Watch Dogs Vorschau - Cooles Hacking, nette Nebenaufgaben und Fakten zum Multiplayer

Special Peter Bathge
Watch Dogs: Abseits der Story warten zahlreiche Nebenbeschäftigungen. Unter anderem können wir uns mit Virtual-Reality-Spielen die Zeit vertreiben.
Quelle: Ubisoft

Nach den jüngsten Enthüllungen zu Grand Theft Auto 5 zieht Ubisoft nach und versorgt die Öffentlickeit mit jeder Menge neuer Informationen zum grafisch umwerfenden Open-World-Action-Adventure Watch Dogs. Wir waren vor Ort und berichten über die neuesten Einblicke in ein Spiel, das sich berechtigte Hoffnungen auf den Titel "Spiel des Jahres" machen darf.

Watch Dogs: Herrliches Hacking

Um "The Grid" nutzen zu können und etwa wie in den diversen Trailern zu Watch Dogs Züge oder Ampeln zu kontrollieren, bedarf es etwas Vorarbeit: Jeder der vielen Stadtdistrike verfügt über ein ctOS-Kommandozentrum. Diesen Serverraum gilt es zu hacken, erst dann ist Aidan in der Lage, all die praktischen Manipulationen seiner Umwelt vorzunehmen, die Watch Dogs so interessant machen. Das Prinzip ähnelt dem Erklimmen der Radiotürme in Far Cry 3, um die Karte aufzudecken und Nebenmissionen freizuschalten, nur dass ihr in Watch Dogs keine akrobatischen Fähigkeiten dafür benötigt: Der Serverraum befindet sich typischerweise in einem abgesperrten Gelände, das von Mitarbeitern der ominösen Sicherheitsfirma Bloom bewacht wird. Um Zugang zu erhalten, braucht Aidan erst einmal den Türcode.

Mit seinem Smartphone scannte der Protagonist während der Präsentation dazu jeden Wachmann - ein Blick in die Personalakte der Männer enthüllte den Code-Besitzer. Praktisch: Aidan kann zuerst Sicherheitskameras hacken, um dann aus deren Perspektive unzugängliche Bereiche einzusehen und beispielsweise Wachen zu scannen, die sich zuvor nicht in seinem Blickfeld befanden. Einmal in der Anlage, stehen Aidan zwei Wege offen: Entweder schleicht er sich an den Wachen vorbei und knockt einzelne Gegner ungesehen aus oder er zückt gleich die Knarre und legt die Widersacher kurzerhand um.

Watch Dogs: Die Hacking-Fähigkeit von Protagonist Aidan ist im Alltag überaus nützlich. Viele Objekte in der Spielwelt lassen sich dadurch beeinflussen. Quelle: Ubisoft Watch Dogs: Die Hacking-Fähigkeit von Protagonist Aidan ist im Alltag überaus nützlich. Viele Objekte in der Spielwelt lassen sich dadurch beeinflussen. In beiden Fällen erweist sich Aidans Hacking-Fähigkeit als nützlich, aktiviert er damit doch beispielsweise eine Hebebühne, um auf eine erhöhte Position zu gelangen, lenkt eine Wache mittels eines ferngesteuerten Gabelstaplers ab oder lässt auf dem Dach eine Abdeckung hochfahren, um diese als hüfthohe Deckung zu nutzen. Sowohl bei den Stealth-Takedowns als auch bei den Feuergefechten aus der Deckung macht der Held eine gute Figur; die Steuerung des Third-Person-Shooters wirkt durchdacht und eingängig. Per Knopfdruck aktiviert ihr eine Zeitlupe, mit der es sich nicht nur einfacher zielen lässt: Der Slow-Motion-Modus erweist sich auch sehr praktisch, wenn ihr beispielsweise während einer rasanten Verfolgungsjagd im Auto eine Ampel hacken möchtet. Die Zeitlupe gibt euch die Möglichkeit, euch in aller Ruhe umzuschauen und die vielen taktischen Möglichkeiten, die sich euch durch das Hacking bieten, gegeneinander abzuwägen. Einzig die übertriebenen Blutspritzer, die auf dem Bildschirm erscheinen, wenn Aidan verletzt wird (seine Gesundheit regeneriert sich nach kurzer Zeit automatisch), haben uns gestört. Das ginge bestimmt noch dezenter!

Ist die Gegend befriedigt, hackt ihr den Server mit einem simplen Tastendruck - auf abstruse Minispiele verzichtet Watch Dogs augenscheinlich. Ab diesem Zeitpunkt stehen Aidan alle ctOS-Funktionen in diesem Sektor zur Verfügung, wobei ihr einige erst durch den Fortschritt in der Kampagne freischaltet. Von Anfang an verfügbar ist jedoch der Polizeiscanner: Auf eurer Minimap bekommt ihr die Orte angezeigt, an denen ein zufällig generierter Notruf auf ein Verbrechen hinweist. Wer daran interessiert ist, sucht den entsprechenden Abschnitt auf und löst eine der Minimissionen, für die Ubisoft dutzende Stunden Dialoge aufgenommen hat, um ein in der Theorie unendlich langes Spielvergnügen zu ermöglichen. Das Spiel generiert dabei ständig neue Aufträge mit immer neuen Tätern, Opfern und Dialogen. Die Entwickler versprechen, dass es viele Stunden dauert, bis sich einzelne Elemente wiederholen.

