Der ehemalige Agent lässt in Sachen Härte, Gnadenlosigkeit und zielorientiertem Handeln keine Wünsche offen.
Sam in Action
Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction
Aber warum kommt in einem "Splinter Cell" den Waffen eine so große Rolle im Gesamtgefüge zu? Im kommenden Teil erwartet euch eine extrem ausbalancierte Mischung aus Schleich-Einlagen und adrenalin-geladenen Action-Momenten. Gerade letztere spielen sich beinahe schon wie ein Third Person Shooter und werfen schon nach der ersten Minute die Frage auf, warum dieses Element erst jetzt seinen Weg in Sams virtuelle Abenteuer gefunden hat. Sam spurtet wie ein Jungspund von Deckung zu Deckung und überspringt Hindernisse wie Marcus Fenix es nicht besser könnte. Das exzellente am gesamten Spielerlebnis ist jedoch, dass sowohl Schleicher als auch Rambos auf ihre Kosten kommen und ihre spielerischen Ideen mit dem nötigen Geschick und taktischen Herangehen auch realisieren können. Die wohl erfolgreichste Variante des Spielens wird wohl in der Mitte beider Überzeugungen liegen. Die berühmte Anzeige für Sams Sichtbarkeit wich nun einer stylischeren Lösung, welche den Bildschirm schwarz-weiß einfärbt sobald ihr für Wachen aller Art unsichtbar seid.
Ihr seht was, wo ich nicht steh'
Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction
Damit das schwarz-weiß-Feature ein äquivalentes Stück Spieldesign im turbulenten Happening hat, wurde auch hier stilistisch in die Trickkiste gegriffen. Befindet ihr euch gleichzeitig unter gegnerischem Beschuss und hinter einer Deckung kommt das als "last known position"-Feature zum Einsatz. Hierzu späht ihr möglichst unter Blickkontakt mit dem Bösewicht aus der Deckung hervor, nur um schnellstmöglich wieder dahinter zu verschwinden. Nun seht ihr an eurer Position eine weiße Silhouette, welche die Position darstellt an der euch der Feind das letzte Mal erspäht hat und folglich auch vermutet. Während also Salve über Salve an einen Geist verschwendet werden, könnt ihr euch unentdeckt aufmachen die Gegner zu flankieren. Sobald der Gegner euch jedoch wieder erspäht kann das Spielchen wieder von vorne beginnen.
Story on the Wall
Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction
In Sachen Spieldesign haben sich die kreativen Köpfe bei Ubisoft Montreal einen genialen Kniff einfallen lassen. Eingestreute Videos und Zielinformationen werden an Häuser projiziert und verschmelzen so kongenial mit der Umgebung und nehmen etwas weniger Fahrt aus dem Spielfluss als herkömmliche Zwischensequenzen. Da dieses aufregend erfrischende Design-Element, jederzeit im starken Kontrast zum erlauchten Sam Fisher steht macht diese Idee zu einem extrem genialen Einfall. Ebenfalls brilliant ist die Abwechslung in Sachen Farbgebung und Effekte. Jegliches Level, sei es nun eine Villa, ein alter Militärhangar oder das Schlachtfeld im heißen Irak, das Farbenspiel scheint jederzeit auf die feinsten Nuancen abgestimmt. Ebenfalls erwähnenswert ist Sams erweitertes Bewegungsspektrum, welches geschmeidig und trotzdem intensiv und kraftvoll anmutet. Von ebenfalls hochklassiger Hintergrundmusik und krachenden Schuss-, Schlag-, und Explosionssounds wird der durchweg mehr als positive Eindruck bestätigt. Technisch hat sich Sam Fisher spielend leicht den Genre-Thron gesichert.
Tod im Doppelpack
Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction
Besonderer Stolz gilt bei Ubisoft dem neu kreierten Online-Multiplayer. In Person von Agenten-Duo Archer und Kastrel erlebt ihr in insgesamt 4 Missionen einige Thematiken des Single-Players aus anderer Blickrichtung und mit anderer Handlung. Euer Hauptaugenmerk richtet sich auf das Verhindern einer gefährlichen Waffenlieferung über den Schwarzmarkt. Die im Singleplayer schon fantastisch funktionierenden Features können hier in Sachen Effektivität und Nutzen nochmal einige Schippen drauflegen. Eine erweiterte Funktion des Sofortkills und das vorzügliche Erweiterung des Einsatzbereiches für die "last known position" machen dieses Abenteuer zu einem echten Suchtmittel. Neben diesem eher Ko-Op-lastigen Modus befinden sich auch klassische Modi auf der Spieledisk. Eure Aufgaben decken von "Töte alle Gegner" bis hin zu "Beschütze die Bombe" und machen einen Irrsinnigen Spaß per Splitscreen, System Link oder Xbox Live. Bei allem Lob muss hier auch Kritik an der Framerate geübt werden. Während einiger unserer Testmatches kam es bei hohem Gegneraufkommen zu deutlichen Slow-Downs und teils heftigen Ruckeleinlagen.
