Die PS2-Fassung bietet uns für das System erstaunlich gute Grafik sowie einige neue Features die begeistern können.
Wann wird's mal wieder richtig Sommer? Ein Sommer wie er früher einmal war...
UEFA Euro 2008
Grundsätzlich hat sich die Steuerung bzw. das Gameplay, egal innerhalb welcher Umsetzung, im Vergleich zum direkten Vorgänger "FIFA 08" kaum weiterentwickelt. Zwar wurden vom Publisher Verbesserungen in den Bereichen Ballphysik, Torwart-KI und Spielerverhalten angekündigt, feststellen wird sie "Otto Normalverbraucher" aber kaum. Einfach, weil, falls wirklich vorhanden, die meisten Änderungen so marginal sind, dass wohl selbst die Entwickler danach suchen müssen. Im Falle der Xbox360-/PS3-Version muss dies aber nun nicht wirklich was schlechtes heißen. Schließlich bewegt sich bereits "FIFA 08" für die aktuelle Konsolengeneration auf einem sehr hohem Niveau und wurde nur knapp von "Pro Evolution Soccer" auf die Ränge verwiesen.
UEFA Euro 2008
"UEFA Euro 2008" hält diesen Level locker und kommt sogar noch ein Stückchen näher an die Konkurrenz heran. Warum? Weil es doch eine Änderung gibt - eine Verbesserung, die so gravierend ist, dass sich dadurch ein komplett neues Spielgefühl auf den Bildschirm zaubern lässt. Um es kurz zu machen: seit "UEFA Euro 2008" gibt es auch auf Xbox360 und PS3 dynamische Witterungsverhältnisse. Zwar fehlt weiterhin die Thematik Schnee, was man vielleicht bei einer Umsetzung zu einer Europameisterschaft noch verschmerzen kann, dafür gibt es aber endlich Regen und zwar in den unterschiedlichsten Ausprägungen bzw. Stärken. Vom leichten Nieseln bis hin zum heftigen Schauer ist einfach alles im Spiel vertreten. Schon allein optisch ist dies ein Genuss. Nicht nur, dass man den Regen selbst auf dem Bildschirm erkennen kann, auch die Spieler, Trikots und vor allem auch der Platz selbst verändern sich, je nach Regendauer. Nasse Haare, am Körper klebende Shirts und Pfützen auf dem Spielfeld - an praktisch jedes Detail haben die Entwickler gedacht. Aber noch viel entscheidender: das Nass hat auch enormen Einfluss auf das Gameplay bzw. die Ballbewegung. Pässe werden durch Wasserlachen bis zum Stillstand abgebremst, Schüsse verlieren durch den schweren Rasen ihre ganze Wucht bereits weit vor der Torlinie, Tacklings fühlen sich anders an, Grätschen werden ungewollt länger - die Liste der Auswirkungen kennt fast kein Ende. Noch nie wurden in einem Videospiel mit der Thematik Fußball diese Auswirkungen von Regen auf die Spielmechanik so realistisch implementiert, auch nicht beim Genre-Primus "Pro Evolution Soccer". Ein enormer Schritt nach vorne, der die Konkurrenz sicher ins Grübeln gebracht hat - uns Usern kann das ja nur recht sein.
UEFA Euro 2008
Eher ein kleiner Schritt ist hierzu im Vergleich die Steuerungserweiterung bei den Versionen für PC und PS2. Ja, auch diese können mit einer Gameplayneuerung aufwarten. Praktisch als Beweis dafür, dass diese Umsetzungen nicht nur so nebenher laufen, sondern durchaus noch eine gewisse "Manpower" hineingesteckt wird, gibt es in "UEFA Euro 2008" eine neue Steuerungsvariante namens "Kick Stick". Diese wird bei sämtlichen Standardsituationen, wie Eckbällen, Elfmetern und Freistössen, angewandt. Der Ablauf ist hierbei relativ einfach: während mit dem linken Analogstick die Richtung gewählt wird, erfolgt die Ausführung bezüglich der Stärke über den rechten. Schöne, manuell durchgeführte Effet-Bälle sind keine Zukunftsmusik mehr, sondern können nach ein wenig Übung praktisch in jeder Situation gut angebracht werden. Schade nur, dass die Entwickler das Feature nicht auch in die Umsetzungen für Xbox360 und PS3 eingebaut haben.
