Unity of Command 2 - Hexfeldstrategie im Test: Die Vorräte nicht vergessen!

Test Matti Sandqvist
Unity of Command 2 - Hexfeldstrategie im Test: Die Vorräte nicht vergessen!
Quelle: PC Games

Auf Steam findet man etliche Hexfeldstrategiespiele, die im Zweiten Weltkrieg angesiedelt sind. Viele von ihnen sind aber aufgrund der Komplexität nicht für Genreanfänger geeignet. Unity of Command 2 des kroatischen Entwicklers 2x2 Games ist ein gutes Beispiel dafür, dass rundenbasierte Strategiespiele trotz einfacher Bedienung einen großen Tiefgang haben können. Für wen das Spiel nun genau das richtige ist, verraten wir euch im Test

Mit der Panzer-General-Reihe feierten die Strategieexperten von SSI vor über 25 Jahren große Erfolge. Doch die Hexfeldschlachten kamen in den späten Neunzigerjahren ein wenig aus der Mode und so haben Fans nach dem etwas verunglückten 3D-Ableger vergeblich auf einen richtigen Nachfolger gewartet. Zwar gab es etwa mit Panzer Corps ein sehr gutes Remake der im Zweiten Weltkrieg angesiedelten Reihe, doch echte spielerische Neuerungen abseits von frischen Kampagnen haben die Entwickler von Flashback Games dem Genre nicht beigesteuert. Mit Unity of Command 2 bekommen die rundenbasierten Hexfeldschlachten nun aber wieder frischen Wind in den Segeln. Das Besondere an dem Spiel des kroatischen Indie-Entwicklers 2x2 Games ist, dass wir uns jetzt auch um die Nachschublinien hinter der Front kümmern müssen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Unity of Command 2 im Test: Denkt an die Vorräte!

Das Logistiksystem ist zum Glück recht simpel gehalten und ebenso einfach zu bedienen. Wir können auf bestimmte Hexfelder Versorgungskompanien stellen und sie mit mehr oder weniger LKWs ausstatten. Auf der Übersichtskarte sehen wir dann, welche von uns eingenommen Hexfelder Nachschub bekommen. Unsere Einheiten überleben zwar einige Runden ohne Versorgung, jedoch können die Truppen mit der Zeit keine Feinde mehr angreifen und nach fünf Zügen gehen sie dann endgültig verloren. Diese neue Spielmechanik verändert das von der Panzer-General-Reihe bekannte Konzept gewaltig und führt oftmals dazu, dass zu schnelle Offensiven aufgrund mangelnder Versorgung zu einem Desaster führen. Ebenso können wir aber diese Mechanik zu unseren Gunsten ausnutzen, indem wir feindliche Versorgungspunkte erobern und so die gegnerischen Einheiten einkesseln. So ersparen wir uns verlustreiche Gefechte gegen Veteraneneinheit oder gut geschützte Stellungen.
Das Logistigsystem ist zwar recht einfach gestrickt, verändert die Spielmechanik aber stark. Quelle: PC Games Das Logistigsystem ist zwar recht einfach gestrickt, verändert die Spielmechanik aber stark. Auch sonst hat Unity of Command 2 einige Ässe im Ärmel, die den gewohnt knackigen Hexfeldschlachten neue Herausforderungen verleihen. So müssen wir uns in der einzigen Kampagne des Spiels auf Seiten der Alliierten von Nordafrika über Italien bis nach Deutschland durchschlagen und dabei mit Panzern und Infanterieeinheiten die Truppen der Wehrmacht gekonnt schlagen. Dabei kommt das bekannte Schere-Stein-Papier-Prinzip zum Einsatz, wobei wir unsere Einheiten durch Hilfskompanien noch etwas verstärken und so etwa Fußtruppen mit Anti-Panzer-Waffen oder Feldartillerie ausstatten können. Wenn die Einheiten innerhalb der Reichweite unseres mobilen Hauptquartiers stehen, können wir ihnen auch Spezialbefehle geben, etwa einen geplanten Angriff gegen befestigte Stellungen ordern oder mit einem Scheinangriff feindliche Kräfte binden. Unsere Soldaten sammeln zudem auch Erfahrungspunkte, durch welche reguläre Einheiten im Laufe der Kampagne zu schlagkräftigen Elitetruppen werden - man sollte entsprechend Acht auf die Einheiten gegen und keine unnötigen Attacken starten.

