Der Microsoft Train Simulator kann endlich in den Ruhestand gehen, Railworks ist da!
Train Simulator: Railworks 2010
Was die Grafik und den Sound angeht kann "Railworks" den Microsoft Train Simulator leicht ausstechen. Wie sieht es aber mit dem Realitätsgrad der Fahrzeugbedienung aus? Hier hat sich leider nicht allzu viel getan. Zwar wurde mittlerweile dank der Mithilfe von Aerosoft ein vorbildgetreues deutsches Signalsystem eingeführt, allerdings sind die Zugbeeinflussungssysteme immer noch nicht vollständig umgesetzt. Einzig die InduSi/PZB wurde rudimentär eingebaut, das britische Pendant dazu war ja schon im Vorgänger enthalten. Hier wird es nun wirklich an der Zeit die entsprechenden Systeme im Simulator abzubilden, da dies den Spielspaß enorm erhöhen würde. Glücklicher Weise hat der Entwickler die Implementierung für 2011 angekündigt.
Train Simulator: Railworks 2010
Die Steuerung des Programms orientiert sich sehr stark am MSTS, so dass Umsteiger sich sofort zu Recht finden werden. Prominenteste Änderung ist der Tausch der beiden Tasten A und D für Beschleunigen bzw. Abbremsen. Die Kameraperspektive lässt sich nun vom Zug loslösen und man kann frei durch die Landschaft gleiten. Ebenso wurde nun ein beidseitiger Fensterblick ergänzt, so dass der virtuelle Lokführer bei Abfahrt des Zuges diesen überwachen kann. Praktisch sind auch die beiden Kartenmodi, die man eingebaut hat. Man kann hier zwischen einer 3D Ansicht aus der Vogelperspektive und einer Darstellung der Gleisanlagen durch Vektoren wählen. In der letzeren, technisch orientierten Ansicht, lässt sich auch ersehen, wo Signale und Fahrzeuge stehen, welches Bild die Signale zeigen und welche Blöcke von den verschiedenen sich bewegenden Zügen besetzt werden.
Train Simulator: Railworks 2010
Dem virtuellen Lokführer steht noch eine Reihe von weiteren Informationstafeln zur Erfüllung seiner Aufgaben zur Seite: Das entsprechende Fenster zeigt nicht nur den Blick auf die Strecke in der Vektoransicht, sondern zeigt auch das Steigungsprofil, den nächsten Planhalt samt Entfernung und geschätzter Ankunftszeit, sondern auch einen Überblick über den Zug samt Wagennummern, Zustand der Kupplungen und der Handbremsen. Das schon aus MSTS bekannte HUD gibt es nun in zwei Varianten und zeigt alle wichtigen Infos zum Zustand des Zuges auf einen Blick. Gegenüber dem Vorgänger wurde nun ein richtiger Fahrplan ergänzt, dessen Ankunftszeiten fest bleiben und nicht mehr neu berechnet werden.
In Arbeit ist momentan ein Karrieresystem, mit dem die Leistungen des virtuellen Lokführers bewertet und verglichen werden können. Für Sommer 2010 sind funktionierende Bahnübergänge angekündigt und auch das deutsche Zugsicherungssystem steht auf der To-Do Liste der Entwickler, so dass man sich in naher Zukunft über zusätzlichen kostenlosen Mehrwert freuen darf.
Train Simulator: Railworks 2010
Wer nicht nur Züge fahren möchte, sondern seine eigene Strecke erstellen will, kann dies im nun von Beginn an mitgelieferten Editor, der auf den Namen "Creator" hört, erledigen. Hier können nicht nur ganz einfach per Mausklick neue Welten entstehen, auch Szenarien für neue oder bereits existierende Routen können hier definiert werden. Das der Boxed-Version beiliegende umfangreiche Handbuch erweist sich hier als großer Mehrwert gegenüber der Download Version, bei der man das PDF erst einmal ausdrucken müsste. Neue Objekte und Rollmaterialien kann man auch selbst erstellen und in "Railworks" einbinden.
Train Simulator: Railworks 2010
Add-On Pakete, die nicht über Steam vertrieben werden (von denen es momentan schon ca. 50 Stück gibt) können über den Paketmanager per Hand eingebunden werden. Umgekehrt kann man auch Daten exportieren und an Freunde weitergeben, so lange diese nicht vom ursprünglichen Entwickler als geschützt gekennzeichnet sind. Diese Offenheit führt schon jetzt zu einer recht ansehnlichen Menge an kostenlosen und kostenpflichtigen Add-Ons von Drittherstellern bzw. Fans im Internet.
