Transport Fever 2 im Test: Schicker Modellbahn-WiSim-Mix - Update zur Konsolenversion
Test 10,10 €
Wir schauen uns im Test zu Transport Fever 2 die Weiterentwicklung der Wirtschaftssimulation an, die in vielen Belangen verbessert wurde, aber leider auch einen deutlichen Makel aufweist. Welche neuen Features sowohl Wirtschaftssimulations-Fans als auch Schönbauer begeistern werden und auf welchen Schönheitsfehler sie sich einstellen müssen, lest ihr im Artikel.
In unserem Test zu Transport Fever im November 2016 haben wir das Spiel mit Genre-Größen wie Transport Tycoon verglichen und es als Wirtschaftssimulation mit einer Prise Modellbahn-Flair bezeichnet. Sucht man aber auf Videoplattformen wie Youtube nach dem Spiel findet man diverse Videos und Kanäle, die sich dem sogenannten "Schönbau" verschrieben haben. Das heißt, diesen Spielern geht es nicht um die wirtschaftlichen Aspekte des Spiels, sondern darum, eine möglichst perfekte und real wirkende virtuelle Eisenbahnlandschaft aufzubauen. Dass diese Gruppe von Spielern einen großen Teil ihrer Zielgruppe ausmacht, ist auch den Entwicklern von Urban Games bewusst. Denn im nun veröffentlichten Transport Fever 2 (jetzt kaufen / 10,1 € ) haben die Macher einige neue Features realisiert, die gerade die Herzen von Schönbauern höherschlagen lassen wird. Aber natürlich verkommt das Spiel nicht zu einem reinen Modellbahn-Simulator, sondern bleibt im Kern weiterhin eine Wirtschaftssimulation rund um den Transport von Gütern und Personen.
Update: Seit dem 9. März 2023 ist das Spiel auch auf PS4, PS5, Xbox One und Xbox Series S/X erhältlich. Wir haben den Test entsprechend am Ende mit einem Update zur Konsolenversion versehen.
Bahnhof-Steckkasten
Zu Lande, zu Wasser und in der Luft gilt es Industrien und Städte sinnvoll miteinander zu vernetzen, um einen reibungslosen Transport zu gewährleisten, der zudem auch noch genügend Einnahmen abwirft, um das eigene Transportimperium immer weiter auszubauen. Eine Neuerung im Vergleich zum Vorgänger ist dabei die Möglichkeit, jetzt auch Güter per Flugzeug zu transportieren. Mit speziellen Frachtmaschinen lassen sich dadurch dringend benötigte Waren schnell über eine sehr lange Strecke verfrachten.
Dreh-und Angelpunkt eines jeden Verkehrsnetzes sind dabei natürlich wieder die Bahnhöfe, Ladestationen und Häfen. Hier haben die Entwickler besonders viel Entwicklungszeit investiert und die Funktionsweise dieser Gebäude revolutioniert. Denn alle diese Einrichtungen sind nun vollkommen Modular aufgebaut und lassen sich dadurch beliebig gestalten und ausbauen. Wenn wir im Vorgänger einen Bahnhof gebaut haben, dann war dieser in Funktion und Aufbau festgelegt. Wir konnten lediglich nachträglich ein paar zusätzliche Gleise hinzufügen.
Mit dem neuen modularen Gebäudebau sind unserem Gestaltungsdrang kaum Grenzen gesetzt. So können wir zum Beispiel neben einem Bahnsteig für Passagiere auch noch eine Güterplattform platzieren und den Bahnhof auf diese Weise für beide Transportarten zugänglich machen. Es lassen sich auf diese Weise auch Kopfbahnhof und Durchgangsgleise miteinander kombinieren. Wir können zusätzliche Eingänge anlegen, sodass Waren und Passagiere nicht nur durch den Haupteingang Zugang zu den Gleisen erhalten. Der gleiche modulare Aufbau gilt auch für LKW-Stationen, Häfen und Flughäfen.
Quelle: PC Games
Ein Durchgangsbahnhof für Personen, kombiniert mit zwei Kopfgleisen für Güterzüge. Mit dem neuen modularen Bahnhofsbau kein Problem.
Schienen und Straßen
Bahnhöfe verbinden wir mit Gleisen, Städte mit Straßen. Beim Bau der Schienen hat sich wenig im Vergleich zum Vorgänger geändert. Nach wie vor gilt, in kurzen Segmenten bauen spart Geld, während das Spiel beim ziehen langer Strecken automatisch teure Tunnel und Brücken anlegt, um die Unebenheiten der Landschaft zu bezwingen. Auffällig ist dabei aber, dass die Entwickler an den Performance-Schwächen des Vorgängers gearbeitet haben. Lange Strecken am Stück zu bauen, bringt die Engine nicht mehr so stark ins Ruckeln.
Deutlich mehr Neuerungen bietet der Straßenbau, für den uns nun eine Auswahl an verschiedensten Straßenarten zur Verfügung steht, und der schon fast an ein Cities Skylines erinnert. Neben Stadt- und Landstraßen in verschiedenen Ausbaustufen errichten wir jetzt zum Beispiel auch Autobahnen, die schnellen Autoverkehr zwischen Städten ermöglichen. Außerdem legen wir Einbahnstraßen fest, statten Straßen mit Tramgleisen oder Busspuren aus und legen fest, ob eine Kreuzung mit Ampeln geregelt werden soll - oder nicht. Zusätzlich können wir Straßen als Spielereigentum markieren, was dazu führt, dass die Stadtentwicklungs-KI keine automatischen Änderungen mehr an der betreffenden Straße vornimmt.
Der Spieler bekommt also deutlich mehr Kontrolle darüber, wie sich der Straßenverkehr entwickelt. Das ist von Vorteil, wenn man sich verstärkt auf Transporte mit Bus, Straßenbahn und LKW konzentriert. Da das Spiel zusätzlich auch den Privatverkehr aller Einwohner simuliert, müssen wir besonders in späteren Zeitaltern auf einen gut geregelten Verkehrsfluss achten. Busse, die permanent im Stau stehen, kosten mehr, als sie einnehmen.
