Two Point Hospital: Der Krankenhaussimulator im Test - Update mit Konsolenwertungen
Test 7,29 €
Mit Two Point Hospital haben die Schöpfer von Theme Hospital unter neuem Namen und Flagge eine abgedreht-lustige Krankenhaussimulation veröffentlicht. Ob das Spiel den Bullfrog-Klassiker von 1997 übertrumpfen kann und ob das Managen eines Krankenhauses auch nach vielen Spielstunden noch Laune macht, verraten wir euch in unserem Test. Jetzt auch inklusive Wertungen für PS4, Nintendo Switchz und Xbox One!
Update vom 9. März 2020
Nun sind endlich auch die versprochenen Fassungen von Two Point Hospital für PS4, Xbox One und Nintendo Switch erschienen und wir haben sie auf Herz und Nieren geprüft. Im Vergleich zur PC-Version muss man sich auf der mit einer etwas weniger gelungenen Grafik abfinden, die aber insgesamt kaum stört. Am schlechtesten schneidet wenig überraschend die Fassung für die Nintendo Switch ab, sie sieht aber dennoch anständig aus. Dafür haben die Entwickler die Steuerung sehr gut auf das Gamepad portiert. Was zudem positiv ins Auge fällt: Auch bei größeren Krankenhäusern ruckelt das Spiel kaum. Störend sind lediglich die Ladepausen, wenn ein automatischer Speicherstand angelegt wird. So müssen wir sagen, dass die PC-Version zwar ein bisschen hübscher aussieht, aber die Konsolen-Fassungen ansonsten fast gleichauf sind. Übrigens verfügt das Spiel inzwischen, anders als beim ursprünglichen Release, über eine gut gemachte deutsche Sprachausgabe - auch am PC.
Originalartikel
Die Vorstellung, ein Krankenhaus zu managen und sich um die Nöte und Bedürfnisse von Patienten kümmern zu müssen, dürfte für die meisten unter uns eher mit Arbeit verbunden sein. Wer aber in den Neunzigern am PC Theme Hospital gespielt hat, weiß es besser: Eine Krankenhaussimulation kann sehr wohl so richtig Laune machen und dabei sogar - trotz der eigentlich ernsten Thematik - für den einen oder anderen Lacher gut sein. Mit Two Point Hospital (jetzt kaufen 35,84 € / 7,29 € ) bringen die ursprünglichen Theme Hospital-Schöpfer unter neuer Flagge und unter neuem Namen ein Quasi-Remake des Bullfrog-Klassikers. Wir hatten bereits vor einigen Monaten die Ehre, eine Alpha-Version der Krankenhaussimulation in London anzuspielen und waren damals derart von der Materie begeistert, dass wir von einem gelungenen und nahezu fehlerfreien Release im Laufe des Jahres ausgingen (die Two Point Hospital-Vorschau findet ihr hier). Nun konnten wir anhand der Test-Version von Two Point Hospital unsere Aussage überprüfen und haben so rund 25 Stunden mit der Krankenhaussimulation verbracht. Im Test wollen wir aber nicht nur auf mögliche Design-Schnitzer oder Bugs eingehen, sondern euch natürlich verraten, ob unsere anfängliche Begeisterung auch über die vielen Spielstunden angehalten hat.
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Wie in Theme Hospital liegt es in Two Point Hospital an uns, ein profitables und gut funktionierendes Krankenhaus zu managen. Um dem Ganzen Herr zu werden, müssen wir unser Hospital nach und nach aufbauen, von der Rezeption über Untersuchungszimmer bis hin zu speziellen OP-Räumen sowie Pausenräumen für unsere Angestellten. Dabei ist die Bedienung recht komfortabel: Mit der Maus bestimmen wir die Größe der einzelnen Räume und statten sie anschließend mit dem nötigen Inventar aus. Erst im späteren Verlauf kann man aufgrund der Vielzahl unterschiedlich Ausstattungsobjekte und Zimmer ein wenig die Übersicht verlieren und sich womöglich darüber ärgern, dass das Interface zwar für Genreneulinge wie gemacht ist, aber aufgrund seiner großen Symbole auf Dauer etwas unkomfortabel ist.
Two Point Hospital Test: Einfacher Einstieg
Quelle: PC Games
Die Steuerung von Two Point Hospital ist klasse. In wenigen Minuten können wir ein ganzes Krankenhaus individuell gestalten.
