Wario World: Wir blicken in unserem Retro-Special auf das fast vergessene Jump & Run zurück!

Special Lukas Schmid
Wario World: Wir blicken in unserem Retro-Special auf das fast vergessene Jump & Run zurück!
Quelle: Nintendo

Heutzutage sieht man Griesgram Wario leider nur noch selten in seinen eigenen Spielen - und wenn, dann meistens in den Wario-Ware-Mikrospiel-Sammlungen. Auf dem Gamecube hingegen bekam er sogar seinen eigenen 3D-Hüpfer spendiert! In unserem großen Retro-Special unklusive Video blicken wir zurück auf Wario World. Wie spielt sich das fast vergessene Abenteuer heute?

Denkt man an das japanische Entwicklerstudio Treasure, dann kommen einem wohl am ehesten Actiontitel in den Sinn. Kein Wunder, denn das Team hat sich seit seiner Gründung im Jahre 1992 vor allem durch meist bockschwere Shoot 'em Ups wie Ikaruga und Action-Spiele wie Gunstar ­Heroes einen Namen gemacht. So war denn auch davon auszugehen, dass uns auf dem Gamecube nach dem N64-Effektfeuerwerk Sin & Punishment ein ähnlich gelagertes Abenteuer erwarten würde.

Allerdings - warum auch immer - gingen Nintendo und Treasure einen anderen Weg und der Mario-Konzern legte mit Wario World d en ersten 3D-Ableger der auf dem Game Boy geborenen Reihe um den Knoblauch liebenden Mario-Antagonisten in die Hände des Studios. 2002 und noch für dasselbe Jahr angekündigt, wanderte Warios 128-Bit-Ausflug schließlich nach mehreren Verschiebungen im Sommer 2003 auf die Nintendo-­Konsole. Ein Jump & Run von einem Team, das mit gänzlich anderen Genres groß geworden ist - eine ungewöhnliche Wahl. Jedoch, ihre Kernkompetenz konnten die Männer und Frauen von Treasure auch hier nicht verleugnen. Denn auch wenn in Wario World viel gesprungen und erkundet wird, so sind die Kämpfe gegen zahlreiche Feinde doch ebenfalls ein klarer Fokus des Abenteuers!

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Zurück an die Spitze!

Da hat Wario noch gut lachen. Nur Sekunden nach dieser Szene in der Anfangssequenz wird Warios Schloss samt seinem Reichtum dem Erdboden gleichgemacht. Quelle: PC Games Da hat Wario noch gut lachen. Nur Sekunden nach dieser Szene in der Anfangssequenz wird Warios Schloss samt seinem Reichtum dem Erdboden gleichgemacht. Doch erst einmal zur Geschichte, die in bester Pilzkönigreich-Tradition rasant abgehandelt ist: Wario sitzt fröhlich zwischen all seinen ergaunerten Reichtümern in seinem Schloss, als ein ganz besonderer, verfluchter Juwel aus seinem Besitz zum Leben erwacht, die Schätze in alle Winde verteilt, die Gemäuer zum Einsturz bringt und Wario somit zum Obdachlosen macht. Das kann der Stinkstiefel aus Überzeugung natürlich nicht auf sich sitzen lassen und er macht sich auf, sein Hab und Gut wieder einzusammeln und dem bösen Juwel Einhalt zu gebieten. Das ist die Prämisse und bei der bleibt es bis zum Ende auch; dazwischen ist das Gameplay angesiedelt. Von einer frei begehbaren, winzigen Oberwelt aus, die hübsch aussieht, aber leider keinerlei Geheimnisse bereithält, gelangen wir zu insgesamt vier Arealen. Jedes davon beinhaltet zwei Levels, wobei sich das zweite stets erst öffnet, sobald wir das erste absolviert haben. Sind beide Levels geschafft, öffnet sich eine dritte Tür, die uns zum Boss des jeweiligen Abschnits führt - zusätzlich zu Endgegnern am Ende einer jeden Welt. Acht Levels, eine Handvoll Bosse - das hört sich ja nach gar nicht mal so viel an. Und tatsächlich ist der ganze Wario-Spaß auch sehr schnell vorbei. Je nachdem, wie gründlich man die diversen Welten erforscht, dürfte man maximal etwa vier bis sechs Stunden beschäftigt sein.

Jäger und Sammler

Nur wer in den Levels die Augen offen hält, wird auch wirklich alles entdecken. Oft müssen Schalter gedrückt werden, die an anderer Stelle eine Kiste erscheinen lassen. Quelle: PC Games Nur wer in den Levels die Augen offen hält, wird auch wirklich alles entdecken. Oft müssen Schalter gedrückt werden, die an anderer Stelle eine Kiste erscheinen lassen. Und nach dem Sieg über den dunklen Juwel ist Schicht im Schacht, denn Endgame-Inhalte existieren keine. Dafür haben die Welten prinzipiell einiges zu bieten. Wo man in einem Standard-Mario-Plattformer meist in wenigen Minuten am Ziel angekommen ist, verbringt man in den Levels in Wario World gerne mal 30 bis 45 Minuten. Das liegt primär an den zahlreichen und gut versteckten Sammelgegenständen. In jedem Areal warten acht Schätze auf uns. Findet man alle in einer Welt, schaltet man eine Runde Mikrospiele für Wario Ware, Inc.: Minigame Mania für den Game Boy Advance frei, die man über Linkkabel und das entsprechende Modul absolvieren kann - ein Feature, welches heutzutage wohl nur noch bedingt motivieren kann, sofern man überhaupt noch über die benötigte Hardware verfügt. Weiterhin gibt's stets acht goldene Statuenteile zu finden.

Sind alle eingesackt, steigt Warios Lebensenergie um ein halbes Herz. Die pro Welt fünf in Kisten eingesperrten Wichtlinge des Waldes geben uns einerseits Tipps für vor uns liegende Hindernisse mit auf den Weg und sind andererseits notwendig, um die verschiedenen Enden des Spiels freizuschalten. Je mehr befreite Wichtlinge, desto luxuriöser fällt Warios nach dem Endkampf errichtetes, neues Zuhause aus! Und die acht roten Kristalle zu guter Letzt sind notwendig, um überhaupt Eintritt zum Boss des jeweiligen Levels gestattet zu bekommen. Reicht zu Beginn eine Handvoll der roten Kostbarkeiten, müssen wir gegen Ende fast alle davon im Level finden, um voranzukommen. Egal, ob man Komplettist ist oder nicht, ganz kommt man ums Erkunden also nicht herum! Die nur scheinbar geradlinigen Welten bieten in Wahrheit allerlei Ecken, Umwege und versteckte Bereiche, die man nur entdeckt, wenn man die Augen offen hält.

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