Tribes Vengeance entwickelte sich vom taktischen Nischenprodukt zum allgemein verträglichen Action-Titel.
Spielspaß dank Jetpak
Das Tribes inzwischen nicht mehr von Dynamix sondern von Irrational Games entwickelt wurde merkt man dem Spiel deutlich an. Die taktischen Mehrspielerschlachten wichen einer angepaßten und mehr als bekanntem Deathmatch und CTF-Standardkost die man zwecks Verträglichkeit mit dem Massenmarkt um einen durchaus sehenswerten Einzelspielermodus erweitert hat. Das einzig Besondere am Gameplay bleiben die Jetpaks, mit denen wir uns für kurze Zeit in die Luft erheben können, sowie die elektromagnetischen Skier zum Schwung holen.
Der Einzelspielermodus
Tribes: Vengeance
Die erzählte Geschichte teilt sich in zwei Teile auf, welche jeweils die Seite des Königshauses und das der Tribes beleuchtet. Erleben wir Anfangs noch die Abenteuer der Königstochter, schlüpfen wir später in die Rolle eines Tribes. Das Abenteuer selbst beginnt recht gemächlich und lässt uns viel Zeit mit der Steuerung der wenigen Waffen und des Jetpaks vertraut zu machen. So sind auch die ersten Levelabschnitte mehr als Tutorial gestaltet, in denen nach und nach alle Fähigkeiten verlangt und so angelernt werden. Für Abwechslung in den 15 Missionen sorgen vor allem die Zeitreisen die uns recht unterschiedliche Welten bereisen lassen und die uns vor allem eines lehren: Zeitreisen dauern lang, so lang wie auch die Ladezeiten von Tribes, die mitunter reichen um sich eine Tasse Tee aufzustellen. Doch auch die verschiedenen Aufgaben sorgen für Abwechslung, wir dürfen uns die Knie in engen Lüftungsschächten ebenso wund schaben wie dicke Geschütze bedienen oder exakte Flugmanöver in den Sprungpassagen hinlegen. Wirklich Neues wird uns dabei aber nicht geboten, eher solide Standardkost die uns nie zu lange mit derselben Tätigkeit belastet. Zu erwähnen wären neben dem praktischen Jetpak noch die zuschaltbare Rutschfunktion, die es uns gestattet wie auf Skiern die Abhänge hinab zu gleiten. Mit etwas Übung und mit Unterstützung des Jetpaks erreicht man mit ihnen recht hohe Geschwindigkeiten, die man beispielsweise für einen Sprung benutzen kann, oder nur um schneller als der Gegner zu sein.
Der Mehrspielermodus
Tribes: Vengeance
Der Mehrspielermodus fiel wesentlich flotter und zugänglicher aus als noch beim Vorgänger. Die Karten selbst besitzen deutlich geringere Ausmasse und im Gegensatz wesentlich mehr Möglichkeiten zu agieren. Es gibt viele feste Geschütze an strategisch wichtigen Punkten und natürlich auch Fahrzeuge die je nach Bauart mit mehreren Spielern besetzt werden können. Die Spielmodi selbst setzen voll auf Teamplay, auch wenn von dem hohen taktischen Anspruch des Vorgängers nicht mehr viel übrig geblieben ist. Trotzdem hat man allein auf dem Schlachtfeld wütend kaum eine Chance, außer man entscheidet sich für "Rabbit", einem umgedrehtem Fangenspiel bei dem der jeweilige Rabbit vor den anderen Spielern fliehen muss. Hinter dem Arena-Kampf versteckt sich nichts anderes als das bekannte Team-Deathmatch und bei Capture the Flag hat man sich erst gar nicht die Mühe gemacht einen neuen Namen zu suchen. Bei dem "Fuel" genannten Spielmodi versuchen beide Teams möglichst schnell möglichst viele Benzinkanister einzusammeln und den eigenen Tank zu füllen. Bei dem "Ball" getauften Modi schließlich muss man versuchen den Ball ins gegnerische Tor zu bugsieren.
Alles in Allem also keine sensationell neue Ideen, aber die Spiele machen Spaß und die Jetpaks und Skier sorgen für ein neues Element in den hektischen Multiplayer-Schlachten die man mit bis zu 32 Zockern austragen kann.
Bunte Welten
Tribes: Vengeance
Tribes Vengeance bietet uns architektonisch aufwendig und hoch detaillierte Welten in denen gerne mit optischen Eindrücken und bunten Farben gespielt wird. Im Gegensatz dazu stehen die Charaktere selbst, die zwar ebenfalls gut detailliert sind, in ihren Animationen aber gerne stotternde Abläufe oder eckige Flugkurven an den Tag legen. Besonders auffällig sind die niedrig auflösenden Gesichter, deren Bewegungen ebenfalls weder lippensynchron noch authentisch sind. Dafür kann der gezeigte Rest gefallen, das Design der Welten ebenso wie der futuristischen Maschinen.
Treibende Sounds
Zwar versprüht die deutsche Sprachausgabe einen etwas aufdringlichen Comic-Charakter, die allgemeine Soundkulisse aber gibt sich sehr mitreißend und professionell. Je nach Situation bekommen wir leise Streicher oder laute Bässe geboten, unterstrichen von Schreien aus dem Untergrund, unheimlichen Maschinen oder der hektischen Betriebsamkeit unserer virtuellen Begleiter. Der gerne genutzte plötzliche Wechsel von spannungsgeladenen Rhythmen zu einem befreienden Tusch zeigt uns an wenn bestimmte Missionsziele erfüllt sind. An der Soundkulisse gibt es also, bis auf die offensichtlich absichtlich etwas schrill ausgefallenen deutschen Sprachausgabe, nichts zu mäkeln.
