Die teilweise sehr fordernde KI verlangt von euch einiges an Übungsarbeit, bringt im Gegenzug aber einen enormen Tiefgang.
UFC Undisputed 2010
Mittlerweile zum guten Ton eines jeden Sportspieles gehört eine Art Herausforderungsmodus. So auch bei "UFC Undisputed 2010". Die "Ultimative Kämpfe" benannte Variante bietet euch hierbei die Möglichkeit besonders spektakuläre Fights der realen UFC-Geschichte nachzuspielen. Aber nicht nur, denn natürlich sind darin auch wieder die obligatorischen Aufgaben versteckt, welche erfüllt werden müssen und die bei erfolgreicher Absolvierung diverse Bonies, wie etwa kleine Filme zur UFC, frei schalten. Besonders neu oder gar innovativ ist das Ganze natürlich nicht und trotzdem: Es macht richtig Spaß.
UFC Undisputed 2010
Weniger Spaß macht allerdings, und jetzt kommen wir endlich zum eingangs angedeuteten Aufreger des Titels, der Online-Modus. Nicht nur, dass selbiger schon mal grundsätzlich bezüglich des Umfanges "sehr übersichtlich" ist, nein, THQ hat hier etwas eingebaut, was man schlicht als "Gebrauchtspiel-DLC" bezeichnen könnte. Während EA gerade wochenlang in den Medien für ihr "10$-Projekt" verbal verprügelt wurde, führte THQ ein ähnliches Schema still und heimlich ins nun erscheinende "UFC Undisputed 2010" ein. Der Stein des Anstoßes, zumindest für den ein oder anderen, hört auf den Namen "Fight Camps" und "Online-Schaukampf". Diese Spielvarianten für PSN und Xbox Live müssen nämlich frei geschalten werden. So weit, so wenig spektakulär. Ist man Käufer eines neuen Spieles, stellt dies auch kein Problem dar, ein entsprechender Code ist schließlich beigelegt. Schwieriger bzw. teuerer kann es aber für Käufer eines gebrauchten Spieles werden, denn wollen jene ebenfalls ein Online-Camp errichten und dort mit anderen Usern trainieren, sparren oder chatten oder wollen sie gar nur einen simplen Kampf über das World Wide Web bestreiten, dann müssen sie 400 MS-Points bzw. 5 Euro auf den Tisch legen bzw. ans entsprechende Unternehmen überweisen. Da kann man als Multiplayerfan nur sagen: Danke, THQ.
Nur wer übt, kommt auch wirklich weit
UFC Undisputed 2010
Der Einstieg in "UFC Undisputed 2010" ist gar nicht so schwer, auch für Spieler, die bisher nur wenig oder vielleicht sogar gar nichts mit dem Genre zu tun hatten. Gerade das bereits erwähnte Tutorial könnte den Eindruck erwecken, dass der Titel über kaum Tiefgang verfügen würde. Doch weit gefehlt. Zwar ist es richtig, dass die Grundlagen schnell erlernt sind und man simple Punches, Kicks und Blocks nach wenigen Minuten bereits sinnvoll einsetzen kann, aber seine wirkliche Stärke zeigt das Spiel erst, wenn man bereit ist sämtliche Kniffe zu erlernen. Ganz nebenbei: Ab der mittleren Schwierigkeitsstufe ist dies sogar Grundvoraussetzung um überhaupt nur einen Hauch einer Chance gegen die jederzeit klug agierenden CPU-Gegner zu haben.
UFC Undisputed 2010
"UFC Undisputed 2010" versucht ziemlich eindrucksvoll euch alle Aspekte dieser Kampfsportart zur Verfügung zu stellen. Und genau dies führt dann auch dazu, dass sich ziemlich schnell die "Spielerspreu" vom "Spielerweizen" trennen wird. Training ohne Ende ist angesagt, denn die recht umfangreiche Steuerung verlangt dies einfach. Throws, Strikes, Clinch, Takedown und Grappling - wer diese Aktionen alle gut beherrschen will, muss Zeit, viel Zeit einplanen. Besonders gut gelungen sind übrigens auch die so genannten Submissions - Griffaktionen im Bodenkampf -, welche den Gegner durch einen "Tap Out" zur vorzeitigen Aufgabe zwingen sollen. Aber auch hier gilt: Übung macht den Meister.
UFC Undisputed 2010
Und dies ist das grundsätzliche Problem, oder auch der große Pluspunkt, von "UFC Undisputed 2010". Für ein kurzes Spielchen zwischendurch ist der Titel schlicht und ergreifend kaum geeignet. Wer die Datenscheibe in die Konsole legt, muss sich länger damit beschäftigen. Hardcore-Gamer und Fans des Genres werden jubeln - Gelegenheitsspieler hingegen abwinken. Übrigens, es gibt keinen Gesundheitsbalken und auch die Anzeige für Energie / Ausdauer ist defaultmäßig erstmal ausgestellt. Das macht den Bildschirm zwar schön frei und man kann die volle Pracht des Fightes genießen, aber andererseits kämpft man gerade anfangs mit recht überraschenden Knockouts. Aber auch hier gilt, je länger man sich mit diesem System auseinandersetzt, umso intuitiver, realistischer fühlt es sich an. Man bekommt einfach mit der Zeit ein Gespür dafür, wie sich der digitale Kämpfer gerade fühlt, ob noch Kraftreserven vorhanden sind oder ob der nächste Treffer doch schon das KO-Aus bedeuten könnte.
