Die warmen Brüder machen den Weltraum unsicher und starten einen Direktangriff auf unsere Lachmuskeln.
Warme Brüder im Weltraum
Man muss wohl niemandem mehr erklären wer Bully und sein warmer Anhang ist. Mit ihrem zweiten Film dem "Traumschiff Surprise" massiert die Truppe nach dem "Schuh des Manitu" abermals unsere Lachmuskeln, zu dem es neuerdings auch ein Computerspiel gibt. In Sachen Gameplay hat man sich für ein Adventure in klassischer Point & Klick-Adventure entschieden, offensichtlich um den Wortwitz möglichst umfangreich einzufangen. Und das ist der Crew um Phenomedia auch sehr gut gelungen, was sicher auch an den original Synchronsprechern liegt. Bully alias Spucki spricht also genauso sich selbst wie auch Schrotti, Pulle und der Kapitän Kork, lediglich bei den anderen Charakteren aber hat man auf fremde Stimmen zurückgegriffen. Doch auch sonst greift das Spiel gerne die Gags aus dem Film auf und verwertet sie wieder, so dass man als Fan der Komödianten viele bekannte Situationen geboten bekommt. Selbst die Rätselaufgaben wurden herrlich ins warme Universum übertragen und verlangen vom Spieler so weltbewegende Dinge wie eine Strumpfhose zu suchen und zu flicken um eine Performance auf der Brücke vorführen zu können, ebenso wie der schwulen Mannschaft zu helfen ihr Haarproblem zu lösen oder den Marsianern der Angriff auf die Erde zu vergällen.
Dabei können wir unter drei Schwierigkeitsstufen wählen, die zwar keinen Einfluss auf die Geschichte haben, aber die einzelnen Rätsel und vor allem die eingestreuten Minigames um einiges fordernder gestalten. Trotzdem bleibt das Traumschiff Surprise ein Adventure welches niemand überfordern sollte, ganz im Gegenteil ist eigentlich immer klar wo die nächste Aufgabe auf uns wartet und es gilt lediglich herauszufinden wie man das bewerkstelligen kann. Dabei helfen uns die Gespräche der Protagonisten, die viele Hinweise und Hilfestellungen enthalten.
Von Zeit zu Zeit dürfen wir auch ein Minigame spielen, die selbstverständlich recht einfach ausgefallen sind und ausschließlich bekannte Spielprinzipien verwenden, wie ein Sensospiel a la "Space Channel 5" oder ein ganz einfacher Shooter. Nichts also wovor man Angst haben müsste.
Grafisch werden uns nett gezeichnete Hintergründe geboten die bei Bedarf seitlich scrollen und kaum Gegenstände verbergen können, worauf sich die Charaktere bewegen. Diese passen gut zum allgemeinen Design, kranken aber etwas an den Animationen, die zwar recht gut gelungen sind, allerdings hässliche Sprünge aufweisen. Auch passiert es schon mal, dass einzelne Figuren in seltsamer Haltung einfrieren und sich erst wieder bewegen wenn wir sie ansprechen oder mit ihnen interagieren. Darüber kann man aber wohlwollend hinwegsehen, da dies keinen Einfluss auf den Spielfluss hat oder sonst irgendwie behindert. Sehr schön gelöst sind die Texteinblendungen, die nicht wie üblich einfach unten am Schirm kleben, sondern als Sprechblasen realisiert wurden.
Soundtechnisch bekommen wir eine recht gelungene deutsche Sprachausgabe geboten sowie einen der belanglosesten Soundtracks aller Videospiele bisher. Derweil ist das nicht unbedingt negativ gemeint, denn mitunter passt die Fahrstuhlmusik hervorragend zu der warmen Atmosphäre an Board.
Allerdings darf man nicht verschweigen, dass es sich bei "Traumschiff Surprise" um ein recht kurzes Vergnügen handelt, was dem allgemeinem Schwierigkeitsgrad des Games entspricht. Wenn man es darauf anlegt hat man es an einem Wochenende durchgespielt, allerdings hat man dann ein Wochenende voller Wortwitz und schräger Gags hinter sich. Denn das ist es was dieses Spiel ausmacht, der typische warme Bully-Humor der hervorragend eingefangen wurde. Daneben wird uns nur gediegene Standardkost geboten.
