PCG on Tour beim Six Invitational - die letzte Ubisoft-Konstante

Special Tobias Meyer
PCG on Tour beim Six Invitational - die letzte Ubisoft-Konstante
Quelle: PC Games

Ubisoft streicht 2026 mehrere Projekte, schließt Studios und spart hunderte Millionen Euro ein. Während Prince of Persia und neue Assassin's-Creed-Titel fallen, rückt Rainbow Six Siege als eSport-Hoffnung ins Zentrum der Strategie.

Das Spielejahr 2026 ist noch nicht allzu alt und doch gab es schon einige krachende Meldungen. Die meisten davon von Ubisoft. Dabei hat der Publisher eines deutlich gemacht: Sicher ist hier niemand. Neben mehreren unangekündigten Titeln wurde unter anderem das von Fans heiß ersehnte Remake von Prince of Persia: The Sands of Time eingestellt. Die Studios in Halifax und Stockholm wurden geschlossen und mit sogenannten Creative Houses stellt sich das Unternehmen grundlegend neu auf.

Im Zuge des "Major Reset" will sich Ubisoft auf ein paar wenige Kernmarken konzentrieren, die das Unternehmen wieder auf Kurs bringen sollen. Eine davon: Rainbow Six Siege. Welchen Stellenwert der Live-Service-Shooter für Ubisoft hat, wurde beim diesjährigen Heim-Invitational in Paris besonders deutlich.

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Was war passiert?

Im Januar 2026 kündigte Ubisoft große Restrukturierungsmaßnahmen an. "Umfassende organisatorische, operative und portfoliobezogene Neuausrichtung" heißt es hierzu in komplizierter Finanzsprache. Im Detail bedeutet das ganz einfach: Spiele werden eingestellt, Studios geschlossen und alle Mitarbeiter wieder ins Büro zitiert.

Insgesamt handele es sich um die "dritte und letzte Phase" eines mehrjährigen Sparkurses. Phase zwei sollte rund 300 Millionen Euro einsparen - auf Kosten von über 3.600 gestrichenen Stellen. Nun sollen bis März 2028 weitere 200 Millionen Euro eingespart werden. Das entspräche also weiteren rund 2.400 Stellen.

Insider Gaming berichtet, dass dafür das Sand-of-Time-Remake, zwei Assassin's-Creed-Titel, ein Extraction-Shooter und noch zwei weitere Spiele gestrichen wurden.

Ubisoft Büroräume in Paris. Quelle: Ubisoft Bei Ubisoft wurden Anfang 2026 umfangreiche Umstrukturierungen bekanntgegeben. Entwarnung gibt es immerhin für Splinter-Cell-Fans. Zwar wurden beim Entwicklerstudio Ubisoft Toronto 40 Mitarbeiter entlassen - das Remake sei aber nicht gefährdet. Vielmehr wurde über den aktuellen Stand nicht verraten. Zweifelhaft ist jedoch, wie gut sich ein Spiel mit einem verkleinerten Team entwickeln kann. Ob externe Unterstützung dazugeholt wird, wurde von Ubisoft nicht benannt.

Ähnlich wie Skull and Bones seinerzeit oder aktuell Beyond Good & Evil 2 könnte sich Splinter Cell damit in einer Schwebe ohne greifbaren Fortschritt befinden.

Der Fokus liegt nun auf den erfolgreichsten Kernmarken - darunter Assassin's Creed, Far Cry, Anno und Rainbow Six.

Besonders bei Rainbow Six fällt auf: Die Community identifiziert sich stärker mit der Marke als mit dem Unternehmen dahinter. Trotz alledem ist der Dialog zwischen Spielern und Entwicklern ein Paradebeispiel dafür, wie Ubisoft und auch andere Publisher arbeiten sollten.

Operator Warden mit einer Schrotflinte im Anschlag. Quelle: Ubisoft Durch die Fülle an Operator in Rainbow Six Siege ist der Einstieg schwer.

Battlefield, Counter-Strike oder Rainbow Six?

Irgendwann im Leben kommt jeder Shooter-Fan an die Kreuzung der Entscheidungen. Welcher Weg soll die Shooter-Karriere auf Ewigkeit prägen? Wird es der Battlefield-Weg, der mit vielen Schmerzen und noch mehr Hoffnung verbunden ist? Der Counter-Strike-Weg, der schnurstracks die Russischkenntnisse der Spieler verbessert, ein allgemeines Hacker-Wissen schafft und in einer Skin-Gambling-Sucht endet? Oder doch der Weg auf der Rainbow-Road, der dem Spieler anfangs Steine in den Weg legt, nur damit sie später ganze Doktorarbeiten über Map-Taktiken schreiben können?

Natürlich gibt es noch haufenweise andere Shooter auf dem Markt, aber alle haben eines gemeinsam: Sie rauben Zeit und Nerven im Austausch gegen Dopamin und neue Freunde.

Bildergalerie

Ubisoft hat Ende 2015 mit Rainbow Six Siege etwas geschaffen, woran viele scheitern: einen neuen Competitive-Shooter zu etablieren, der von der Community nicht nur angenommen, sondern von eben jener zum eSport hochgezüchtet wurde. Auch wenn, oder eben weil man als Spieler einen langen Weg vor sich hat.

  1. Seite 1 Ubisofts Major Reset und die Folgen
  2. Seite 2 Warum Rainbow Six Siege anders funktioniert
  3. Seite 3 eSport entsteht aus der Community
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