The Division 2 im Test: Aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt

Test Matthias Dammes 26,99 €
The Division 2 im Test: Aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt
Quelle: PC Games

Die Entwickler von Massive Entertainment wollten aus ihren Fehlern im Vorgänger lernen und mit Tom Clancy's The Division 2 ein vollgepacktes Erlebnis bieten. In unserem Test stellen wir fest, warum ihnen das eindrucksvoll gelungen ist.

Als vor drei Jahren das erste The Division erschien, stand vor allem Enttäuschung im Raum, da das Spiel viele Versprechungen nicht einhalten konnte und inhaltlich deutliche Mängel aufwies. Aber die Entwickler von Massive Entertainment haben sich als lern- und kritikfähiges Team herausgestellt, das The Division mit der Zeit in ein hervorragendes Spiel mit einer festen Fanbasis verwandelt hat. Der Höhepunkt dieses Lernprozesses ist nun The Division 2 (jetzt kaufen / 26,99 € ), dem man deutlich anmerkt, dass die Entwickler ihre Fehler nicht wiederholen wollten. Heraus­gekommen ist ein Loot-Shooter, der im Vergleich zum Vorgänger vieles besser und richtig macht.

Erzählerisch schwach

Sieben Monate nach dem Ausbruch der Dollar-Grippe befinden sich die USA im Prozess des völligen Zerfalls. Noch immer versuchen die Agenten der Strategic Homeland Division zu retten, was noch zu retten ist. Ihr schlüpft in die Rolle eines solchen geheimen Regierungskämpfers, den ihr euch zu Spielbeginn in einem recht ordentlichen Editor erstellt. Im folgenden Prolog wird schnell deutlich, dass die Story erneut zu den größten Schwächen des Spiels gehört. Das spielbare Intro fällt sogar im Vergleich zum Vorgänger ziemlich dürftig aus, wo wir seinerzeit noch ein paar Auftaktmissionen in Brooklyn absolvieren konnten, bevor wir auf spektakuläre Weise in das abgeriegelte Manhattan übergesetzt haben.

Trotz aufwendig gemachter Zwischensequenzen bleiben die Charaktere der Kampagnen-Story ziemlich blass, die Story eher oberflächlich. Quelle: PC Games Trotz aufwendig gemachter Zwischensequenzen bleiben die Charaktere der Kampagnen-Story ziemlich blass, die Story eher oberflächlich. In The Division 2 gibt es lediglich einen kurzen Kampfeinsatz an einem nicht näher definierten Ort, der damit endet, dass wir einem Division-Hilferuf aus Washington D.C. folgen. Der Rest der Geschichte bleibt leider ziemlich belanglos und schafft es auch nicht, die einzelnen Charaktere interessant erscheinen zu lassen. Dass unser Charakter während der wenigen Zwischensequenzen nur als stummes Objekt in der Szene steht und sich belabern lässt, trägt zusätzlich zur wenig packenden Erzählweise bei. In erster Linie dreht sich alles darum, die verbliebenen Zivilisten der Stadt zu unterstützen, die sich in kleinen Siedlungen zusammengefunden haben und im täglichen Kampf gegen drei gewalttätige Fraktionen stehen.

Vieles davon bekommt man vor allem durch das sogenannte Environment-Storytelling mit, was den Entwicklern wieder deutlich besser gelungen ist als die eigentliche Story. So lauschen wir den Unterhaltungen von Zivilisten, den neusten Meldungen aus dem Radio oder sogar dem Plausch von ein paar Gegnern, bevor wir sie angreifen. Auch die bekannten Audiologs und Echos sind wieder dabei und erzählen spannende kleine Geschichten, die ein Bild von der Welt zeichnen. Sie helfen uns zu verstehen, was in Washington seit dem Ausbruch der Pandemie geschehen ist und wie es zu den derzeitigen Zuständen kommen konnte.

