Trials Rising in der Vorschau: Feintuning an den richtigen Stellen

Special David Benke 18,99 €
Trials Rising in der Vorschau: Feintuning an den richtigen Stellen
Quelle: Ubisoft 

Easy to learn, hard to master - das beschreibt Trials Rising schon ziemlich gut. Wie auch seine Vorgänger überzeugt der Motorrad-Plattformer aus dem Hause Ubisoft mit simpler Steuerung, anspruchsvollem Gameplay und jeder Menge Spielspaß. Aber auch ein paar Neuerungen haben es ins Spiel geschafft. Alle wichtigen Infos lest ihr in unserer Hands-On-Vorschau.

Das Gleichgewicht zu halten, ist gar nicht mal so einfach. Zum Beweis muss man sich nur einmal Kleinkinder ansehen, die gerade ihre ersten Schritte wagen. Oder gerne auch Erwachsene, die bevorzugt am Wochenende vor Bars und Clubs erneut das Laufen lernen müssen. Dass der Kampf mit der Schwerkraft aber auch durchaus Spaß machen kann, das stellt seit Jahren die Trials-Spieleserie unter Beweis. Das Konzept: Simpel. Ihr rast mit eurem Motorrad durch 2,5 D-Welten und müsst alleine durch die richtige Dosierung des Gaszugs sowie geschickte Gewichtsverlagerung Hindernisse überwinden, das Ende des Tracks erreichen und dabei idealerweise auch noch die vorgegebene Zeit unterbieten.

Trials Rising in der Vorschau: Back to the roots

Willkommen im Dreck! Das kalte Zukunftssetting von Trials Fusion gehört endlich der Vergangenheit an. Quelle: Ubisoft Willkommen im Dreck! Das kalte Zukunftssetting von Trials Fusion gehört endlich der Vergangenheit an. Klingt zunächst nicht sonderlich komplex. Kann sich aber tatsächlich ziemlich knifflig gestalten, wie wir uns erst kürzlich bei Ubisoft in Berlin selbst überzeugen konnten. Während eines Anspiel-Events bekamen wir dort nämlich die Möglichkeit, erstmals seit der E3 2018 in Los Angeles Hand an den neuesten Ableger Trials Rising (jetzt kaufen / 18,99 € ) zu legen. Der überzeugte uns mit altbekanntem, knackigem Gameplay aber auch einigen frischen Änderungen.

Allgemein will sich der Motorrad-Plattformer ein wenig mehr auf seine Wurzeln zurückbesinnen. Das erklärten uns zumindest die anwesenden Entwickler des finnischen Studios RedLynx. Was dieser Back-to-the-Roots-Ansatz im Detail bedeutet? Zunächst einmal, dass ihr euch nicht mehr in einer verrückten Zukunft befindet wie noch in Trials Fusion. Kalte, sterile Level in diversen Weiß- und Grautönen sind daher passé. Bojack, bist du's? In Trials Rising könnt ihr euren Fahrer nach Herzenslust anpassen. Quelle: Ubisoft Bojack, bist du's? In Trials Rising könnt ihr euren Fahrer nach Herzenslust anpassen. Es wird endlich wieder schön im Dreck gespielt. Zudem bietet Trials Rising dieses Mal so etwas wie eine Story - in Anführungsstrichen. Vielmehr handelt es sich um einen offiziellen Rahmen, in den die diversen Level sinnvoll eingebettet sind. Ihr tretet als Motorsport-Frischling in der globalen "Trials Championship" an und müsst euch langsam aber stetig nach oben arbeiten. Zu Spielbeginn dürft ihr euch dafür einen passenden Avatar erstellen und dessen Aufzug sowie fahrbaren Untersatz frei anpassen. Geschlecht, exotische Hautfarben, Outfits, Sticker - der Fantasie sind hier, zumindest in der Theorie, keine Grenzen gesetzt. Doch dazu später mehr.

Trials Rising in der Vorschau: Für Casuals und Pros

In den regulären Rennen versucht ihr, den Geist eines Bestzeithalters zu schlagen, um so Medaillen zu erringen. Quelle: Ubisoft In den regulären Rennen versucht ihr, den Geist eines Bestzeithalters zu schlagen, um so Medaillen zu erringen.

