Völlig überraschend kündigte Ubisoft auf der E3 Pressekonferenz zusätzlich zu Rainbow Six eine weitere Tom Clancy Marke an: Ghost Recon: Wildlands verschlägt die geheime Armeeeinheit nach Bolivien in eine offene Welt.
Im Vorfeld der E3 2015 verspotteten viele den Trend, Ankündigungen schon vor der Messe zu enthüllen oder anzuteasern. Dadurch seien alle Überraschungen versaut worden, kritisierten Fans. Doch in Wirklichkeit gab es noch eine ganze Menge zu sehen! Gerade Ubisoft konnte noch was "aus dem Ärmel schütteln": Neben South Park: The Fractured but Whole und For Honor kündigte der französische Publisher auch ein neues Tom Clancy Spiel an: Ghost Recon: Wildlands.
Kampf gegen Drogen
Seit drei Jahren arbeitet Ubisoft intern am neuen Teil der Ghost-Recon-Serie. Dass es so lange mit der Geheimhaltung geklappt hat, ist fast ein Wunder – in Zeiten in denen die meisten Spiele vorab durch Unbedarftheiten geleakt werden.
Quelle: Ubisoft
Von der Wüste bis zum Regenwald: Bolivien bietet eine riesige Spielwelt.
In der Geschichte von Wildlands ist Bolivien zum weltweit größten Drogenexporteur geworden. Die Regierung und das Militär sind korrupt und unterwandert von Kartellen und gucken bei den Verbrechen der Narcos einfach zu. Die supergeheime Ghost-Einheit soll es richten – sie ist "hinter feindlichen Linien" um Ordnung ins Chaos zu bringen. In einer Demo-Mission soll unsere Einheit einen bekannten Drogenhändler schnappen und nach Informationen zur größten Drogen-Logistikerin ausquetschen.
Vier Spieler treten in Wildlands immer zusammen gegen das Drogenkartell an. In unserer Demo starten sie an unterschiedlichen Punkten der offenen Welt. Und die ist wirklich riesig: Einer der Spieler tummelt sich gerade auf einem Berggipfel. Dort bekommt er zufällig ein Funkgespräch einiger nahe gelegener Soldaten mit und macht sie im Nahkampf kalt. Einen der Soldaten verhört er brutal. Er verrät, dass unsere Zielperson kein einfacher Fang wird: Die Kartelle haben den untersetzten Typen im Verdacht ein Spitzel zu sein – und ihn daher in einer ihrer Festungen gefangen genommen.
Quelle: Ubisoft
Mit Fahrzeugen und Flugzeugen kommt man schnell rum.
Hätten wir diese Information nicht vorab eingesammelt, wären wir später vermutlich von der Befestigung und Bewachung des Camps überrascht worden. An vielen anderen Stellen im Spiel sorgen solche optionalen Erkundungen für zusätzliche Informationen. Natürlich hätten wir aber auch einfach mit gezogenen Waffen in das Lager rennen können. Nun haben wir aber eine bessere Taktik: Ein anderer Spieler besorgt einen Fahrbaren Untersatz. Oder viel eher: Einen flugbaren. Denn um den Wachen am Boden aus dem Weg zu gehen, wollen wir lieber aus der Luft angreifen. Wildlands bietet dafür eine Vielzahl von Fahrzeugen: Mit Motorrädern und Buggies geht es in der Wüste besonders geländegängig voran, auf Straßen steigt man am besten ins Auto um. Die Lüfte werden von Helikoptern und Flugzeugen bevölkert. Offene Welt, steuerbare Fahrzeuge – alles ein Novum in Ghost Recon!
Teamplay ist alles
Quelle: Ubisoft
Koop für vier Spieler: Wildlands ist ganz elementar auf Teamplay getrimmt.
Die vier Spieler haben sich nach einer Zeit in zwei Gruppen aufgeteilt. Ein Hubschrauber des korrupten Militärs steht auf einem Flugfeld nahe eines Dorfes, das haben die Ghosts in einer vorherigen Mission erfahren. Der wird aber gut bewacht. Zeit für eine kleine Ablenkung! Während das eine Team sich im hohen Gras, das ums Dorf herum wächst, versteckt, liegt das zweite auf einem nahe gelegenen Hügel. Mit einem Snipergewehr wollen wir Trubel in die Checkpoints bringen. Aus der Ferne erschießen die zwei erst einen Narco, dann einen Polizisten. Beide Fraktionen gehen davon aus, dass das Feuer vom jeweils anderen kommt – und gehen nun aufeinander los. Solche Fehden untereinander kann man geschickt ausspielen oder auch direkt Rebellen involvieren.
Während sich die Beamten und die Narcos am Checkpoint unter Feuer nehmen, kann unser Eingreifteam ohne Gegenwehr zum Helikopter vordringen – und holt die Sniper einfach auf dem Berg ab.
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Mit dem Helikopter infiltrieren wir eine Basis aus der Luft.
Aber auch die Exfiltration will gut geplant sein: Als der Heli über dem Zielgebiet kreist, springen zwei Spieler per Fallschirm ab. Das sieht nicht nur wunderbar aus, sondern ist auch der beste Weg, um lautlos irgendwo einzudringen. Zwei bleiben im Hubschrauber: Einer fliegt, der andere soll von oben Feuerschutz geben. Er sitzt daher an einem MG-Geschütz. Und das werden wir auch brauchen. Denn das Bodenteam hat massive Bewegungen markiert. Mehr als zehn Feinde beschützen ihren Gefangenen. Doch mit der Luftunterstützung haben sie nicht gerechnet: Schon nach kurzer Zeit ist das Gefecht gelaufen und unsere Zielperson ist befreit. Aber nicht lange: Weil Unterstützung schon auf dem Weg ist, müssen wir ihn schnell zu einer Landezone bringen. Weil der Heli in diesem Gebiet nicht runter kann, verfrachten wir ihn einfach in den Kofferraum – lustig.
Mit dem schweren Lincoln cruisen wir nun also durch die Welt von Wildlands, verfolgt von Soldaten und Söldnern. Und da dämmert uns erst, wie riesig diese Welt ist: Sie erstreckt sich über Wüsten, tropische Gefilde und Berggipfel. Das offene Gameplay erinnert sogar ein wenig an GTA – denn Missionen kann man machen, wann und wie man will.
