Nicht nur im Kino ein Hit, auch auf den Konsolen machen Woody und seine Freunde eine richtig gute Figur!
Der "Toy Story" Film von Pixar ist kein gewöhnlicher Animationsfilm, sondern ein Meilenstein der Kinogeschichte. Er gilt als erster abendfüllender und computeranimierter Kinofilm und ebnete den Weg für ein völlig neues Genre. Seit kurzem tummeln sich die liebevollen Spielzeugfiguren wieder in den Lichtspielhäusern und begeistern die Besucher sogar im neumodischem 3D. Völlig ohne Brillen vergnügen sich aber nicht nur Kinder im heimischen Wohnzimmer, sondern auch jung gebliebene Erwachsene mit einer passenden Umsetzung für die Heimkonsolen. Vergesst den abschreckenden Mythos der Lizenzspiele - die Disney Interactive Studios servieren uns das bisher beste Filmspiel des Jahres und kann damit fast schon in der Oberliga mitmischen!
Toy Story 3
Für den einen oder anderen mögen das schier unglaubliche einleitende Worte sein, doch die anfängliche Skepsis gegenüber "Toy Story 3 - Das Videospiel" verfliegt geradezu im Flug wie die Stunden, die man bestens unterhalten vor der Konsole verbringt. Kaum eingeschaltet, die Logos weggeklickt und das Spiel gestartet, beginnt eine aberwitzige Abenteuerreise, welche sich natürlich an der Kinovorlage orientiert. Der charismatische Cowboy Woody, seine charmante Freundin Jessie, der halsbrecherische Buzz und all die weiteren Helden der letzten beiden Filme erleiden das Schicksal eines jeden alt gewordenen Spielzeugs: Nachdem die Besitzer ihren Kinderschuhen entwachsen sind, liegt das liebgewonnene Spielzeug nur noch in einer Kiste herum. Dies führt letztendlich dazu, dass unsere Freunde unter anderem dem Kindergarten Sunnyside einen Besuch abstatten und gar bei der Nachbarin verhexte Ausflüge erleben!
Es war einmal ...
Toy Story 3
Der normale Storymodus, welcher mit insgesamt acht zum Teil recht kurzen Welten zugegebenermaßen nicht gerade umfangreich und leider auch schon in wenigen Stunden durchgespielt ist, schnappt sich einige sehr markante Szenen des Animationsstreifen und poliert diese spielerisch auf. Die Geschichte wird nur umrissen, doch der rote Faden ist dank der zahlreichen Kommentare und Nacherzählungen der witzigen Figuren am Spielbrett (fungierend als Levelauswahl und Menü) und den herrlichen Videosequenzen deutlich erkennbar. Wer vorab unbedarft ins Kino gehen möchte, sollte daher vorerst die Finger vom Spiel lassen und sich auf ein gelungenes Déjà-vu hinterher freuen. Soviel sei an dieser Stelle zum Videospiel und dem Kinofilm bezüglich des Inhaltes gesagt: Woody, Buzz, Rex und Co. durchleben wirklich harte Zeiten - aber so ist das nun einmal, sobald die Kids zu Teenies werden und aufs College gehen!
Toy Story 3
Wie gesagt, alle Feinheiten werden euch sicherlich nicht aufgetischt und so ist es nur gut und recht, wenn man sich vorab mit dem Film auf das Spiel einstimmt. Anschließend sinniert man über das Gesehene nach, während man die abwechslungsreichen Passagen meistert. Die Schauplätze sind wahrlich gut gewählt und sorgen nicht nur für eine optische, sondern auch spielerische Abwechslung. So startet man mit einem halsbrecherischen Wild Wild West Abenteuer, zu Pferde im Galopp wie einst Crash Bandicoot Hindernisse ausweichend und bisweilen mit kniffligen Plattformpassagen ins Schwitzen kommend. Weiter geht es mit einer äußerst gelungenen Weltraummission mit unserem Zorkkiller Buzz in der Hauptrolle, was stark an Spiele wie "Jet Force Gimini" oder den Nintendo-Helden Starfox erinnert. Weitere Hüpfszenen wechseln sich alsbald mit Schleichmissionen und einigen witzigen Minispielen ab. Bisweilen habt ihr alle Hände voll zu tun. Denn die drei spielbaren Charaktere verfügen über spezielle Fähigkeiten. Woody schwingt das Lasso und überwindet damit gähnende Abgründe, Jessie findet auch auf schmalen Vorsprüngen halt und Buzz mimt den kopflosen Ballermann!
Toy Story 3
Während der Planung und schlussendlich Realisierung der acht Level haben die Entwickler sicherlich jede Menge Spaß gehabt und sich bisweilen auch an ihre eigene Kindheit erinnert. Mancher Ausflug könnte der uferlosen Fantasie spielender Kids entsprungen sein und begeistert mit einer gelungenen Abmischung aus kniffligen Geschicklichkeitspassagen, kleinen Denkaufgaben und gewieften Fallen. In Zorks Festung sorgen z. B. mechanische Foltergeräte für flotte Sprints in die Sicherheit, später müssen Batterien für ein Raumschiff ergattert werden und hin und wieder gilt es Kisten zu schieben, um unerreichbare Gebiete zu erklimmen oder Schalter zu betätigen. Mancher Level ist gar wirr und skurril, wie es halt nur bei spielendem Nachwuchs der Fall ist! Das gefällt, mit kunterbuntem aber zielsicheren Design und einer gehörigen Portion an Abwechslung. Dazu kommt ein typischer Humor, welcher dank der deutschen Synchronsprecher ins Ohr geht. Einige bekannte Stimmen ("Uhhhhhh 3D"), aber auch manche Ersatzleute verrichten superbe Arbeit und hauchen den virtuellen Spielfiguren so richtig Leben ein, während der Filmscore für eine gelungene, wenn auch nicht sonderlich abwechslungsreiche akustische Untermalung sorgt.