Zunächst einmal bekommt ihr euren Benzinhirsch unter den Hintern gedrückt und dürft euch in die ersten Level stürzen. Die finden erst nur in den USA statt, später erstreckt sich die Trails Championship dann über den gesamten Erdball. Events könnt ihr ganz einfach über eine Weltkarte anwählen, die dort angezeigte Auswahl lässt sich noch einmal durch diverse Filter begrenzen. Die Palette umfasst unter anderem einspurige Levels, in denen ihr versucht, die Bestzeit eines Geistes zu schlagen und eine von vier Medaillen - Bronze bis Platin - zu ergattern. Später kommen dann auch noch Showdowns in Stadien dazu, wo ihr gegen sieben andere Fahrer antretet. Das Teilnehmerfeld halbiert sich allerdings nach jeder Runde, sodass am Ende nur der Beste übrigbleibt. Außerdem noch gibt es noch sogenannte Vertragsveranstaltungen. Hier bieten euch Sponsoren Boni für das Knacken bestimmter Herausforderungen an - zum Beispiel das Beenden eines Levels mit limitierter Zeit oder Versuchen.

Für Einsteiger lohnt sich ein Blick in die Trials University. Dort bekommt ihr die Basics des Motorsports beigebracht - etwa das richtige Gasgeben, Balancehalten oder Manövrieren in der Luft. So kommt ihr langsam aber stetig in den viel zitierten "Flow". Klingt erstmal etwas nach Kawasaki-Kindergarten, macht aber durchaus Sinn. Der Schwierigkeitsgrad in Trials Rising ist nämlich nicht zu verachten. Später tretet ihr auch zu Ausscheidungsrennen in Arenen an. Quelle: Ubisoft Später tretet ihr auch zu Ausscheidungsrennen in Arenen an. Zu Beginn lasst ihr die Konkurrenz noch leicht hinter euch. Gerade, da die Anfänger-KI durchaus auch einmal zu Fehlern neigt und euch so nicht alles abverlangt. Spätere Strecken auf mittlerem und schwerem Niveau sind da schon wesentlich gnadenloser. Ein Sturz und ihr müsst von neuem anfangen. Um einen perfekten Lauf hinzulegen, bedarf es dann schon mehrerer Durchgänge. Und ja, ein wenig Trial-and-Error sowie Auswendiglernen der Strecke gehört ebenso dazu. Für die besonders Ambitionierten bietet Trials Rising zudem "Extreme"-Herausforderungen, die mit ihrem komplizierten, beinahe sadistischen Design an das Internet-Phänomen Happy Wheels erinnern - so oft seht ihr euren Charakter draufgehen. Für die Wissenschaft haben wir uns einmal an einem dieser Level versucht, brauchten allerdings über 25 Minuten, 450 Respawns und ein wenig Hilfe der Entwickler, um die Ziellinie zu erreichen.

Trials Rising in der Vorschau: Die Sache mit den Mikrotransaktionen

Der Schwierigkeitsgrad in Trials Rising ist stets knackig aber nie unfair. Quelle: Ubisoft Der Schwierigkeitsgrad in Trials Rising ist stets knackig aber nie unfair. Im Regelfall findet aber eine stetige Verbesserung eurer Fähigkeiten statt, die gleichzeitig auch Upgrades für Fahrer und Fahrzeug mit sich bringt. Gerade im Early Game purzeln die Level ziemlich flott, da ihr für beinahe alles XP erhaltet. So erspielt ihr euch schnell neue Bikes und Events. Zusätzlich erhaltet ihr für jeden Stufenaufstieg eine (alternativ im Shop erwerbliche) Itembox, die Kleidungsstücke, Siegerposen und andere Cosmetics enthält. Denn selbst Kleinigkeiten wie eine neue Hose oder neue Felgen für euren Bock müsst ihr erst einmal freischalten. Wem das zu lange dauert, der kann auch die Abkürzung über den Shop nehmen. Hier lassen sich für Ingame-Währung - die ihr teils für gefahrene Rennen, teils aber auch nur für Echtgeld bekommt - Gegenstände kaufen. Schade. Unser Trost bezüglich der Mikrotransaktionen besteht aber immerhin darin, dass man sich damit keinerlei spielerische Vorteile verschaffen kann. Das Fahrerlebnis bleibt so für jeden gleich - beziehungsweise gleich gut.

Saltos sind noch möglich. Ansonsten haben die Entwickler von RedLynx jegliche Tricks aus dem Spiel gestrichen. Quelle: Ubisoft Saltos sind noch möglich. Ansonsten haben die Entwickler von RedLynx jegliche Tricks aus dem Spiel gestrichen. Denn was das Gameplay betrifft, haben die Entwickler von RedLynx keine fragwürdigen Entscheidungen getroffen. Trials ist auch im neuesten Ableger so spaßig wie eh und je - egal ob mit Keyboard oder Controller. Die einzig namhafte Änderung ist wohl der Wegfall der Tricks, die aufgrund des negativen Spielerfeedbacks gestrichen wurden. Die Mehrheit der Community wünschte sich wohl ein unverfälschtes Spielgefühl, so zumindest die Entwickler. Was glücklicherweise nicht gestrichen wurde, sind die zahlreichen und teils herrlich stupiden Stunt-Herausforderungen. Da muss man etwa mithilfe der "Bailout"-Funktion von seinem Bike in ein Minenfeld springen und sich so weit katapultieren lassen wie möglich. Toll.

