Wer wieder einmal eine ordentliche Tier-Sim spielen möchte, ist mit dem Titel von Koch Media garantiert gut bedient.
Geduld zu beweisen ist schön
Wildlife Park 3
Trinkt ihr gern Kaffee? Gut, kocht euch einen und genießt selbigen, während das Spiel installiert bzw. eine Coffein haltige Heißgetränk-Pause kann auch mal beim Laden des Titels eingelegt werden. Mit der Zeit gewöhnt ihr euch allerdings daran und ihr werdet sicher, so wie wir auch, die kleineren Pausen zwischendrin als nicht mehr so störend empfinden. Immerhin bekommt ihr so kurz Gelegenheit dem Geist eine kleine Auszeit zu gönnen, so dass ihr euch voll auf eure vielen, vielen Aufgaben konzentrieren könnt. Vor allem zu Beginn, bis ihr euch sozusagen ins tierische Treiben eingefunden habt, kann der eine oder andere Vorgang durchaus verwirrend erscheinen. Das liegt nicht zuletzt an den vielen mehr oder weniger übersichtlichen Schalttafeln als auch Optionen. Learning by doing ist ein erfolgversprechendes Mittel, mit dem auch Zoo-Simulationseinsteiger doch recht fix mit der dargebotenen Offerte klar kommen. Zumal ihr mit der Zeit auch mit einer recht gelungenen Optik entschädigt werden. Vielfältige, abwechslungsreiche Tiere, die bis in die Fellspitzen mit einem ordentlichen Grad an Details brillieren, sind ebenso vorhanden wie integrierte Wetter- und Jahreszeiten-Wechsel. Nettes Gimmick: Wenn es geregnet hat, schütteln sich die bepelzten Insassen die Tropfen aus dem Fell. Diese Animation sowie andere vorhandene Bewegungsabläufe dürfen sich auch auf die Fahnen schreiben, dass sie gelungen und nett anzusehen sind. Smooth schreiten, hüpfen, stolzieren und rennen die Viecher durch ihre Gehege, begleitet von passenden, sehr authentischen Rufen und Lauten. Allerdings geht es einem da schnell wie beim Besuch im echten Zoo: Wenn der Pfau irgendwann das 20.te, 30.te Mal gerufen hat, der Elefant ständig am tröten ist und der Löwe brüllt, als hätte er Zahnschmerzen, kann das mit der Zeit schon nerven.
Wildlife Park 3
Anders dagegen die menschlichen Protagonisten, die nun - anders als noch in der Preview Fassung - tatsächlich das gesprochene Wort in den Mund gelegt bekommen haben. Manches Mal zwar recht unlustig, aber dafür mit genug und durchaus individuellen Eigenarten versehen, erscheinen die pixeligen Zweibeiner recht sympathisch aus als abwechslungsreich. Die optische Präsentation der menschlichen Akteure kann in diesem Segment nicht ganz mithalten, denn andere Games haben schon bewiesen, dass Gesichter auch virtuell besehen geschmeidiger aussehen können, aber die Kandidaten sind auch weit weg davon in der Geisterbahn anzuheuern. Dass die vorhandenen Figuren eher etwas grob daher kommen, kann auch mit den gesamt eher detailarmen Texturen zusammen hängen. Auch diverse Clippings müssen in Kauf genommen werden und das die Menüs keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, ist die eine Sache - die andere, und die wiegt schwerer, dass offene Fenster viel zu viel vom Geschehen verdecken und so auch mal die Übersicht flöten gehen kann. Last not least sei den Sicherheitsfans unter euch gesagt: Speichern funktioniert stets nur nach Abschluss einer Mission und es wird auch nur ein Speicherstand angelegt. Zwischendrin mal fix abspeichern oder gar verschiedene Speicherstände anlegen ist leider nicht möglich.
