Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Der ehemalige Agent lässt in Sachen Härte, Gnadenlosigkeit und zielorientiertem Handeln keine Wünsche offen.

Die Rache ist wohl die prägnanteste aller Emotionen eines menschlichen Wesens wenn es darum geht unser dunkelstes Inneres nach außen zu kehren und die Welt um uns herum zu schockieren. Eben diesem Gefühl läuft Sam Fisher im nun mittlerweile fünften Teil der vom Star-Autor Tom Clancy ins Leben gerufenen Serie "Splinter Cell" auf. Getrieben vom Gedanken Vergeltung an den Verantwortlichen für den Tod seiner Tochter zieht Fischer alle, wirklich alle, Register.

Sam sieht rot!

Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction "Splinter Cell" ist nicht mehr wie es war. Das liegt aber nicht nur am Hauptprotagonisten selbst, sondern fängt schon viel früher im Spieldesign an. Waren die "triforcal goggles", die Lichtpunkte der zum Inventar eines jeden Third Echelon Agenten gehörenden Sehhilfe, in den vorausgehenden Teilen noch allesamt leuchtend grün, wechselt man nun auf die etwas düster anmutende Farbe Rot in deren Darstellung. Doch nicht nur hier zeichnet sich ein Farbwechsel ab. Zum ersten Mal ist Sam Fischer in deutschen Spielern unter 18 Jahren nicht zuzumuten und bekommt so auch von der USK den roten Stempel auf das Cover gestanzt.

Alte Kampfmaschine

Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction Sam Fisher hat sich mittlerweile von der Regierungsarbeit egal welcher Art losgesagt und lebt zurückgezogen auf der Insel Malta. Sein Leben mehr oder minder akzeptierend aber wohl nicht genießend begegnen wir dem vom Schicksal gebeutelten Mann in einem Kaffee auf dem Marktplatz in Maltas Hauptstadt Valetta. Im Spiegel seiner Seele, wie das Gesicht oftmals bezeichnet wird sehen wir das volle Ausmaß der Schicksalsschläge die Sam hinnehmen musste. Seine Haut ist faltig und wirft dem ehemaligen Agenten-Schönling eine erschreckend mitgenommene Mimik ins Gesicht. Auch die Haare sind stellenweise ergraut und tun ihr übriges Sam um einiges älter erscheinen zu lassen. Der Alterungs- und nicht zuletzt Reifeprozess führte Mr. Fisher nicht nur optisch in eine komplett andere Richtung. In den gut 12 Stunden der Handlung lernt ihr in Sam Fisher die wohl perfekteste Umsetzung der "24"-Helden Jack Bauer alias Kiefer Sutherland kennen. Frei nach dem Motto "wehe wenn er losgelassen" handelt der ehemalige "Third Echolon"-Mitarbeiter auf eigene Faust - und das auf seine Art. Eine kinoreif inszenierte Geschichte mit etlichen Flashbacks, Kniffen und Wendungen wird euch auch über die volle Spieldistanz ohne Pause ausgewogen und reichhaltig füttern. Im Fokus stehen Sams ehemaliger Arbeitgeber "Third Echolon", welcher mittlerweile in düstere Machenschaften verwickelt ist, Fishers Ohren-Orakel GRIM und seine Tochter Sarah. Bisweilen kann es sogar vorkommen, dass ihr Sams Körper in einem der Flashbacks verlassen dürft und beispielsweise im Irak einen Einsatz absolviert. Wie sich das ganze allerdings im Gesamtgefüge verhält solltet ihr am besten selber in Erfahrung bringen.

Ein Pfeil für Leben und Tod

Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction Während Fisher im ständigen Zwist mit sich selber steht, kann er sich auf seinem Rachefeldzug, welcher irgendwann wieder die Züge einer Heldentat annimmt, auch noch mit der Gefahr von Außen aus einander setzen. Um euch diese Konflikte ein wenig zu vereinfachen, hat euch Ubisoft eine praktische Tötungsautomatik ins Spiel eingebaut. Hierzu überwältigt ihr zunächst eine unachtsame Wache per Nahkampf, welcher im Übrigen auch seinen Teil dazu beiträgt warum die Altersfreigabe nun rot und nicht blau ist. Statt Gegner wie früher noch artig zu betäuben, bekommen sie nun schnell mal einen Bauch wie ein Emmenthaler oder ein drittes Auge verpasst. Ist dies Werk vollbracht könnt ihr euch beispielsweise vor einer geschlossenen Tür dem "mark and execute" zu Deutsch "markieren und ausführen". Dass das englische Wort "execute" auch mit "hinrichten" erklärt werden kann, zeigt sich in der Folge. Sind die Gegner per kleinem Pfeil über ihrem Kopf markiert müsst ihr nur noch die Tür öffnen und auf den für die Aktivierung der Sequenz notwendigen Knopf drücken und Sam macht ganz kurzen Prozess mit den bösen Buben. Seid ihr Anfangs noch auf zwei Gegner beschränkt könnt ihr euer Zielspektrum mit der Zeit erweitern und verbessern. Dafür bekommt ihr nach jedem gelungenen Spezialmanöver (manuelle Kopfschüsse, Nutzung der Umgebung als Waffe etc.) Punkte gutgeschrieben, die ihr an Waffenlagern - grüne Waffenkisten die in ruhigeren Abschnitten eines Levels platziert sind - in neue Gadgets für nicht gerade wenige Bleispucker investieren dürft. Granaten und Haftminen mit Kamera, welche nun auch explodieren und den Gegner somit nicht nur betäuben wie früher, schreien jedoch genauso laut nach Verbesserung wie ihre Kollegen im Pistolen und MG-Regal.

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