Washington lebt

Diese Informationen tragen zu der hervorragenden Spielwelt bei, welche schon den Vorgänger ausgezeichnet hat. Noch mehr als New York ist Washington D.C. der heimliche Hauptakteur des Spiels. Die Entwickler haben es geschafft, eine lebendige und detaillierte Umgebung zu schaffen, die Verbesserungen wie diese Spielecke für Kinder haben keinen spielerischen Nutzen, tragen aber viel zur Atmosphäre der lebendigen Welt bei. Quelle: PC Games Verbesserungen wie diese Spielecke für Kinder haben keinen spielerischen Nutzen, tragen aber viel zur Atmosphäre der lebendigen Welt bei. nicht nur als Verbindungselement zwischen den Missionen dient. Auf den Straßen der US-Hauptstadt spielt sich die eigentliche Action ab. Wir greifen Kontrollpunkte der Feindfraktionen an, verhindern öffentliche Hinrichtungen, sabotieren Propaganda-Übertragungen und befreien Geiseln. Das dient nicht nur unserer Beschäftigung, sondern hilft auch den Zivilisten, die Kontrolle über die Stadt zurückzuerlangen.

Je mehr Kontrollpunkte wir einnehmen, umso mehr sehen wir Patrouillen der Miliz auf der Straße. Die Bewohner sammeln sogar selbstständig Ressourcen und bringen diese in ihre Stützpunkte. Wir können sie dabei unterstützen und bei Feindkontakt aushelfen. Mit erledigten Missionen und Nebenaufgaben sorgen wir außerdem für den Ausbau der Zivilistensiedlungen, die sich mit der Zeit sichtlich verändern. Eine Spielecke für Kinder, eine verbesserte Stromversorgung, eine kleine Bibliothek, Bienenstöcke für die Honigproduktion. All diese Veränderungen haben zwar keinen direkten spielerischen Nutzen, tragen aber viel zur Glaubwürdigkeit der Spielwelt bei. Außerdem sind sie ein Motivationsfaktor, der uns zeigt, dass wir mit unseren Erfolgen etwas Gutes für die Menschen tun.

Mit Washington haben sich die Entwickler zudem einen Schauplatz ausgesucht, der es ihnen ermöglicht, eine für ein urbanes Setting erstaunliche Abwechslung in den Umgebungen zu bieten. Das gilt nicht nur für die offene Spielwelt mit den Straßenschluchten von Downtown, den großen Freiflächen der National Mall und den architektonisch auffallenden Bauten des Regierungsviertels. Auch innerhalb der Missionen ist dank der zahlreichen Museen und historischen Bauwerke für viel Abwechslung gesorgt. So kämpfen wir uns durch eine Ausstellung zum Vietnamkrieg, durch das Lincoln-Denkmal und durch den Plenarsaal des Repräsentantenhauses.

Testvideo

Taktische Herausforderung

Mitten im Gefecht bleibt uns aber wenig Zeit, die schönen Umgebungen zu betrachten. Die Gegner haben nämlich einiges auf dem Kasten. Gegenüber dem Vorgänger haben die Entwickler noch einmal deutlich an der KI gearbeitet. Diese leistet sich nur noch seltene Aussetzer und geht ziemlich geschickt gegen die Spieler vor. Feinde, die wir gerade nicht im Blickfeld haben, nutzen die Gelegenheit, um in unsere Flanke zu fallen. Grenadiere treiben uns aus der Deckung und Heiler können nun sogar gefallene Kameraden wiederbeleben. Zudem setzen die Gegner nun auch deutlich mehr auf Gadgets wie Drohnen, ferngesteuerte Autos und Geschütztürme.