Dagegen geht das Aufbauen der einzelnen Zimmer auch in den späteren Levels gut von der Hand, vor allem, weil man jegliche Zimmer ohne Probleme überarbeiten und ihre Position im Krankenhaus gar sich verschieben lassen. Neben dem Inventar und Operationszimmern müssen wir uns in Two Point Hospital natürlich um unser Personal kümmern. Hier stehen uns vier unterschiedliche Kategorien zur Verfügung: Ärzte, Krankenpfleger, Assistenten und Hausmeister. Jeder Angestellte bringt dabei unterschiedliche Fähigkeiten mit sich. So gibt es etwa Hausmeister, die Geister einfangen können oder Ärzte, die auch ein DNA-Labor bedienen können. Je mehr Talente ein Angestellter hat, desto mehr kostet er beziehungsweise sie uns auch monatlich. Dem können wir durch Fortbildungen ein wenig entgehen, aber schlussendlich müssen wir - vor allem in den späteren Levels - sehr genau darauf achten, dass wir nicht einen überaus talentierten, aber ebenso teuren Chefarzt lediglich Aspirin verschreiben lassen.
Wer bisher aufgrund der Komplexität eher Abstand zu Aufbausimulationen gehalten hat, sollte sich Two Point Hospital genauer anschauen. Dank der leichten Bedienung und dem stets leicht ansteigenden Schwierigkeitsgrad ist man auch als Genre-Laie in den ersten Levels nicht überfordert. Wir bekommen stets relativ simple Aufgaben, die wir erfüllen müssen und lernen dabei die grundlegenden Dinge für den späteren Spielverlauf. So erfahren wir in den ersten Levels etwa, wie wir unser Personal fortbilden können, Forschung betreiben oder das Aussehen unserer Zimmer verbessern.
Two Point Hospital Test: Auch für Genre-Experten geeignet
Wir hatten in den ersten Spielstunden sogar das Gefühl, dass Two Point Hospital ein wenig zu leicht für Spieler ausfallen könnte, die entweder das Original schon gespielt oder sonst im Genre ein wenig Erfahrung gesammelt haben. So mussten wir selten auf die Finanzen des Krankenhauses achten, weil wir eh so viel Geld gemacht haben und der Ruf unserer Krankenhauses bekam auch durch dicke Behandlungsfehler kaum Kratzer. Doch haben wir uns getäuscht: Ab dem achten Level steigt der Schwierigkeitsgrad enorm an und so reicht es zum Beispiel nicht mehr, dass man ohne einen genauen Plan Behandlungszimmer an Behandlungszimmer baut, einen Haufen teurer Ärzte einstellt und das Krankenhaus sonst mit - eher unnötigen - Luxuszubehör ausstattet. Vielmehr muss man tatsächlich auf die Laufwege der einzelnen Patienten achten, lediglich die am häufigsten aufkommenden Krankheiten heilen, das Personal zugleich auf Trab, aber auch zufrieden halten und ebenso auf die Sicherheit im Gebäude achten - teure Behandlungszimmer, die mal eben wegbrennen, können am Ende für das finanzielle Scheitern des ganzen Krankenhauses sorgen.
Quelle: PC Games
Während wir es in den ersten Levels noch mit relativ übersichtlichen Krankenhäusern zu tun haben, müssen wir später ganze Gebäudekomplexe verwalten.
Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit Two Point Hospital. Das Spiel mag auf den ersten Blick nur wie ein grafisch aufgeputschtes Remake von Theme Hospital wirken, aber man merkt mit der Zeit, dass die Entwickler ebenso die Bedienung passend überarbeiteten haben, keine dicken Design-Schnitzer verbrochen haben und auch dank der späteren, sehr herausfordernden Levels für eine Langzeitmotivation jenseits der ersten 25 Spielstunden sorgen. Ebenso garantiert die Vielzahl der unterschiedlichen - lustigen - Krankheiten wie der verbale Durchfall, Denim-Syndrom oder die tierische Anziehungskraft, dass wir immer wieder unsere Krankenhäuser überarbeiten mussten und so mit dem Optimieren eine Menge Zeit verbracht haben. Wer folglich das Original kennt und schätzt, sollte hier unbedingt zugreifen - ebenso können wir Two Point Hospital allen Genreneulingen ans Herz legen, die auf eine nicht ganz so ernste Aufbausimulation Lust haben.
