon Predator auf der PSP zu veröffentlichen. Gesamt gesehen präsentiert sich die Optik als klarer Fall von nicht mehr Up-to-Date. Alle Animationen wirken sehr ungelenk, mehr noch, sie wirken sogar eher als ein Überbleibsel aus dem 2007ner Vorgänger. Eine Frischzellenkur, und wenn auch nur eine kleine, hätte sicher für einen besseren Anstrich gesorgt. Auch die Umgebungsgrafik glänzt mit Detailarmut, was noch stärker auffällt, sobald man ein Gebäude betritt, denn dort weist die Grafik noch eklatantere Mängel auf, wirkt grobporig, pixelig und fernab moderner Zeiten. Optisch gesehen wäre auch aus der PSP mehr herauszuholen gewesen, so aber wirkt dieser Titel eher wie ein Schnellschuss und unterm Strich mal so gar nicht ausgereift. Wenigstens werden die Ohren im positiven Sinne versorgt, denn Soundtechnisch muss sich das Spiel nicht verstecken. Kräftige Explosionsgeräusche mit einer sich Situationsbedingt anpassenden Hintergrundmusik verrichten zu jeder Zeit anständig ihren Dienst.
Nutzloses Gruppendasein
Tom Clancy's Ghost Recon: Predator
Wer Ghost Recon aus früheren Tagen kennt, weiß um das Gruppen-Feature des Titels, welches zweifelsfrei auch das Aushängeschild von Ghost Recon Predator darstellen sollte. Der Grundgedanke war, das man mit einfachen Tastenbefehlen seinen zwei Teammitgliedern klar macht was sie zu tun haben. In der Theorie klingt diese Tatsache einfach und auch sehr vielversprechend; In der Praxis ist es das leider nicht. Mit ein paar Grund-Kommandos die über das Steuerkreuz vermittelt werden, gibt man seinen Kollegen vor was sie zu tun haben und gleichwohl das Ganze sich auf einfache Geschichten beschränkt, ist die KI der Mitstreiter ganz gewaltig überfordert und man hat mehr zu tun, als das einem im Gefecht nutzt. Im späteren Verlauf des Spiels passiert es sehr oft das die Team-Kollegen nur noch als Kanonenfutter agieren, da kein eigenes Intelligentes Verhalten mehr auszumachen ist. Man kann nur hoffen dass in einem solchen Augenblick die Kontrahenten noch etwas mehr an geistiger Verwirrung leiden als die eigenen Leute, so dass man einen Chance hat, das Getümmel heil zu verlassen.