Die Gegner haben einiges auf dem Kasten, aber wir haben vielfältige Kontermöglichkeiten. So lassen sich Granaten zum Beispiel im Flug abballern. Quelle: PC Games Die Gegner haben einiges auf dem Kasten, aber wir haben vielfältige Kontermöglichkeiten. So lassen sich Granaten zum Beispiel im Flug abballern. Gerade Solospieler müssen sich im Vergleich zum Vorgänger etwas umstellen, denn das verbesserte Feindverhalten führt spürbar zu einem höheren Schwierigkeitsgrad. Das Spiel gibt im Gegenzug jedoch auch neue taktische Möglichkeiten, bestimmte Gegnertypen zu kontern. So lassen sich Granaten in der Luft abschießen, Medics werden betäubt, wenn man ihren Defibrillator trifft, den sie auf dem Rücken tragen. Neben der noch stärkeren taktischen Ausrichtung trägt auch die Reduzierung der ominösen "Time to kill" erheblich zur Steigerung des Spielspaßes bei.

Der Vorgänger wurde häufig für seine Gegner kritisiert, die ganze Magazine an Munition in sich aufsaugen, bevor sie das Zeitliche segnen. Zwar basiert das Kampfsystem auch in The Division 2 weiterhin auf RPG-Werten und Schadenszahlen, die bestimmen, wie viel Schaden eine Kugel anrichtet. Trotzdem fallen normale Gegner nun deutlich schneller. Um dem Spieler dennoch starke Gegner entgegenzusetzen, haben die Entwickler diese Feinde in sichtbare Rüstungen gesteckt. In diese muss zunächst eine Schwachstelle geschossen werden, um Schaden an den eigentlichen Lebenspunkten zu machen. Das fühlt sich deutlich besser und realistischer an. Die unglaubliche Vielfalt an Waffen und Ausrüstungsgegenständen motiviert von Anfang und bietet viel Entfaltungsmöglichkeiten. Quelle: PC Games Die unglaubliche Vielfalt an Waffen und Ausrüstungsgegenständen motiviert von Anfang und bietet viel Entfaltungsmöglichkeiten.

Alles wird modifiziert

Auch die Waffen in The Division 2 fühlen sich richtig gut an. Das Spiel bietet eine Vielzahl an unterschiedlichen Modellen in bekannten Kategorien wie Sturmgewehre, Maschinenpistolen und Schrotflinten. Selbst innerhalb einer Waffengattung unterscheiden sich die Knarren in ihrem Handling voneinander. Jede mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen. Zusätzlich lässt sich das Verhalten der einzelnen Waffen über Mods beeinflussen, die diesmal aber neben positiven Eigenschaften auch negative Auswirkungen haben. Das gibt dem Spieler viel Raum für Experimente, um für den eigenen Spielstil die richtige Balance zu finden.

The Division 2: Crafting-Guide für Einsteiger Quelle: PC Games Bei der Item-Suche müsst ihr euch nicht nur auf Loot verlassen. Auch per Handwerk lassen sich wieder interessante Gegenstände herstellen. Das Gleiche gilt für die restliche Ausrüstung unseres Agenten. Wie es sich für einen Loot-Shooter gehört, sammeln wir alle nase lang neue Items. Da sich die Beute immer an unserem Level orientiert, ist selten totaler Schrott dabei. Das motiviert ungemein. Und selbst wenn ein Item nicht taugt, können wir es womöglich für die Rekalibrierung gebrauchen. Dabei übertragen wir ein ausgewähltes Attribut oder Talent von einem Gegenstand auf einen anderen.

Neben Waffen und Rüstung wird die Ausstattung unseres Agenten mit seinen aktiven Fähigkeiten abgerundet. Zu den acht Basis-Skills gehören alte Bekannte wie der Geschützturm und der Schild sowie Neuzugänge wie die Drohne und der Chemikalien-Werfer. Jede dieser Fähigkeiten gibt es in drei oder vier verschiedenen Varianten, die ihre Funktionsweise teilweise erheblich verändern. So kann die Drohne zum Beispiel Bomben auf ein Zielgebiet abwerfen, mit einem MG einzelne Ziele unter Beschuss nehmen oder als Reparaturdrohne die Rüstung von Spielern "heilen". Zusätzlich lassen sich die Skills auch noch mit Mods ausstatten, was auch hier für vielfältige spielerische Entfaltungsmöglichkeiten sorgt. Außerdem schalten wir im Verlauf des Spiels verschiedene passive Talente frei. Diese sorgen für mehr Stauraum im Inventar, höheren Erfahrungspunktegewinn, Zugang zu Waffenmods und vielem mehr.

