Top Spin 4 im Gamezone-Test

Test Thomas Pfnür

Gelegenheitsspieler ohne große Ansprüche können einen Blick riskieren, der Rest kann die Wii-Umsetzung einfach ignorieren.

Harte Karriere und lustige Party

In punkto Umfang macht Top Spin 4 eigentlich nicht wirklich viel verkehrt. So findet ihr 25 aktuelle Spieler und Tennislegenden, sowie über 40 reale, aber auch fiktive Tennisplätze auf dem Datenträger. Und auch was die Spielmodi betrifft, bietet der Titel eigentlich genug, um sich über Monate damit zu beschäftigen.

Top Spin 4 Top Spin 4 Während mit dem berühmten schnellen Spiel mit einem beliebigen Spieler, an einem beliebigen Spielort und nach beliebigen Spielregeln eher der Gelegenheitsspieler angesprochen wird, ist der Karrieremodus der Zeitvertreib für einige Monate. Übrigens nun auch auf Wii, wenn auch etwas abgespeckter und bei weitem nicht so tiefgängig wie in den anderen Versionen. Typisch für diese Spielvariante: Das anfängliche Erstellen eines Spielers. Nachdem ihr euch für ein Geschlecht, ein Aussehen und diverse Ausrüstungsgegenstände, wie Kleidung, Schläger usw., entschieden habt, geht es ans Erfüllen des eigentlichen Ziels. Schritt für Schritt gilt es, sich zur Nummer 1 der Weltrangliste und irgendwann vielleicht sogar zu einer Legende der Tennisszene hochzuarbeiten. Wichtig um hier überhaupt erfolgreich zu sein, ist das Training und im späteren Verlauf dann auch die Auswahl des für euch zuständigen Trainers. Aber nicht nur, denn natürlich müsst ihr euch parallel dazu schon anfangs in diversen Turnieren behaupten. Meist sind dies zu Beginn nur fiktive, kleine Wettkämpfe, später kommen dann aber auch die bekannten Grand Slam-Turniere, wie Wimbledon, US Open oder Roland Garros in Paris, hinzu. Übrigens waren die Entwickler gerade bei den fiktiven Plätzen sehr kreativ. Wolltet ihr schon immer mal in einer Hotellobby in Dubai Tennis spielen? In Top Spin 4 kein Problem. Und genau diese ausgefallenen Spielorte, samt den diversen Herausforderungen - beim Training oder während der Matches - sind es dann auch, die etwas Abwechslung in das sonst vom Turnieralltag bestimmte Karriereleben bringen.

Nichtsdestotrotz ist das Hauptaugenmerk natürlich die Weiterentwicklung des eigenen Alter Egos. Training, Spiele oder Aufgaben bringen Punkte, welche wiederum in die eigenen Fähigkeiten mit Hilfe von Paketen - in der Art von Serve & Volley, offensives Spiel oder defensives Grundlinienspiel - investierte werden müssen. Höhere Skills bringen auf Dauer größere Erfolge, damit wiederum bessere Ranglistenplätze, damit wiederum neue Turnierteilnahmen usw. usw. - der Karrieremodus bietet im Großen und Ganze eigentlich genau das was er bieten soll. Leider krankt es aber auch etwas an der Präsentation. Selbige gibt sich durch die aufgeräumte Menüstruktur zwar sehr übersichtlich, gleichzeitig fehlt es aber auch an diesem gewissen Extra. Andere Sportumsetzungen, sogar von 2K Sports, haben es ja schon gezeigt, wie man es besser machen kann. Pressekonferenzen, Verhandlungen mit Werbepartner oder Geschichten abseits des Platzes hätten hier deutlich dazu beitragen können, diese Spielvariante etwas motivierender zu machen. Ist aber nicht, stattdessen kämpft man öfters als einem lieb sein kann gegen die sich immer mal wieder einstellende Langeweile.

Deutlich weniger langweilen wird sich der Spaß suchende Multiplayer-Fan mit der Spielvariante Tenniskönig. Ein simples, trotzdem lustiges Partyspiel, dessen einziger Inhalt es ist, sich in kurzen Tie-Break-Matches gegen immer wieder neue Herausforderer durchzusetzen. Natürlich kann das Ganze auch gegen die CPU gespielt werden, am meisten Laune ins heimische Wohn- / Kinderzimmer bringt man aber, wenn man sich bis zu 4 (PS3, Xbox360) bzw. 7 (Wii) menschliche Mitstreiter sucht. Dann ist Stimmung angesagt - und Ärger mit dem Nachbarn.

Kaum Stimmung wird bei Wii-Usern angesagt sein, wenn sie auf der Suche nach einem Online-Modus nicht fündig werden. Top Spin 4 für die Wii muss nämlich komplett ohne Spiele via Internet auskommen oder anders: Der Online-Modus ist PS3- bzw. Xbox360-exklusiv. Ob dies jetzt allerdings ein großer Vorteil ist, darf aufgrund der technisch auf diesen Plattformen eher mageren Umsetzung durchaus mit einem Fragezeichen verknüpft werden. Zwar bietet euch Top Spin 4 in den Next-Gen-Varianten die Möglichkeit euere Offline-Karriere auch Online im so genannten World-Tour-Modus fortzuführen, ihr habt auch die Möglichkeit mit einem der lizenzierten Stars, wie Becker, Agassi und Co., um einen Online-Turniersieg zu kämpfen, diverse Ranglisten, Lobbies usw. sind auch wieder vorhanden, aber andererseits waren wir während unserer Testsession kaum im Stande mal ein Match ohne nervige Lags bzw. Verzögerungen zu bestreiten.

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