Valkyria Chronicles Remastered - SEGA greift zu den Reserven

Test Philipp Mentel
Valkyria: Chronicles Remasteres (3)
Quelle: Sega

2008 erschien Valkyria Chronicles auf der PlayStation 3. Das Taktik-Rollenspiel bewies mit seinem charmanten Grafikstil als auch dem Gameplay ein gutes Händchen. Grund genug, acht Jahre nach der Veröffentlichung, eine "Remastered" Version anzubieten. Denn anders als noch Ende des letzten Jahrzehnts, wird Valkyria Chronicles nun auch Digital angeboten. Ob sich das Spiel lohnt und welche Neuerungen SEGA beigepackt hat, lest ihr in unserem Test.

Valkyria Chronicles setzt mit seiner Handlung in Europa an: es herrscht Krieg, genauer gesagt der 2. Europäische Krieg, in der zwei Fronten aufeinandertreffen. Die Föderation aus dem Westen wird Mitte der 1930er Jahre vom Imperium aus dem Osten attackiert. Zwischen den Fronten liegt die Stadt Gallia, an dessen wertvolle Mineralien, das sogenannte Ragnite, das Imperium herankommen will. Zu allem Leid kommt noch hinzu, dass die Gruppe der Darcsen, dunkelhaarige Menschen, verschleppt wird.

Valkyria: Chronicles Remasteres (8) Quelle: SEGA Valkyria: Chronicles Remasteres (8) Man merkt schon, dass man sich hier an der Vorlage des 2. Weltkriegs bedient und das Szenario fiktiv neu darstellt. Hauptprotagonist in Valkyria Chronicles ist der junge Welkin Gunther, der nach Gallia zurückkehrt und die Invasion mitbekommt. Er schließt sich Alicia aus der hiesigen Armee an und bildet zusammen mit anderen Rekruten das Squad 7, welches den Feind aus dem Staat vertreiben will und muss. Im Laufe der gut 30-40 Stündigen Kampage lernen wir nicht nur die Details der Kriegssituationen kennen, sondern schließen die doch recht liebenswürdigen Charaktere im Spiel ins Herz.

Taktik-Rollenspiel im Gemäldelook

SEGA's CANVAS-Engine erzeugt den interessanten Look des Spiels. So schauen nicht nur die Zwischensequenzen, sondern auch die Schlachtfelder, auf denen wir uns bewegen, wie aus einem Gemälde aus. Durch die ausgegrauten Ränder am Bildschirm sticht der "Buch-Look" heraus. Denn im Grunde wählt man in einem Buch, unterteilt in die einzelnen Spielkapitel, die Zwischensequenzen und Schlachtfelder aus, die die Geschichte so vorantragen. Zudem kann man über das Buch auch noch das Hauptquartier anwählen, dort seine Rekruten verbessern, neue Rekruten anheuern oder seinen Panzer aufwerten - was uns gleichzeitig zum Gameplay bringt.

Valkyria: Chronicles Remasteres (10) Quelle: SEGA Valkyria: Chronicles Remasteres (10) Nach acht Jahren wird so manch einer wissen, was Valkyria Chronicles einem auftischen will: knallharte Taktik in einem rundenbasierten Kampfsystem. So wählen wir vor einer Schlacht unsere Truppen (es gibt fünf verschiedene Klassen), die wir möglichst auf die Kampfsituation abstimmen sollten. Ziel ist es dann, entweder die gegnerische Basis zu überlaufen oder bestimmte Gegner, wenn nicht sogar alle, zu besiegen. Dabei wählen wir Runde für Runde unsere Truppen an, bewegen sie soweit herum, bis sie nicht mehr laufen können und versuchen den Gegner gezielt abzuschießen.

Dazu greifen wir per Third-Person-Perspektive auf den Schießprügel unseres Recken zu und zielen auf den Gegner. Je nach Distanz, Stärke der Rüstung oder Waffe, als auch abhängig von der genutzten Deckung, wird es schwieriger oder leichter den Gegner zu eliminieren. Ein Feind, der sich hinter Sandsäcken versteckt, hält deutlich mehr aus, als ein frei herumlaufender Recke. Dasselbe gilt auch für unsere Seite. Stehen wir einfach auf dem Schlachtfeld herum, sind wir leichtes Ziel für unseren Gegner, der ebenso wie wir seine Runden zu nutzen weiß - auch wenn die KI sicherlich noch Luft nach oben hat. Valkyria: Chronicles Remasteres (12) Quelle: SEGA Valkyria: Chronicles Remasteres (12) Ohne Frage, Valkyria Chronicles ist kein leichtes Spiel. Die Schlachten dauern meist gute 30 Minuten (mal länger, mal kürzer) und die KI nutzt in der Regel unsere taktischen Fehler aus, um unsere Kämpfer ins Jenseits zu befördern. Dabei gilt auch: jeder Tod ist permanent. Bewegen wir eine in der Nähe stehenden Truppe nicht innerhalb von drei Runden zu dem gefallenen Soldaten, kann dieser nicht verarztet werden und stirbt. In der Regel aber passiert das nicht. Denn wenn man schlecht spielt, ist auch unser Hauptcharakter Welkin dran - und dann ist die Mission auch schon im "Game Over" und wir dürfen neu laden.

Die Features der Remastered-Version

Doch was bringt die Remastered-Version eigentlich für Features mit sich? Sind die 19,99€ Standardpreis für Valkyria Chronicles gerechtfertigt? Angesichts des normalen Spielumfangs schon, da man je nach Spielweise und Spielintelligenz sicherlich mindestens 30 Stunden benötigt, um die Hauptkampagne (20 Kapitel) zu Ende zu bringen. Zudem warten noch Schlachtfelder in einer Art freien Spiel absolviert zu werden. Nichtsdestotrotz bietet das Remaster neben 60 FPS und einer Auflösung von 1080p schon mal einen technischen Mehrwert.

Valkyria: Chronicles Remasteres (4) Quelle: SEGA Valkyria: Chronicles Remasteres (4) Desweiteren hat man sämtliche DLC's und auch Trophäen-Support mit ins Spiel implementiert. Die DLC's bieten nicht nur spielerischen Mehrwert, sondern auch erzählerischen. Edy's Mission und Selvaria's Mission erzählen unterschiedliche Geschichten zweier beliebter Figuren aus der Reihe. Neben mehreren neuen Schlachten, gibt es zusätzlich auch noch einen Hardcore-Modus für die ganz Hartgesottenen. Als kleines Schmankerl bietet Valkyria Chronicles neben einer englischen Sprachausgabe auch die japanische. Klasse: alle Dialoge im Spiel, auch abseits der Zwischensequenzen, sind vertont.

Meinung

Wertung zu Valkyria Chronicles Remastered (PS4)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
viele taktische Möglichkeiten (Befehle, Potenziale einzelner Soldaten)stimmige, wenn auch teils kitschige Storyinteressanter Grafikstil dank CANVAS-EngineKI nutzt (meist) ihre Möglichkeiten, um uns zu ärgernmehrere Challenges, Skirmishes und freischaltbare Sachenkomplette Vertonung der DialogeJapanische Sprachausgabe
recht langsames Spieltempo (keine Möglichkeit gegnerische Spielzüge zu beschleunigen)teils verwaschene Texturen und steife Animationenzickige Steuerung im Panzereinzelne Menüpunkte hätten intuitiver zu erreichen sein können
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