Gemeinsam stark

Auch wenn Solo-Spieler mit The Division 2 auf ihre Kosten kommen, ist das Spiel klar auf das Koop-Erlebnis ausgelegt. Den Zugang zu spannenden Abenteuern mit einer kampfstarken Gruppe haben die Entwickler daher nochmals vereinfacht. Für nahezu alle Aktivitäten gibt es ein bequemes Matchmaking. Direkt vor dem Eingang zu einer Hauptmission oder über die Karte lassen sich so einfach Mitspieler finden. Findet sich eine Gruppe mit unterschiedlichem Spielerlevel zusammen, werden die niedrigstufigen Teilnehmer automatisch an den Spieler mit der höchsten Stufe angepasst.

Sollten wir dennoch mal alleine losgezogen sein und irgendwo auf Probleme stoßen, können wir jederzeit über die Weltkarte oder im Falle des eigenen Todes Unterstützung anfordern. Diesen Hilferuf bekommen dann andere Spieler angezeigt, die daraufhin eurer Sitzung beitreten können. Wer lieber mit Freunden unterwegs ist, kann sich nun auch in Clans zusammenschließen. Jedes Mitglied sammelt Erfahrung und lässt damit die Gruppierung im Rang aufsteigen, was zusätzliche Boni wie Clan-Händler, wöchentliche Belohnungen und spezielle kosmetische Gegenstände freischaltet. Verbündete Agenten für eine Mission zu finden ist nicht schwer. Das Gruppenspiel macht viel Laune und es ist entspannter, wenn man sich gegenseitig unterstützen kann. Quelle: PC Games Verbündete Agenten für eine Mission zu finden ist nicht schwer. Das Gruppenspiel macht viel Laune und es ist entspannter, wenn man sich gegenseitig unterstützen kann.

Agenten gegen Agenten

Eine eingespielte Truppe von Freunden zahlt sich auch in der Dark Zone aus. Davon gibt es diesmal sogar drei Stück, die jeweils kleiner und kompakter als noch im ersten Teils ausfallen. So haben die drei Gebiete nicht nur abwechslungsreiche Umgebungen zu bieten, sondern sorgen auch auf kleinerem Raum für mehr Spannung. Die Chance, auf andere Spieler zu treffen, ist nämlich recht hoch. Damit im meist unausweichlichen Kampf um den besten Loot keine unfairen Vorteile herrschen, herrscht in zwei der drei Dark Zones stets die sogenannte Normalisierung. Das bedeutet, dass alle Werte von Ausrüstung und Waffen auf das Maximum gesetzt werden. Der Skill des Spielers rückt im PvP damit in den Vordergrund.

In der Dark Zone kämpfen Agenten nicht nur gegen NPCs sondern auch untereinander um den besten Loot. Quelle: PC Games In der Dark Zone kämpfen Agenten nicht nur gegen NPCs sondern auch untereinander um den besten Loot. Wie schon im Vorgänger verdienen wir uns in der Dark Zone gesonderte Erfahrungspunkte, die in einen eigenen DZ-Rang fließen. Daran geknüpft ist diesmal ein eigenes Talent-System. Alle fünf Stufen wählen wir ein neues Talent aus. Dabei verdienen wir uns Boni wie mehr Stauraum für kontaminierte Gegenstände, Vorteile als Rogue-Agent und höhere Drop-Chancen. Das motiviert zusätzlich zur Aussicht auf gute Beute, hin und wieder einen Ausflug in die Dark Zone zu unternehmen. Vor allem, da jetzt nur noch ausgewählte Gegenstände kontaminiert sind und ausgeflogen werden. Der restliche Loot kann direkt eingesackt und verwendet werden.

Wer ein klassisches PvP-Erlebnis sucht, kann sich in den sogenannten Konflikt-Modus stürzen. Hier messen wir uns auf speziellen Karten im Team-Deathmatch oder Domination-Modus mit anderen Spielern. Dabei treten jeweils zwei Teams aus vier Spielern gegeneinander an. Auch im organisierten PvP kommt die Normalisierung zum Einsatz, um eine faire Auseinandersetzung zu gewährleisten. Die Zahl der Maps ist mit drei bislang recht überschaubar. Aber immerhin sind die Karten diesmal anders als im Vorgänger eigens für den PvP-Modus entworfen.

Schwarze Invasion

Nach dem Ende der Kampagne bleibt aber nicht nur das PvP als Beschäftigung. Kurz nachdem wir die Festungen der drei feindlichen Fraktionen eingenommen und Washington zu einem friedlicheren Ort gemacht haben, fällt mit den Black Tusk ein neuer, gefährlicher Gegner in der Stadt ein. Zu diesem Zeitpunkt beginnt das Spiel im Grunde ein zweites Mal. Die Black Tusk spielen ihre Stärke nicht nur auf den Straßen der US-Hauptstadt aus, sondern besetzen einige der befreiten Hauptmissionen und Festungen. Diese gehen wir daher mit neuen Missionszielen und stärkeren Gegnern erneut an.

Nach dem Ende der Kampagne schalten wir die Spezialisierungen frei, mit denen wir unseren Agenten auch mit Stufe 30 noch weiter ausbauen können. Quelle: PC Games Nach dem Ende der Kampagne schalten wir die Spezialisierungen frei, mit denen wir unseren Agenten auch mit Stufe 30 noch weiter ausbauen können. Die offene Spielwelt wird unterdessen noch dynamischer. Alle vier Fraktionen sowie die Zivilisten kämpfen aktiv um Kontrollposten. So wechseln die Stützpunkte häufig auch ohne Zutun des Spielers ihren Besitzer. Mit Kopfgeldmissionen machen wir zusätzlich Jagd auf besonders starke Gegner. Das alles dient natürlich dazu, unsere Ausrüstung immer weiter zu verbessern. Wie im Vorgänger steigern wir ab Maximalstufe 30 unseren Ausrüstungswert und steigen so nach und nach im sogenannten Weltrang auf. Dadurch bekommen wir es wieder mit stärkeren Gegnern zu tun, die wiederum bessere Ausrüstung fallen lassen. Auf diese Weise bleibt die Motivation lange sehr hoch.

Dazu tragen auch die neuen Spezialisierungen bei. Nach Abschluss der Kampagne wählen wir aus, ob wir unseren Agenten zum Zerstörungsexperten, Überlebensexperten oder Präzisionsschützen weiterentwickeln wollen. Jede dieser Spezialisierungen verfügt über eine spezielle individuelle Waffe, die wir zusätzlich zu den zwei üblichen Knarren ausrüsten. In einem Talentbaum schalten wir zudem weitere Perks und Boni passend zur gewählten Spezialisierung frei. Die dafür benötigten Punkte verdienen wir uns durch Stufenaufstiege und abgeschlossene Aktivitäten. Mit unglaublichem Detailreichtum und toller Lichtstimmung versprüht auch das sommerliche Washington eine unvergleichliche Atmosphäre. Quelle: PC Games Mit unglaublichem Detailreichtum und toller Lichtstimmung versprüht auch das sommerliche Washington eine unvergleichliche Atmosphäre.