Watch Dogs: Nette Nebenbeschäftigungen

Aber auch sonst gibt es jede Menge in Chicago zu tun, wenn ihr nicht gerade der Hauptstory folgt. Zu der halten sich die Entwickler bislang noch bedeckt. Klar ist nur: Aidan hat nach einem dramatischen Zwischenfall in der Familie damit begonnen, erst das Haus seiner Schwester und schließlich die ganze Stadt zu überwachen. Als eine Art Cyber-Robin-Hood versucht er fortan, auf seine eigene Weise für Gerechtigkeit zu sorgen. Wenn ihr eine Verschnaufpause vom Plot braucht, lohnt ein Blick auf Aidans Smartphone. Das besitzt nämlich ganz wie in der Realität einen Haufen Apps.

Watch Dogs: Abseits der Story warten zahlreiche Nebenbeschäftigungen. Unter anderem können wir uns mit Virtual-Reality-Spielen die Zeit vertreiben. Quelle: Ubisoft Watch Dogs: Abseits der Story warten zahlreiche Nebenbeschäftigungen. Unter anderem können wir uns mit Virtual-Reality-Spielen die Zeit vertreiben. Unter anderem stehen euch zur Zerstreuung eine Reihe von Virtual-Reality-Spielen zur Verfügung. Eines davon, "Invasion", projiziert blockige Tentakelwesen in die Spielwelt, welche die (ahnungslosen) Passanten anfallen und sich so vermehren. Mit Aidans Smartphone, das sich bei Spielstart in eine digitale Laserwumme verwandelt, bekämpft ihr die Außerirdischen und macht Jagd auf den Highscore. Cool: Es gibt nicht nur Online-Ranglisten für dieses und andere Spiele im Spiel, nein, gelegentlich lassen sich sogar computergesteuerte NPCs dabei beobachten, wie sie "Invasion" zocken und dabei scheinbar geistlos ins Nichts starren.

Aidans Smartphone hat aber noch mehr auf Lager, zum Beispiel dürft ihr Songs scannen, die in der Spielwelt aus Boxen schallen, und diese mit verdienter virtueller Knete in einem Online-Shop kaufen. So stellt ihr euch eure spielinterne Playlist zusammen. Anschließend dürft ihr sogar die Boxen in einer Fußgängerzone so umprogrammieren, dass sie nur noch die von euch präferierte Musik spielen. Zudem enthält Watch Dogs eine fiktive Facebook-Alternative namens "The Wall", über die ihr mit manchen Spielcharakteren in Verbindung bleibt. Eine lustige Spielerei!

In der Stadt sind zudem Wifi-Hotspots verteilt. Diese Internetkästen lassen sich anzapfen, um sich in die Wohnungen mehr oder weniger unbescholtener Bürger einzuhacken. Aidan blickt so etwa durch die Webcam eines PCs und wird Zeuge teils arg kurioser Szenen. In unserer Vorschau-Präsentation sahen wir etwa dabei zu, wie ein Kerl zusammen mit einer Schaufensterpuppe auf dem Sofa saß und das stumme Mannequin mit einer Erzählung seiner Erlebnisse des Tages unterhielt.

Solche ferngesteuerten "Hausbesuche" haben aber auch einen spielerischen Nutzen, denn wer die Augen offenhält, schaltet per geschicktem Hacking neue Luxusautos frei, die Aidan anschließend in Garagen abholt. Das Arsenal an benutzbaren Vehikeln und Waffen wird zwar nicht so groß wie in Grand Theft Auto 5, soll aber trotzdem genug Abwechslung bieten. So steigt Aidan nicht nur in Autos, er lenkt auch Boote. Außerdem hält er sich nicht ausschließlich im Freien auf; einige Missionen finden in Innenräumen statt. Und schließlich sammelt er noch durch erledigte Aufträge und Gegner Erfahrungspunkte und verbessert seine Gesundheit oder Präzision im Umgang mit Schusswaffen.

Mysteriöser Multiplayer-Modus

Zum Mehrspielermodus von Watch Dogs gab es in Paris ebenfalls erste konkrete Infos: Ähnlich wie im Rollenspiel Dark Souls ist es möglich, in laufende Partien anderer Spieler einzudringen, sofern diese online sind und die entsprechende Option angeklickt haben. Dazu besitzt jeder Spieler einen Multiplayer-Avatar, mit dem ihr euch an bestimmten Stellen in das Spiel eines anderen einhackt. Dabei soll es sowohl möglich sein, mit anderen Spielern zu kooperieren als auch den Widersacher zu mimen und sie (direkt oder indirekt, etwa durch die Kontrolle von Kameras) zu bekämpfen. Denkbare Missionstypen für diesen ungewöhnlichen Mehrspielermodus sind unter anderem auch Verfolgungsjagden und Autorennen. Mehr dazu in unserem Video-Interview mit Lead Game Designer Danny Belanger!

Bildergalerie

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