Wer einfach nur Spaß haben möchte und sich an dem teilweise fehlenden Realismus nicht stört, der liegt hier genau richtig.
Weihnachten steht mal wieder vor der Türe und in ziemlich genau einem Monat dürfen wir Zocker uns hoffentlich wieder über unzählige neue Games unterm Weihnachtsbaum freuen. Damit nicht genug beginnt auch die Wintersportsaison wieder pünktlich und diverse Wettbewerbe werden Wintersportfans wieder wochenlang in den Bann ziehen. Auch bei Videospielen muss man wie gewohnt nicht auf neue Wintersportspiele verzichten, wenngleich die Auswahl dieses Jahr etwas mager ist, da wir schließlich keine Olympischen Winterspiele mitsamt einem offiziellen Videospiel dazu haben. So bleibt dem wintersportbegeisterten Zocker auch diesmal wieder nur die Winter Sports-Serie aus dem Hause dtp entertainment, welche sich bei den vergangenen Teilen jedoch stetig steigern konnte und letztlich aufgrund des simplen und einfachen Gameplays auch besser abschnitt, als die offizielle Konkurrenz Vancouver 2010.
Winter Sports 2011: Go for Gold
Winter Sports 2011 für die Xbox 360 bietet uns dieses Mal wieder ganze neun Disziplinen und wer glaubt, dass es hier nur die übliche Kost gibt, der irrt sich. Mit dem Schneemobilrennen gibt es diesmal nämlich auch eine etwas exotischere Disziplin, die Wintersport-Puristen möglicherweise nicht unbedingt zusagen wird, aber das Gameplay wohl ohne Zweifel ein wenig auflockert. Allgemein muss man auch sagen, dass es der Titel mit dem Realismus nicht ganz so genau nimmt. So könnt ihr beispielsweise bei einigen Sportarten die Gegner rempeln und euch so mehr oder weniger unfair einen Vorteil verschaffen, was auch von den computergesteuerten Gegnern ganz gerne genutzt wird. Auch die Strecken und das Gameplay sind alles andere als gewöhnlich und so gibt es beispielsweise Abkürzungen und ihr könnt euch mit dem Ausführen von Tricks mehr Adrenalin verschaffen.
Winter Sports 2011: Go for Gold
Die von der Serie her gewohnte simple und einfache Steuerung dürfte Puristen natürlich ebenfalls nicht gefallen, verpasst dem Titel jedoch auch einen unheimlich leichten und angenehmen Einstieg. Während man bei vielen anderen Sportspielen dieser Art vor jeder Disziplin beim ersten Versuch erst einmal die Anleitung in aller Ruhe studieren muss, kann man bei Winter Sports 2011 gleich loslegen und erste Erfolge feiern. Somit gibt es eigentlich bei diesem Spiel auch keine Disziplin, bei der man besondere Probleme haben dürfte. Ein wichtiges Element bei fast allen Sportarten ist dabei das Adrenalin, welches eure Leistung bei Aktivierung deutlich verbessert. Der Adrenalinbalken lädt sich dabei auch mit der Zeit von alleine auf, kann aber durch unterschiedliche Aktionen stärker aufgefüllt werden. So könnt ihr zum Beispiel je nach Sportart Tricks bei den Sprüngen ausführen oder beim Bob auf der Ideallinie fahren um die Adrenalinleiste zu befüllen. Mit gedrückter A-Taste wird das Adrenalin aktiviert, was euch einen ziemlichen Geschwindigkeitsschub gibt und euch so natürlich einen Vorteil verschafft. Gerade bei den teilweise etwas schwierigen Herausforderungen, ist der richtige Einsatz und somit eben auch der regelmäßige "Erwerb" neues Adrenalins ein wichtiges Element, das in der Tat über Sieg oder Niederlage entscheiden kann.
Die Karriere
Winter Sports 2011: Go for Gold
Doch genug zum Gameplay und schauen wir uns mal die verschiedenen Spielmodi des Titels an. Das Herzstück des Spiels dürfte für die meisten Spieler wohl der Karrieremodus sein, in welchem ihr euch zu Beginn für eines der Teams entscheiden müsst und euch dann durch die verschiedenen Turniere kämpft. Eine wirkliche Karriere im eigentlichen Sinne wird euch in diesem Karrieremodus aber letztlich nur bedingt geboten. Normalerweise würden viele Zocker wohl von einer Karriere erwarten, dass man seinen eigenen Sportler erstellt und sich mit diesem an die Spitze der Welt kämpft. Bei Winter Sports 2011 ist es ein wenig anders. Hier habt ihr ein Team, welches für jede der neun Sportarten einen eigenen Sportler hat und somit spielt ihr bei den Turnieren, die ja immer aus unterschiedlichen Disziplinen bestehen, immer verschiedene Charaktere. Diese kann man auch leider nicht im Aussehen anpassen, was die Karriere ein wenig unpersönlich macht. Davon abgesehen gibt es die die gewohnte Kost. Ihr nehmt an den zu Beginn verfügbaren Cups teil und schaltet dann mit erfolgreichen Leistungen neue Turniere frei, bis ihr am Ende an den finalen Wettbewerben teilnehmen und die Karriere erfolgreich beenden könnt. Die Inszenierung der Turniere ist dabei etwas unspektakulär und man bekommt eben die üblichen Sequenzen präsentiert, bei denen vor einem Turnier die Sportler interviewt werden und sich die Teilnehmer der verschiedenen Teams auch gerne mal etwas angiften. Leider kann man diese Videos vor dem Turnier und bei der Siegerehrung nach einem Wettbewerb nicht überspringen, was auf Dauer schon etwas negativ auffällt.