Schönheitsfehler

Abgesehen von der schwachen Story machen sich die Makel von The Division 2 vor allem auf technischer Seite bemerkbar. Zwar ging der Release relativ reibungslos und ohne nennenswerte Server- oder Verbindungsprobleme über die Bühne, dennoch gab es noch ein paar lästige Bugs, die die Entwickler in den ersten Tagen auf Trab halten. So schlich sich kurz nach Start ein gemeiner Fehler ein, der teilweise ganze Skills unbrauchbar werden ließ. Das Problem wurde größtenteils inzwischen behoben, andere warten aber noch auf Behebung. So hatten wir es vereinzelt mit leichten Soundfehlern zu tun. Da wurden mal Audiologs nicht abgespielt oder die Stimme eines NPCs vor uns klang, als wäre sie 100 Meter weit entfernt. Auch manche Sammelgegenstände scheinen aufgrund von Glitches derzeit nicht erreichbar zu sein.

Kaum haben wir die Stadt befreit, machen sich neue dunkle Gestalten in Washington breit. Die Black Tusk sind die Hauptbedrohung während des Endgames. Quelle: PC Games Kaum haben wir die Stadt befreit, machen sich neue dunkle Gestalten in Washington breit. Die Black Tusk sind die Hauptbedrohung während des Endgames. Auf der PS4 fallen vor allem die nach wie vor deutlich sichtbaren Probleme mit dem Rendering auf. Aufploppende Objekte und sehr spät nachladende Texturen sind hier leider selbst auf der PS4 Pro an der Tagesordnung. Was besonders schade ist, da die Grafik an sich sehr hübsch anzuschauen ist und mit viel Liebe zum Detail eine glaubhafte Spielwelt auf den Bildschirm zaubert. Dafür sorgen auch die stimmungsvollen Lichteffekte, die je nach Tageszeit und Wetter die Szenerie in unterschiedliche Atmosphären tauchen. Ein wenig mehr Mühe hätten sich die Entwickler dafür mit den Spielmenüs geben können. Diese fallen noch verschachtelter aus als im Vorgänger. Nach einer Weile gewöhnt man sich aber daran.

Am Ende überwiegt dennoch das hervorragende Spielgefühl eines gut funktionierenden Online-­Abenteuers, das mit seiner Masse an Inhalten offenbar alles wieder gut zu machen versucht, was sein Vorgänger zum Launch hat vermissen lassen. Das Kampfsystem, die Item-Spirale und das verständliche, aber doch komplexe Charaktersystem greifen wunderbar ineinander. Die taktischen Kämpfe werden dank der schlauen Gegner so schnell nicht langweilig. Massive Entertainment und Ubisoft ist hier ein Paradebeispiel zum Thema "Aus den Fehlern der Vergangenheit lernen" gelungen, von dem andere Entwickler gerne lernen dürfen.

Meinung und Wertung

Meinung

Wertung zu Tom Clancy's The Division 2 (PC)

Wertung:

9.0 /10

Wertung zu Tom Clancy's The Division 2 (PS4)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Tag/Nacht-Zyklus und dynamisches Wetterdetailreiche Umgebungen und Lichtstimmung sorgen für AtmosphäreLoot motiviert von Anfang andynamisch belebte SpielweltWashington steckt voller Details und sehenswerter OrteAktivitäten sorgen für andauernde BeschäftigungUnterschiedliche Gegner mit individuellen VorgehensweisenKI mit gutem Stellungsspiel und Vorgehen gegen Spielerviel Experimentierspielraum bei Skills und ItemsEndgame mischt Karten mit neuer Fraktion neuSpezialisierungen ab Level 30Für Solo- und GruppenspielerTolles Environment-StorytellingDrei Dark Zones sorgen für Abwechslunggesonderter PvP-Modus
Story wird nie wirklich interessantCharaktere bleiben blassStummer Protagonistnoch ein paar BugsMenü zu verschachteltspät ladende Texturen (PS4)
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