Where are all the Schiris gone?
Wie eh und je unterscheiden sich die einzelnen Versionen von "UEFA Euro 2008" in ihren spielerischen Ausrichtungen. Während die Xbox360- bzw. PS3-Umsetzungen den Weg des Realismus gehen, schlägt der Titel auf den Plattformen PS2 und PC - wie schon seit Jahren - die action-orientierte Richtung ein. Noch gravierender werden aber die Unterschiede dieser beiden Versionspaarungen im Bereich Technik und hier vor allem bei der Grafik.
UEFA Euro 2008
Beginnen wir mit Playstation 2 und PC. Beide Umsetzungen bewegen sich praktisch auf dem selben Qualitätslevel - allerdings mit unterschiedlicher Bewertung. Während sich der Titel auf "Sonys Kleiner" mittlerweile bereits an den Grenzen des Machbaren bewegt und vor allem durch tolle Animationen, teilweise höheren Wiedererkennungswert der Stars als auf den aktuellen Konsolen und einer schönen Präsentation begeistern kann, enttäuscht die PC-Version vor allem durch die Tatsache, dass die heute gängige Hardware einfach zu mehr fähig wäre, ein Schritt zur so genannten Next-Gen-Grafik also schon lange vollzogen werden sein sollte. Ist aber nicht, stattdessen bekommt man Performance-Probleme, hässliche Hintergründe bzw. Fantexturen und diverse Grafikfehler geboten. Wie war das noch? EA will sich mehr auf die Konsolen beschränken und diverse Projekte nicht mehr für den heimischen Computer anbieten? Sehr gut, mit den Fußballumsetzungen, egal ob sie nun die Bezeichnung UEFA oder FIFA im Titel tragen, hätte ich die nächsten Kandidaten für diese "Streichliste".
Wen verwundert es da noch, dass die optischen Highlights der Versionspalette von "UEFA Euro 2008" daher auch auf der aktuellen Konsolengeneration Xbox360 bzw. PS3 erschienen sind. Grandiose Licht- und Wettereffekte, flüssig ablaufende Animationen, kaum Clippingfehler, schön designte Spielermodelle, ein sattes Grün im Stadion, die Stadien selbst usw. usw. - man kommt aus dem Schwärmen kaum heraus. Unterstützt wird der klasse optische Eindruck durch die wirklich passende Präsentation, die natürlich das Europameisterschaftsgeschehen perfekt vermittelt, aber auch so Kleinigkeiten, wie Trainereinblendungen oder Zwischenergebnisanzeigen der Parallelspiele, beinhaltet.
UEFA Euro 2008
Es gibt aber auch Punkte bzw. Bereiche, die besser oder sagen wir gründlicher umgesetzt werden hätten können. Wo sind zum Beispiel die Schiedsrichter geblieben? Während die Konkurrenz schon lange den schwarzen Mann, samt seinen Assistenten, auch während des Spieles über den Platz huschen lässt, bekommt man das Trio bei EA nur in den Zwischensequenzen zu Gesicht. Oder wo sind die Ersatzspieler? Wird in einen der diversen Breaks der Trainer in einem Close-Up gezeigt, fällt einem sofort auf, dass er sich vor einer leeren Spielerbank befindet. Sieht extrem lächerlich aus und stört irgendwie auch den Gesamteindruck. Auf keinen Fall störend, trotzdem nicht mehr als ein nettes Gimmick ist das Feature "selbst steuerbare Jubelszenen". Hierbei wird es euch ermöglich die Kontrolle über den Spieler nach dem Torerfolg noch ein paar Sekunden länger zu behalten und durch Tastenkombinationen bestimmte Gesten auszulösen. Das erste Mal ganz lustig, dann aber verliert es den Reiz. Warum der Publisher dies so groß angekündigt hat, wird mir ein Rätsel bleiben.
Aber genug gemeckert, denn insgesamt spielt "UEFA Euro 2008" für die aktuellen Konsolen optisch in einer ganz eigenen Liga und ist noch einen Tick schöner wie der direkte Vorgänger "FIFA 08". Besonders zu loben ist hier die Xbox360-Umsetzung, da selbige ohne Framerate-Einbrüche und Flimmern auskommt - alles Punkte, die leider bei der PS3-Version mehr oder weniger stark enthalten sind.