Trials Rising in der Vorschau: Mehr Spieler, mehr Fahrspaß

Im Multiplayer tretet ihr gegen bis zu sieben andere Spieler an. Quelle: Ubisoft Im Multiplayer tretet ihr gegen bis zu sieben andere Spieler an.

Abseits des Singleplayers seid ihr natürlich auch noch in der Lage, gegen andere menschliche Fahrer anzutreten. Im Vergleich zu Trials Fusion ist der Online-Multiplayer diesmal nämlich direkt zum Release verfügbar. Hier messt ihr euch mit bis zu sieben anderen Spielern auf einer Strecke. Der Gewinner ist dabei zwangsläufig nicht immer der Schnellste, sondern derjenige, dem am wenigsten Fehler unterlaufen. Das kennt man so bereits aus den Vorgängern. Neu ist hingegen eine Art Ranking-System, das euch basierend auf eurer Leistung Punkte gut- oder abschreibt und so einer gewissen Division zuordnet. Zusammen mit wechselnden Saisons macht das das Multiplayer-Erlebnis wesentlich kompetitiver als zuvor.

Aber auch offline wird euch gute Unterhaltung geboten, wenn ihr lokal mit bis zu vier Spielern gleichzeitig zockt. Zumal die Entwickler eine Möglichkeit hinzugefügt haben, Offline-Wetten zu platzieren. Der Verlierer zahlt dann eine Pizza oder trinkt einen Schluck "Soda". Im Tandem-Modus übernimmt ihr zu zweit die Kontrolle über ein Motorrad. Quelle: Ubisoft Im Tandem-Modus übernimmt ihr zu zweit die Kontrolle über ein Motorrad. Zusammen mit den diversen Anpassungsmöglichkeiten entsteht so ein launiges Erlebnis für einen Spieleabend auf der Couch. Zudem gibt es ja auch noch den Tandem-Modus, in dem ihr zu zweit die Kontrolle über ein Motorrad übernehmt. Ich müsst euch also beim Gas-Geben sowie Vor- und Zurücklehnen untereinander absprechen - zumindest in der Theorie. Unserer Erfahrung nach reicht es auch, wenn sich Player 1 um das Nötigste kümmert und Player 2 einfach die Finger stillhält. Vielleicht entfaltet sich der Reiz des Modus aber auch erst dann, wenn man tatsächlich einen fiesen Widersacher auf dem Rücksitz hat, der einem das Leben so schwer wie möglich macht.

Trials Rising in der Vorschau: Tracks, Gags und Rock'n'Roll

Die Action auf dem Bildischirm wird stets durch einen passenden Soundtrack untermalt. Quelle: Ubisoft Die Action auf dem Bildischirm wird stets durch einen passenden Soundtrack untermalt. Zu guter Letzt bietet Trials Rising dann auch noch einen Track-Editor. Der entspricht quasi eins-zu-eins dem Tool, mit dessen Hilfe die Entwickler auch die Levels des Hauptspiels erstellt haben. Entsprechend anspruchsvoll gestaltet sich leider auch der Umgang. Während unserer Demo bekamen wir nicht mehr zustande, als eine Start-Ziel-Gerade mit einer Rampe in der Mitte. Betrachtet man allerdings die zahllosen Modifikationsmöglichkeiten, Assets und Kulissen darf man sich zum Release bestimmt auf zahlreiche Community-Meisterwerke freuen.

Abgerundet wird das Gesamtpaket mit durch den unglaublichen Detailreichtum bei Bikes und Strecken. Da glühen die Bremsscheiben, wenn ihr zu hart in die Eisen geht, oder eine dynamische Hollywood-Strecke führt euch durch verschiedene Kulissen - inklusive einer Alien-Greenscreen-Sequenz. Dazu gibt es einen unglaublich fetzigen Soundtrack von Bands wie Motörhead oder Airbourne und natürlich jede Menge derben Humor: Sei es bei Level-Namen wie "I Fell Tower" oder beim Zuschauen, wie unser Fahrer nach dem Überqueren der Ziellinie in eine Dixie-Toilette ausrollt. Wir saßen oft kopfschüttelnd und lachend vor dem Bildschirm, ob der teils obskuren Ideen.
Die Trials Championship führt euch über den gesamten Erdball - teils auch über Dächer einer russischen Großstadt. Quelle: Ubisoft Die Trials Championship führt euch über den gesamten Erdball - teils auch über Dächer einer russischen Großstadt.

Trails Rising in der Vorschau: Fazit

Meinung

Bildergalerie

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk