Gelegenheitsspieler ohne große Ansprüche können einen Blick riskieren, der Rest kann die Wii-Umsetzung einfach ignorieren.
Tennis wie im TV?
Tennis wie im TV? Auf der Wii ganz sicher nicht. Hier strotzt die Grafik vor allem mit einem, nämlich mit Mittelmäßigkeit. Zwar sehen die Animationen ganz nett aus und laufen auch durchgängig flüssig, dafür gibt es kaum Details beim Spieler- und Platzdesign und vor allem der Hintergrund ist mal wieder ein absoluter "Weggucker". Auch in punkto Präsentation muss man auf der Wii mit einer stark abgespeckten Version leben.
Top Spin 4
Deutlich mehr, aber das liegt wohl mittlerweile wirklich schon in der Natur der Sache, gibt es natürlich auf PS3 und Xbox360 zu beobachten. Beginnend bei den wirklich realistisch implementierten Bewegungsabläufen über die sehr schön gezeichneten Spieler - mit dem entsprechend hohen Wiedererkennungsfaktor bei den diversen Tennisstars - bis hin zu den teilweise sehr Detailverliebt integrierten Original- bzw. Fiktivplätzen, kann der Titel in vielen optischen Bereichen durchaus begeistern. In vielen Bereichen gibt es aber auch enormen Anlass zur Kritik. Die Präsentation z. B. ist zwar passend und bietet viele Zwischensequenzen, dafür ist sie über weite Strecke aber auch sehr bieder, kann kaum mit Überraschungen aufwarten und glänzt recht schnell mit dem Wiederholungseffekt, d. h. nach wenigen Spielen hat man irgendwie alles schon mal gesehen. Noch schlimmer die Zuschauer bzw. das was als solches bezeichnet werden will. Hässlich - mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Und warum wurden Schiedsrichter, Linienrichter und Balljungen überhaupt integrierte, wenn sie nicht mal korrekt animiert wurden? Ebenfalls richtig schwach, ist die optische Veränderung des Platzes während eines Matches. Spieler hinterlassen nun mal z. B. auf einem Sandplatz während einer gewissen Spielzeit ihre teilweise heftigen Spuren - nicht so in Top Spin 4. Überhaupt merkt man der Grafik deutlich an, dass sie immer noch auf der mittlerweile auch schon ein paar Jährchen alten Engine des Vorgängers basiert. Da überrascht es dann natürlich umso mehr, dass man trotzdem neben einigen heftigen Rucklern, gerade bei Totalschwenks über den Court, auch noch mit teilweise extrem langen Ladezeiten leben muss.
Besser schneidet da in punkto Technik dann doch der Sound ab, ist es doch genau er der eine wirklich gute Tennisstimmung verbreiten kann. Zwar ist hier auch nicht alles Gold was glänzt, und so kann man z. B. die Hintergrundmusik innerhalb des Menüs nach spätestens fünf Minuten schon nicht mehr hören, dafür begeistert aber die absolut stimmig integrierte akustische Unterstützung der Fans vom ersten Spiel weg. Was hier bei Ballwechseln gejubelt und stimmlich mitgegangen wird, braucht sich hinter der Realität kaum zu verstecken.
