Mit WWE '13 präsentieren THQ und Yuke's ihr jährliches Update für die Videospiel-Umsetzung der WWE-Marke. Neben neuen Editor-Features gilt das diesjährige Augenmerk vor allem einer ganz besonderen Epoche des Wrestling-Business: Die Attitude Ära. Ob bei so viel Aufmerksamkeit für die legendären und leider lange vergangenen Tage das aktuelle Showgeschäft unter die Räder kommt?
Die Kreativabteilung
Quelle: THQ
WWE '13 (12)
Selbstverständlich kommt auch WWE 13 mit dem bekannten Editor-Packet daher. Hier können wir auch dieses Jahr so ziemlich alles unseren Vorstellungen anpassen. Bringen wir genügend Zeit auf ist bald ein Wrestler mit eigenem Move-Set, Kreativ-Finisher, Einzug, Titantron-Film und Logo in einer eigens erdachten Storyline zu finden und marschiert in einer eigens gestalteten Arena die Rampe zum Ring hinunter. Besonders der Hallen-Editor wurde im Vergleich zu Vorjahr nochmal erweitert und überlässt uns nun auch Rampe, Bühnenbild und so ziemlich jeden erdenklichen Fleck des Veranstaltungsortes. Dabei ist in jeder dieser Kategorie eine schiere Unmenge an unterschiedlichen Varianten und Designs zu finden, was dem Spiel in dieser Hinsicht wirklich Jahr um Jahr ein gewisses Alleinstellungsmerkmal verleiht.
OMG
Quelle: THQ
WWE '13 (5)
In WWE 13 findet der geneigte Spieler die entrümpelte Steuerung aus dem Vorjahr wieder. Statt mit Stick und Schultertasten Wurfgriffe verschiedenster Intensität vom Stapel zu lassen, haben wir einen Knopf für Schlagangriffe, einen für Wurfangriffe, einen für Irish Whips und einen für Signature- sowie Finisher-Manöver. Größte Änderung zu 2011 ist jedoch, dass Konter, welche mit dem rechten Trigger ausgelöst werden, nun einsteigerfreundlicher gemacht wurden. Das messerscharfe Timing von WWE 12 wich einer wesentlich toleranteren Handhabe der Angriffsumkehr und macht sich vom ersten Moment an bemerkbar. Zwar sind die Einblendungen nach wie vor mehr grober Anhaltspunkt als wirkliche Hilfe, da sie auch in WWE 13 viel zu spät eingeblendet werden, aber irgendwann findet man ganz von alleine den richtigen Moment. Insgesamt laufen die Kämpfe dadurch schnell und intensiv ab und machen alleine oder mit Freunden jede Menge Spaß. Neu ist auch, dass wir nun mit einem gespeicherten Finisher sogenannte OMG-Momente aus dem Finger zaubern können. Diese Momente wurden ebenfalls in der Attitude Ära gerne als Stilmittel eingesetzt um die gebotene Action zu intensivieren. So befördern wir den Gegenüber durch die Zuschauerabsperrung oder einen Kommentatorentisch und bringen so das Publikum dazu uns frenetisch zu bejubeln.
Alternde Technik und gute Stimmung
Quelle: THQ
WWE '13 (16)
WWE 13 ist, obwohl brandneu auf dem Markt, schon sichtbar gealtert. Die zugrunde liegende Engine wird seit Jahren immer und immer wieder punktuell verbessert, was im Standbild sehr gut aussieht ist in Bewegung mittlerweile äußerst grenzwertig. Laufanimationen wie beispielsweise beim Ringeinzug von Kane sehen derart hüftsteif und ungelenk aus, dass man bereits nach wenigen Momenten nicht mehr zusehen möchte. Auch in Sachen Gesichtsanimation merkt man WWE 13 den alten Grundstein mehr als deutlich an. Lippenbewegungen und Gesichtszüge sind derart unnatürlich, dass man beinahe vermuten könnte Bauchredner Jeff Dunham hätte seine Hände im Spiel. Im Kampfgeschehen bietet sich jedoch ein komplett anderes Bild. Die Animationen der Schläge und Würfe sind schön ausgearbeitet und ab und an auch durch tolle Replays cool in Szene gesetzt. Ein frischer Wind würde hier allerdings auch für einen großen Schritt nach vorne sorgen.
Quelle: THQ
WWE '13 (20)
Auch die KI ist von einigen Aussetzern geplagt und agiert manchmal völlig hirnrissig. Mal bleiben sie völlig regungslos stehen, ein anderes Mal laufen sie sekundenlang gegen Ring oder Absperrung, was von nicht ganz ausgereifter künstlicher Intelligenz zeugt. Abseits des Rings sind die Zuschauer in den ersten Reihen noch vergleichsweise toll animiert, während man in den Oberrängen lediglich Polygonbrei serviert bekommt. Da der Blick während des Kampfes jedoch nie die ersten paar Reihen verlässt ist dieser Umstand durchaus verschmerzbar. Auch wenn das Publikum nicht danach aussieht, macht es ordentlich Stimmung, was den erstmals verwendeten Originalaufnahmen des WWE-Universe zu verdanken ist. Die Schreie und Zwischenrufe wirken authentisch und verleihen dem Geschehen einen realen Touch. Am Kommentatorentisch erwarten uns die Legenden Jim Ross, Jerry "The King" Lawler und die neue Raw-Hauptstimme Michael Cole. Letzterer kommt allerdings erst in der Moderne zum Einsatz, während wir JR und Lawler in der Attitude Ära vorzugsweise auf die Ohren bekommen. Neben völlig neuen Sätzen im Repertoire werden wir oft auch von Originalaussagen überrascht. So erleben wir bei Mankinds Käfigsturz beispielsweise noch einmal JRs Reaktion mit, welche mindestens so legendär sein dürfte wie Stone Colds 3:16-Zitat.
