Warhammer Age of Sigmar - Storm Ground im Test: erstklassige Rundentaktik oder Schuss in den Ofen?
Test
Mit Age of Sigmar - Storm Ground kommt ein neues Warhammer-Spiel auf den Markt. Die Entwickler von Gasket Games lassen das beliebte Board Game Warhammer Age of Sigmar als Videospiel aufleben. Dabei kombinieren sie rundenbasierte Hexfeldtatik mit Rogue-lite Elementen. Was dabei rausgekommen ist und ob das Spiel der Warhammer-Lizenz gerecht wird, haben wir getestet.
Die Warhammer-Lizenz wird herumgereicht wie die Wundertüte in einer geselligen Runde mit Freunden. Von meist weniger guten Titeln bis hin zu Strategie-Perlen wie Total War Warhammer hat das Franchise so einiges zu bieten. Dieses Mal sind die Entwickler von Gasket Games am Zug. Dabei orientieren sie sich an der Welt bzw. dem Zeitalter von Sigmar. Dieses ist als Fortsetzung der klassischen Warhammer-Fantasy gedacht und behandelt neue Fraktionen und Konflikte. Doch der einzigartige Warhammer-Charme mitsamt seiner Verehrung des Übermächtigen, widerwärtigen Fraktionen und einem übertriebenen Militärgehabe darf auch hier nicht fehlen. Als Anführer einer der drei Fraktionen Stormcast Eternals, Nighthaunt und Maggotkin dürft ihr euch eurer eigene kleine Truppe zusammenstellen, um die in rundenbasierten Kämpfen ausgetragene Kampagne abzuschließen.
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Gewinnt ihr einen Level, dringt ihr weiter in das Gebiet der feindlichen Fraktion vor und müsst bis zum Endkampf euren Trupp verbessern, um der wachsenden Bedrohung die Stirn zu bieten. Welchen Pfad ihr auf dem Weg bis zum Endgegner bestreitet, könnt ihr selbst wählen. Bevor ihr euch jedoch für einen Pfad entscheidet, könnt ihr im Voraus Informationen über Gegentypen, die Art der Mission und welche Belohnung ihr bei Erfolg bekommt erhalten. Solltet ihr es nicht schaffen, die feindlichen Einheiten zu besiegen oder stirbt euer Held, müsst ihr wieder von vorne beginnen.
For the Emperor
Doch gehen wir etwas genauer ins Detail. Für euren ersten Anlauf müsst ihr als Freya Skyhelm die Führung über eine Gruppe Stormcast Eternals übernehmen, bevor ihr die Kampagne der Nighthaunt oder Maggotkin beginnen könnt. Freya wurden von Sigmar, einem Gott, geschmiedet, um die Armeen des Chaos aufzuhalten. Aller Anfang ist schwer und auch in diesem Spiel gehört das Versagen mit dazu. Ihr werdet es womöglich nicht schaffen, die Kampagne auf Anhieb zu bewältigen. Stirbt euer Held, könnt ihr diesen neu schmieden lassen und wieder von vorne anfangen.
Sammelwahnsinn
Quelle: PCGames
Unsere Heldin kann auf einem Drachen den Gegnern Feuer unterm Hintern machen.
Eure Einheiten und Helden sammeln im Kampf Erfahrung und Ausrüstung. Auf diese wollt ihr nicht verzichten, denn um bis zum Endkampf zukommen, werdet ihr euch immer stärker werdenden Gegner gegenüberstellen müssen. Ausrüstung ist in verschiedene Seltenheitsgrade unterteilt und kann auch nur von den passenden Einheiten angelegt werden. Aber nicht nur bessere Ausrüstung, sondern auch neue Einheiten können verdient werden. So könnt ihr euch ganz nach euren Vorstellungen und Strategien ein Team zusammenstellen. Welche Einheiten und Ausrüstung ihr erhaltet, ist dem Zufall überlassen und ihr werdet nach jedem Kampf aufs neue überrascht. Haben eure Einheiten genug Erfahrung gesammelt, könnt ihr sie mit Talenten versehen. Diese bringen beispielsweise mehr Gesundheit oder andere passive Boni. Auch kosmetisch könnt ihr eure Einheiten ganz nach euren Vorlieben gestalten. Ihr könnt die Farben eures Trupps anpassen sowie neue Outfits erkämpfen.
Kämpfen bis der Arzt kommt
Quelle: PCGames
Stoßen wir einen Gegner in die Stacheln, stirbt er sofort und wir ersparen uns unnötige Verluste. Aber Vorsicht, die Stacheln töten unsere Einheiten auch sofort.
