Der 2D-Schleicher ist wieder da!
Wie schon beim Vorgänger, ist nun auch Pandora Tomorrow auf dem GBA vertreten und Schattenschleicher Fisher macht weiterhin eine überraschend gute Figur in 2D. Klar, dass sich auf einem kleinen GBA keine Schleichorgien in 3D veranstalten lassen; stattdessen hat man sich eine schmucke 2D-Engine gebastelt, mit der allerdings auf erstaunliche Weise ein ziemlich packendes Stealth-Feeling aufkommt.
Im Vergleich zu manch anderer Konsolen/GBA Konvertierung, hält sich Pandora Tomorrow fast pixelgenau an seinen großen 3D-Bruder. Dies fängt mit der Story an und hört mit Gestaltung und Gameplay der eigentlichen Levels auf. Dabei überrascht es wirklich bei jeder Mission aufs Neue, wie gut man ein 3D-Spiel in 2D umsetzen kann. Die Jungs von Ubisoft verstehen etwas von Ihrem Handwerk und das anscheinend in allen Dimensionen. Das eigentliche Gameplay in den 9 Missionen hat sich aufgrund der 2D-Konvertierung natürlich etwas geändert aber nicht unbedingt vereinfacht. Sam Fisher ist auch hier in Top-Form und kann sich geschickt über Hindernisse hinweghangeln, Gegner gezielt von hinten außer Gefecht setzen oder im Notfall sogar zur Waffe greifen. Um die Übersicht zu gewährleisten und ein fehlendes Fernrohr ersetzen zu können, hat man die automatische Haftkamera auf der L-Taste integriert: Mit diesem Hilfsmittel und einem kleinen Gegner-Radar kann man sich jederzeit über die Standpunkte und Bewegungen der Gegner informieren. Zudem gibt es auch die Wärmebild- und Nachtansicht, welche über verstecke Minen und Laserstrahlen Auskunft gibt. Wie auch auf den großen Konsolen kann auch hier sehr schnell ein starkes Frustgefühl aufkommen, da man bei einem Fehler sofort zum letzten Checkpoint zurückversetzt wird. Splinter Cell ist nun mal ein Schleichspiel und deshalb werden Jump'n'Shoot-Rambos hier recht wenig Freude haben. Alle Schritte müssen sehr gut geplant sein, natürlich immer mit dem aktuellen Missionsziel im Kopf, welches auch im Pause-Menü nachgelesen werden kann. Es kommt schon mal vor, dass man für einen einzigen Missionsabschnitt über zehn Anläufe benötigt, das Spiel verzeiht absolut keine Fehler. So ist es auch kein Wunder, dass man sich wirklich jeden Pixelmeter mühsam erarbeiten muss und jede Feindbewegung und Kamerafahrt komplett auswendig lernen muss. Eine durchschnittliche Spieldauer von 30 Minuten für eine einzige Mission ist somit keine Seltenheit.
Die Missionen sind außerordentlich gut durchdacht und natürlich sind fast alle Situationen im Spiel ohne Gewalt schaffbar. Abwechslung wird ebenfalls geboten: Jede Mission verlangt vom Spieler neues Können und zwischendurch wird das Ganze mit 14 verschiedenen Minigames aufgelockert. Diese basieren auf Dreh- und Schieberätseln welche meist unter dem Druck eines Zeitlimits ablaufen. Immer dann, wenn einem die beinharten Schleicheinlagen wieder etwas zu öde werden, kommt eines dieser Minigames zum Zug und man ist danach wieder mit voller Motivation bei der Sache - Nerven aus Draht vorausgesetzt.
Grafisch gibt es eigentlich nichts zu meckern, das Spiel sieht natürlich in 2D anders aus, es wurden aber sehr abwechslungsreiche Hintergründe integriert und jede Mission hat ihren ganz eigenen optischen Stil. Das Menüsystem und die Steuerung des Protagonisten sind sehr gut gelungen, alles ist optimal auf die wenigen Tasten des GBA verteilt worden und lässt sich sehr intuitiv steuern. Technisch hätte man das Spiel kaum besser machen können und Ubisoft ist vor allem die 2D Konvertierung überaus gut gelungen.
