Total War Pharaoh im Test: Griff nach der Strategiekrone!
Test
Wenn der Weg auf den Thron erst der Anfang ist: Erobert in Total War: Pharaoh das Alte Ägypten, übersteht Katastrophen und Invasionen fremder Völker. Wieso Creative Assemblys Strategiespiel die Serie nicht neu erfindet, aber wichtige Schwerpunkte anders setzt, erfahrt ihr im ausführlichen Test.
In den Gebieten im Westen ist eine Seuche ausgebrochen. Die Provinzen entlang des Nils plagen sich mit Überschwemmungen herum. Obendrein treiben auch noch marodierende Plünderer im Süden ihr Unwesen. Dies sind nur einige Aufgaben, mit denen wir uns in Creative Assemblys Strategiebrocken Total War: Pharaoh im Spielverlauf herumärgern. Der neue Teil der inzwischen über 20 Jahre alten Traditionsserie führt uns ins Alte Ägypten. Hier müssen wir nicht nur die Macht als Pharao sichern, sondern auch unser Volk halbwegs sicher durch die Wirren der ausgehenden Bronzezeit leiten.
Variabel, aber dennoch komplex
Creative Assemblys präsentiert Total War: Pharao (jetzt kaufen 31,99 € ) zunächst als einsteigerfreundlich. Anfängern seien die sinnvoll unterteilten Tutorial-Missionen ans Herz gelegt. Auch wenn diese in puncto Präsentation arg trocken daherkommen, geben sie doch einen guten Überblick über das Geschehen. Optional aktivieren wir auch einen Berater, der sich regelmäßig in Spielsituationen einmischt und mehr oder minder sinnvolle Ratschläge abgibt. Zudem bietet das Spiel weitere Hilfefunktionen wie aufpoppende Erklärtexte.
Creative Assembly gibt sich redlich Mühe, Total War: Pharaoh für die breite Masse zu öffnen. Das gelingt allerdings nur teilweise. Zum einen entsteht aufgrund der Vielfältigkeit an Hilfefunktionen und Texteinblendungen schnell ein Durcheinander aus sich überlappenden Fenstern, das es immer wieder zu entwirren gilt.
Zum anderen schlagen wir uns in den ersten Partien mit den Namen der weit über 50 Fraktionen und der Provinzen herum. Der Diplomatie-Bildschirm wird daher schnell zur zweiten Heimat, um Stärke der Völker oder auch deren Verbindungen und Beziehungen zu verstehen.
Schnelle Entscheidungen gibt es in Total War: Pharaoh nicht, und das Spiel schafft es auch nicht immer, alle für den Moment wichtigen Informationen übersichtlich auf den Bildschirm zu bringen.
Besser gefallen uns dagegen die neuen Einstellungsoptionen für die Kampagne. Mit Reglern für grundsätzliche Werte wie dem Startbudget oder dem Ressourcenvorkommen und weiteren Auswahlpunkten wie etwa für die verfügbaren Gottheiten oder dem Verhalten der Computer-KI passen wir unser Spielerlebnis selbst an.
Quelle: Medienagentur plassma
Diese Optionen verleihen dem Spiel in Verbindung mit den Eigenschaften und Eigenheiten der acht Anführer einen enormen Wiederspielwert. Gerade Aspekte wie die Aggressivität der KI-Kommandanten beeinflussen die Spieldynamik enorm und machen im Zweifelsfall den Unterschied zwischen entspanntem Herrschaftssimulator und hektischem Strategieepos aus.
Im Test scheiterte eine Partie etwa nicht nur, weil wir uns mit Möchtegern-Monarch Seti zu sehr auf die rasche Expansion versteiften, sondern weil auch seine Noch-Ehefrau Tausret diese Schwäche erkannte und uns postwendend im ersten Drittel der Partie auseinandernahm.
Ewig lange To-do-Liste
Die Kampagne ist gespickt mit kleinen und großen Aufgaben. Zunächst einmal optimieren wir die Wirtschaft und sorgen für regelmäßigen Nachschub bei Ressourcen wie Nahrung, Holz, Stein oder Bronze. Gold dient sowohl als Zahlungsmittel für besondere Einheiten als auch als Tauschmaterial im Handel.
Zu diesem Zweck bauen wir in Städten und Siedlungen die dortige Infrastruktur aus, kümmern uns aber auch um die Verteidigung, indem wir Garnisonen platzieren. Denn man weiß nie, wann der nächste Überfall oder der nächste Krieg drohen!
Wie für die Total-War-Serie üblich, verläuft das übergeordnete Management des Reichs in Runden. Es gibt hier also keinen Zeitdruck. Damit wir keine unserer vielen Aufgaben vergessen, gibt es weiterhin eine praktische Erinnerungsfunktion.
Trotzdem gestaltet sich Total War: Pharaoh insgesamt kleingliedriger als zuvor. Neben Städten und Siedlungen kommen nun auch Außenposten hinzu, die innerhalb der Provinzen unterschiedliche Effekte mit sich bringen. Eine Tempelanlage etwa erhöht die Zufriedenheit unserer Untertanen, was gerade in frisch besetzten Regionen das Risiko auf eine Rebellion reduziert.
Militärische Außenposten können dagegen umliegende Städte mit Truppen im Falle einer Belagerung verstärken. Die Expansion des eigenen Reichs erinnert stark an die Vorgänger: Wir ziehen unsere Truppenverbände über die Karte, rekrutieren Einheiten nach und entscheiden, ob wir die Schlachten selbst in Echtzeit austragen oder sie simulieren lassen.
Total War: Pharaoh unterfüttert unsere Herrschaftsambitionen mit neuen Zielen. Kurzfristig kommen hier sogenannte Bestrebungen ins Spiel.
Bildergalerie
Dabei handelt es sich um Nebenaufgaben wie beispielsweise das Erobern einer bestimmten Anzahl an Provinzen innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens. Dem übergeordnet stehen der Weg zur Macht und das Sammeln von Siegpunkten. Um überhaupt als Großkönig in Betracht zu kommen, müssen wir ausreichend Legitimation ansammeln.
