Nicht nur im Kino ein Hit, auch auf den Konsolen machen Woody und seine Freunde eine richtig gute Figur!
Ab in die Spielzeugkiste mit euch
Während der Sohnemann vergnüglich mit Woody, Buzz und Co. durch die bunten Welten rennt und die Geschichte hoffentlich noch zum Guten wendet, kann Daddy hinterher die Aufräumarbeit leisten und diverse Karten, Sammelitems sowie Moneten abstauben. Klar winken auf den entsprechenden Konsolen einmal mehr Achievements, doch vielmehr wird dadurch die umfangreiche Spielzeugkiste randvoll mit diversen Objekten, neuen Charakteren und Accessoires gefüllt. Diese "Box" kann, was sicherlich etwas abwegig klingt, als Herzstück von "Toy Story 3 - Das Videospiel" bezeichnet werden!
Toy Story 3
Damit ist nun nicht Woodys Schicksal gemeint, welches zu Beginn des dritten Kinofilms und somit auch des Spiels noch droht, sondern die Virtualisierung des Kinderzimmers. Früher baute man noch Häuser aus Pappmaschee und buntem Papier und sorgte mit gehäkelten Kleidern für eine üppige Garderobe der Plastikfiguren. Heutzutage fordert Disney euch auf, die Rolle des Sheriffs zu übernehmen und eurer Fantasie im Spiel freien Lauf zu lassen. Die anfängliche Westernstadt, welche später mit zahlreichen weiteren Themengebieten ordentlich aufgemöbelt und vor allem erweitert werden kann, bietet eine Spielwiese der Freiheit, in welcher man sich völlig ungezwungen austoben kann. Erforscht das weitläufige Terrain, sammelt diverse Items, unterhaltet euch mit den zahlreichen aus den Filmen und gar anderen Disney Produktionen bekannten Charakteren, baut neue Gebäude und Häuser und gestaltet mit diversen Editoren die Stadt, wie es euch gefällt!
Quelle: Walt Disney Company
Toy Story 3
Nach nur wenigen Minuten ist eines klar: Die Spielzeugkiste gleicht einem kindgerechten GTA aufgrund einer völlig offenen Spielwelt, zahlreichen kleinen Aufgaben und vielfältigen Möglichkeiten, die von einfachen Plattformabenteuern bis hin zu Pistenduellen reichen. Zahlreiche Missionen sollen langfristig unterhalten, da vielen Bewohnern tatsächlich der Schuh drückt - deutlich sichtbar aufgrund eines überdimensionalen Ausrufezeichens über dem Kopf der jeweiligen Person. Mal möchten jemand neue Kleider haben, ein anderes Mal wird der Pinsel für einen frischen Anstrich der Bretterbuden geschwungen. Weitere Items wie eine Spitzhacke sorgen zusätzlich für neue spielerische Möglichkeiten, z. B. dem Abbau von Gold.
So witzig die Idee auch sein mag, ein gewaltiger Haken trübt dennoch den Langzeitspaß! Denn wirklich umfangreich fallen die Aufgaben nie aus und nach nur wenigen Stunden mangelt es gewaltig an Abwechslung. Es ist immer und immer wieder dasselbe zu tun - langweilig! Bisweilen geben sich die Auftraggeber zudem recht wortkarg, was der Lösung der Mission nicht immer sonderlich dienlich ist!
Würdige Präsentation
Toy Story 3
Auf dem ersten Blick und vor allem spielerisch steht die Wii-Version den HD-Konsolen in nichts nach und bietet denselben grandiosen Spielumfang inklusive des kurzen Storymodus und der ausufernden Spielzeugkiste. Auch der Koopmodus ist mit von der Partie! Technisch wiederum tun sich altbekannte Differenzen auf. Bezogen auf die jeweiligen Plattformen macht der Titel aber jeweils eine sehr gute Figur. Wasserreflexionen, Lichtspielereien und hübsche Explosionen verzaubern das Spielerherz und die angenehm kunterbunte Präsentation fängt gekonnt den Charme der Filme ein. Nur die niedrige Auflösung des Wii-Bildes sorgt bisweilen für dezent kantige Figuren und leider bekommt diese Version bei Ereignissen oder heftigeren Auseinandersetzungen regelrecht Schluckauf.
Deutlich flüssiger wenn nicht gar völlig ruckelfrei laufen daher die HD-Varianten, wobei sich Woody und Co. wiederum mit der Fernbedienung und dem Nunchuk (zwingend erforderlich) einen Tick präziser manövrieren lassen. Dies mag unter anderem am HD-Timing liegen, doch insgesamt kann man mit der Handhabe überall nahezu zufrieden sein und kommt für gewöhnlich recht schnell zurecht. Einzig allein der Kameramann ist bisweilen nervig und lässt sich dann auch oftmals nicht nachkorrigieren. Wirklich selten wirkt das Spiel daher wirklich frustrierend, weil eine Aktion zu spät oder gar nicht ausgelöst wird oder die Perspektive jegliches Anpeilen der Zielplattform unmöglich macht.
