Trek to Yomi im Test: Eine Liebeserklärung an Kurosawa mit Problemen
Test
Akira Kurosawa hat viele Regisseure über Jahrzehnte hinweg inspiriert. Ohne ihn gäbe es keine Renaissance der Western im Stil von Sergio Leone und auch kein Star Wars. Jetzt reicht sein Vermächtnis sogar bis in die Welt der Videospiele und Flying Wild Hog möchten ihm mit Trek to Yomi ein Denkmal setzen. Doch ist das Spiel abseits der tollen Optik auch spaßig? Unser Test mit Video!
Schwarz-weiß, brutal und künstlerisch wertvoll: Jidai-geki-Filme sind das Glanzstück des japanischen Kinos und inspirierten Regisseure auf der ganzen Welt. Mit dem Sidescroll-Beat-em-Up Trek to Yomi möchten die Entwickler von Flying Wild Hog diesem Filmgenre ein digitales Denkmal setzen. Der wunderbar eingefangene Stil überzeugte Kurosawa-Fans schon in den ersten Trailern, aber taugt die tiefe Verneigung vor den alten Samurai-Filmen als Spiel?
Wenn ihr mehr zum Einfluss der alten japanischen Filme auf Videospiele erfahren wollt, dann lest doch auch unser Special zu Einflüssen des Jidai-geki-Films in Ghost of Tsushima. Hier beleuchten wir, wie die Entwickler von Sucker Punch den Kontrast zwischen Natur und Gewalt sowie das Stilmittel von Bewegung im Hintergrund in ihrem Sony-Blockbuster verwendet haben. Außerdem geht es um das Thema Duelle, Übermacht und Ehre, aber auch die Ronin und ein paar Eastereggs im Spiel. Habt ihr den Gamepass abonniert, steht auch Trek to Yomi übrigens vom ersten Tag an kostenlos zur Verfügung.
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Größter Respekt für die Vorlage
Trek to Yomi (jetzt kaufen 27,51 € ) ist eine Hommage an das japanische Kino der 50er- und 60er-Jahre, das primär durch Akira Kurosawa geprägt wurde. Diese Art von Filmen zeichnen sich durch einen ganz besonderen Stil aus. Sie spielen vor der Restauration Japans, als das Land in der Edo-Zeit von Samurai-Klans beherrscht wurde. Die Themen orientieren sich daher an den klassischen Tugenden der alten Kriegerkaste wie Ehre, Pflichtgefühl, aber auch der Perfektion ihrer Bewegungen im Schwertkampf.
Die Art und Weise, wie sie gefilmt wurden, prägte den Look der Jidai-geki-Filme, denn jede Einstellung wurde wie bei Kunstfotografien penibel ausgerichtet. Dadurch wirken Einzelbilder aus den Filmen oft wie Gemälde. Auch, wenn sich zu dieser Zeit bereits der Farbfilm durchsetzen konnte, blieben Regisseure weiterhin bei einer kontrastreichen Schwarz-Weiß-Optik, die zusammen mit der Brutalität als Markenzeichen gilt.
Trek to Yomi ist eine Liebeserklärung an diese Klassiker. Von der Erzählung über die Charaktere bis hin zu kleinsten Details und dem Look des Spiels orientiert es sich an dieser Art von Filmen. Die monochrome Optik wurde aufs feinste angepasst. Hier liegt nicht einfach ein schwarz-weißer Filter über der Szenerie. Die Entwickler haben offensichtlich die Eigenschaften des Filmmaterials analysiert und die Komposition der Bilder daran angepasst.
Rauch, Regen, Wind, Feuer und die Bewegung der Spielfiguren werden an den richtigen Stellen in die Handlung eingebracht, um Dynamik zu erzeugen. Ganz genau wie in einem Kurosawa-Streifen. Endlich also mal ein Spiel, in dem es sich lohnt, die Filmkörnung in den Grafikoptionen nicht abzuschalten. Möglich ist das aber trotzdem.
Quelle: PC Games
Viele Szenen aus Trek to Yomi könnten direkt aus einem Kurosawa-Film stammen.
Außerdem haben die Entwickler nette Details eingebaut: Bei einem Bildschirmtod sieht man etwa ein kleines Brandloch in der Ecke, das früher im Kino einen Filmrollenwechsel ankündigte. Versuchen wir in einer Kampfszene aus dem Gebiet zu laufen, wird uns mit einem Effekt, der an einen aus der Spur geratenen Film erinnert, angekündigt, dass es hier nicht weitergeht.
Der Marsch ins Geisterland
Und auch die Figuren aus Trek to Yomi könnten direkt einem Jidai-geki-Streifen entsprungen sein. Hauptcharakter Hiroki ist der von einem Samurai-Meister adoptierte Waisenknabe, der seinem Sensei aufs Wort gehorcht und sich zwischen Ehre, Pflichtgefühl und der Liebe entscheiden muss. Aiko, die Tochter des Meisters, ist zwar als starke weibliche Figur angelegt, verkommt aber schließlich doch nur zu einer Jungfrau in Nöten.
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