Das Kampfsystem funktioniert ziemlich gut. Ihr wählt eine Einheit aus und dürft nach Anzahl der Bewegungspunkte diese in Richtung eures Gegners bewegen. Dabei platziert ihr Einheiten an strategisch vorteilhaften Positionen. Eurer Streitkräfte sowie die des Gegners haben ihre spezifischen Stärken und Schwächen und wollen dementsprechend optimal gespielt werden. Nach ein paar Runden stellen sich effektive Kombinationen heraus und die Handhabung sowie das Experimentieren mit unterschiedlichen Einheiten bringt die nötige Spieltiefe in die taktischen Kämpfe.
Einheiten können ähnlich wie in Hearthstone nicht beliebig platziert werden. Auch hier könnt ihr nur die Einheiten ausspielen, deren Kosten eurem derzeitigen Mana entsprechen. Es wäre ja auch irrwitzig, wenn ihr schon am Anfang euer schnellstes Pferd aus dem Stall lasst oder euer ganzes Pulver verschießt. Mit steigender Rundenzahl könnt ihr bessere Einheiten aufs Feld befehligen. So ist es aber auch wichtig, schwächere Einheiten mitzuführen, damit euer Held nicht so alleine dasteht. Außerdem werden, je besser eure Einheiten werden, diese auch teurer. Außer ihr wählt ein Einheitentalent, welches die Kosten senkt. Darüber hinaus gibt es noch Aether, den ihr verwendet, um Fähigkeiten einzusetzen.
Warhammer dreierlei
Auch die Fraktionen bringen Abwechslung. So versucht ihr, mit den Maggotkin die Saat der Verderbnis über dem Schlachtfeld auszubreiten um für eure Einheiten Boni und für die gegnerischen Malusse zu erhalten. Als Stormcast Eternals könnt ihr die Rüstung eurer Einheiten durch Zusammenhalt st
Quelle: PCGames
Verbrennen wir die Felder der Verderbnis, bekommt der Gegner keine Boni mehr und wir können das Gebiet passieren.
ärken und als Nighthaunt lehrt ihr eure Gegner das Fürchten. Die Fraktionen sowie alle Einheiten unterscheiden sich signifikant und bieten dem Spieler jeweils ein ganz anderes Erlebnis.
Abwechslung gibt es auch bei den unterschiedlichen Missionstypen. Von simplen Zielen wie "bezwinge das generische Heer" bis zu komplexeren Aufgaben wie "zerstöre den Kristall, damit der Schutz des Gegners sinkt", hat das Spiel viel bieten. Dadurch werden die Kämpfe nicht zu schnell eintönig. Manche Aufgaben sind zudem richtig knifflig. Wie diese Aufgaben aussehen, wollen wir, um euch nicht zu spoilern, lieber nicht verraten.
Die Käfigtür geht langsam auf und da zeigt es sich das zweite Gesicht
Quelle: PCGames
Wir begeben uns in Reich der Maggotkin, um deren Herrscher vom Thron zu stoßen.
Doch kommen wir nun zu den Dingen, die uns überhaupt nicht gefallen haben. Davon gibt es leider einige. Was uns sehr schnell gestört und die eigentlich amüsanten Kämpfe wirklich stark nachteilig beeinflusst hat, ist die fehlende Möglichkeit, den Kampf zu beschleunigen. Dazu kam noch ausgiebiger Lag. Manchmal war der so schlimm, dass man sich in der zwischen Zeit einen Kaffee kochen konnte. Kombiniert man den Frust über das langsame Gameplay mit den häufigen Abstürzen, muss man erstmal süße Katzenvideos anschauen, um den in die Höhe getriebenen Puls zu senken.
Und dabei wollten wir das Spiel eigentlich mögen. Das interessante Kampfsystem und das Warhammer-Fantasy-Setting mit ansprechenden Charaktermodellen und der tollen Vertonung sollten begeistern können. Doch die technischen Probleme des Spiels ruinieren das ganze Erlebnis und es kommt das Gefühl auf, es handelt sich bei Warhammer Age of Sigmar Storm Ground (jetzt kaufen 19,99 € ), um ein unfertiges Produkt. Hätten sich die Entwickler mehr Zeit genommen, hätte aus dem Spiel ein würdiger Warhammer-Ableger werden können. Schade! Somit ist Warhammer Age of Sigmar nur ein mittelmäßiges Spiel, welches ohne die nötigen Verbesserungen schnell in Vergessenheit geraten dürfte.
Quelle: PCGames
Schaffen wir die Kampagne, schalten wir weiter Schwierigkeitsgrade frei
Doch hoffentlich nehmen sich die Entwickler die durchwachsene Kritik zu Herzen, überarbeiten die zahlreichen technischen Probleme und liefern zudem mehr Inhalte für die Zukunft. Dann kann Storm Ground noch zu dem werden, was sich Fans des Franchise erhofft haben.
Warhammer Age of Sigmar Storm Ground ist am 27. Mai für PC und Konsolen erschienen.