Unity of Command 2 im Test: Nicht ganz perfekt

Wie in der Panzer-General-Reihe gilt es in Unity of Command 2, die einzelnen Missionen innerhalb einer limitierten Rundenanzahl zu erledigen. Wenn wir in den Aufträgen noch einige Bonusziele erobern, bekommen wir zusätzliche Prestige-Punkte, mit denen wir uns weitere Hilfskompanien für unsere Truppen leisten, unser Hauptquartier verbessern oder aber Spezialkarten kaufen. Mit den Karten schalten wir etwa zusätzliche Luftattacken oder Erkundungsflugzeuge für eine Mission frei und haben so mehr Taktikoptionen zur Hand. Die Kampagne mag zwar nicht in jeder Mission überzeugen, da die Aufgaben am Ende des Tages doch relativ ähnlich sind und manche Operationen auf höheren Schwierigkeitsgraden aufgrund des Rundenlimits nur durch viel Glück zu meistern sind. Uns hat sie aber insgesamt ganz gut gefallen, weil zum einen eher unbekannte Operationen des Zweiten Weltkrieges - etwa die Eroberung Siziliens oder der alliierte Vorstoß gegen die Gustav-Linie - thematisiert werden und zum anderen, weil es neben den historisch akkuraten Missionen auch alternative Bonusaufträge gibt, durch die wir den Verlauf des Krieges beeinflussen.
Auf der Kampagnenkarte können wir auch zusätzliche Missionen freischalten und so den Verlauf des Krieges ein wenig beeinflussen. Quelle: PC Games Auf der Kampagnenkarte können wir auch zusätzliche Missionen freischalten und so den Verlauf des Krieges ein wenig beeinflussen. Während uns das neue Logistiksystem, die eingängige Bedienung und der einfache Einstieg dank guter Tutorials sogleich begeistert hat, müssen wir leider sagen, dass Unity of Command noch einigen Fehlern zu kämpfen hat. So wird uns vor einem Angriff stets angezeigt, welchen Ausgang das Gefecht haben wird. Dabei stimmen die Angaben aber oftmals nicht und so können wir uns kaum auf die Vorhersagen verlassen. Schlimmer fanden wir aber, dass das Spiel uns keine richtige Speichermöglichkeit gibt. Die Missionen dauern zwar nicht ewig, aber man ist es von anderen Hexfeldspielen gewohnt, dass man durch Laden einen missglückten Zug wiederholen kann. Mitunter ärgerlich ist auch das Missionsdesign, das zum einen wenig Abwechslung bietet und zum anderen auch ein wenig unfair ist, weil uns zu wenige Runden für die Absolvierung eines Auftrages gegeben werden. Wir mussten zum Beispiel eine Bonusmission in Italien fünf Mal komplett wiederholen, weil uns trotz optimaler Taktik immer eine Runde fehlte. Schlussendlich sind wir aber mit Unity of Command mehr als zufrieden und können es allen Hobbygenerälen mit einer Vorliebe für Rundenstrategie ans Herz legen.

Meinung

Wertung zu Unity of Command 2 (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Logistiksystem sorgt für frischen WindLange SpielzeitUngewöhnliche SzenarienMissions-Editor im Spiel enthalten
Kein richtiges SpeichersystemEinige BugsMissionsdesign auf Dauer etwas eintönigEinige Texte trotz deutscher Version nicht übersetzt
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk