Dawn of War 3 im Test: Inszenierung, Schwächen, Fazit & Wertung
Test 35,99 €
Auf der zweiten Seite unseres Tests zu Dawn of War 3 gehen wir weiter auf die Kampagne ein, erklären die Schwächen des Echtzeit-Strategiespiels - und schreiten zur Wertung.
Dawn of War 3 im Test: Ganz nach Drehbuch
Quelle: PC Games
Die Spielmechanik lässt sich relativ einfach austricksen. Hier haben wir zum Beispiel eine große Übermacht in aller Ruhe aufgebaut, weil wir bestimmte Script-Ereignisse nicht ausgelöst haben.
Auffällig in den Missionen ist ebenso, dass sie sehr skriptlastig sind. Was wir damit meinen: Erst wenn wir eine Stelle auf der Karte erreichen oder ein bestimmtes Gebäude zerstören, wird das nächste Ereignis ausgelöst - eine sowohl aus Ego-Shootern wie Call of Duty aber auch aus anderen Echtzeitstrategie-Spielen bekannte Mechanik. Das sorgt zwar auf der einen Seite dafür, dass die Handlung auch innerhalb der Aufträge weitergesponnen wird und obendrein die Inszenierung stimmig ist. Auf der anderen Seite lernt man aber relativ schnell, diese Mechanik für sich auszunutzen und so die Herausforderungen der Kampagne relativ niedrig zu halten. Wenn man sich zum Beispiel extra viel Zeit lässt und eine riesige Armee in Ruhe aufbaut, hat der Computer kaum eine Chance, den eigentlich als schwer angedachten Kampf zu gewinnen. Zudem ist es auffällig, dass sich die KI nicht wie in anderen Genrevertretern selbst um ihre Ressourcen oder das Anheuern der Truppen kümmert. Vielmehr werden an bestimmten Stellen Feinde gespawnt, die immer über den gleichen Weg und aus derselben Richtung unsere Basis angreifen. Ob wir Rohstoffpunkte des Gegners übernehmen oder nicht, scheint dabei keine Rolle zu spielen. Eine solche Mechanik wurde bereits in den Neunzigern zu Recht bei Spielen wie Command & Conquer kritisiert und ist selbstverständlich auch weiterhin ein großer Schwachpunkt. Da die KI obendrein auch taktisch nicht allzu klug agiert und etwa von der Flanke angreift oder auf die Zusammensetzung unserer Truppen achtet, geht noch ein wenig mehr die Glaubwürdigkeit und damit ein Stück Spielspaß verloren.
Dawn of War 3 im Test: Sand im Getriebe
Quelle: PC Games
In allen Missionen gilt es, auch Bonusziele zu absolvieren. Die Aufgaben bringen uns noch mehr Schädel, mit denen wir Elite-Einheiten für den Mehrspielermodus freischalten.
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Wie bereits erwähnt, will Relic uns mit Dawn of War 3 epische Schlachten bieten. Hier müssen wir sagen, dass die Spielmechanik einige Schwächen aufweist und sich unserer Meinung nach nicht wirklich optimal für die riesigen Kämpfe mit mehr als 20 Einheiten eignet. Zwar müssen wir uns nicht mehr wie in Company of Heroes 2 stets um eine gute Deckung für unsere Krieger kümmern, jedoch spielt wie in den anderen Spielen des Studios das Mikromanagement wieder einmal eine maßgebende Rolle. So hat fast jede Einheit noch eine Spezialattacke, die wir auf Knopfdruck auslösen. Die meisten Fernkampftruppen können zum Beispiel neben ihren Gewehren auch Granaten einsetzen, die wir auf die Feinde werfen können. Das System funktionierte im Vorgänger tadellos, da man hier zum einen dank der Deckung mehr Zeit hatte und zudem mit deutlich weniger Einheiten hantieren musste. In Dawn of War 3 dagegen verliert man schon aufgrund der großen Armeen leicht die Übersicht über die eigenen Truppen und das Spielgeschehen artet mitunter in Chaos aus. Natürlich wird es den einen oder anderen Starcraft-Profispieler geben, der gerne im Sekundentakt Befehle gibt und alle Tastenkürzel auswendig lernt, für den "normalen" Echtzeitstrategie-Fan ist das System aber unserer Meinung nach mitunter etwas zu hektisch.
Ähnlich verhält es sich auch mit dem Bau der Basen. Da Relic auf ein offensives System setzt und so auf Verteidigungstürme verzichtet, verliert das sonst strategisch wichtige Element an Bedeutung. Schlussendlich macht es kaum einen Unterschied, wo man die Gebäude genau platziert. Immerhin gibt es aber zumeist in der Nähe der Basen Energiekuppeln, unter die man Fernkampfeinheiten zur Abwehr hinstellen kann und sich so nicht ständig mit der Verteidigung des eigenen Hauptquartiers beschäftigen muss.
Quelle: PC Games
Gegen Ende der Kampagne dürfen wir auch die mächtigsten Elite-Einheiten wie den Imperialen Ritter einsetzen. Die Super-Krieger sind unserer Meinung nach etwas zu stark.
Dawn of War 3 im Test: Mächtige Eliten
Das letzte wichtige Spielelement, worauf wir zu sprechen kommen wollen, sind die sogenannten Eliten. Das sind Super-Einheiten, die aufgrund ihrer hohen Lebensenergie und ihrer kräftigen Attacken über Sieg und Niederlage entscheiden. In der Kampagne sind es zum Beispiel Helden wie der Blood-Raven-Anführer Gabriel Angelos, aber auch motorisierte Einheiten wie der Mech-artige Imperiale Ritter. Die Eliten sehen auf dem Bildschirm echt klasse aus und vermitteln tatsächlich sehr gut das epische Spielgefühl, das man von einem Warhammer-Titel erwartet. Jedoch waren die Super-Einheiten in der von uns gespielten Version noch ein wenig zu stark und führten - auch im Mehrspielermodus - dazu, dass man die normalen Truppen kaum noch verwendete. Da Relic wegen der Freischaltung dieser Eliten eine Always-online-Pflicht für die Kampagne eingebaut hat, hinterließ auch dieses Spielelement einen leicht faden Beigeschmack bei uns.
Dawn of War 3 im Test: Fazit und Wertung
Quelle: PC Games
Sobald man den feindlichen Energiekern ausschaltet, hat man die Partie gewonnen.
Doch insgesamt sind die meisten von uns angesprochenen Kritikpunkte für das Genre relativ typisch, einige auch je nach Geschmack unterschiedlich zu bewerten und in der Summe nicht so gravierend. Dawn of War 3 bringt genau das auf die heimischen Bildschirme, was man auch erwarten kann: ein Echtzeitstrategie-Spiel mit waschechter Warhammer-Atmosphäre und epischen Kämpfen! Außerdem sind wir uns sicher, dass Relic noch vor und auch nach dem offiziellen Release am Balancing feilen wird. Wer also auf der Suche nach einem sehr gut inszenierten Strategiespiel mit tollem Umfang ist, sollte sich den Titel unbedingt vormerken!
