World of Goo 2 ist da und beweist eindrucksvoll: Selbst 16 Jahre nach dem Vorgänger sorgen das clevere Gameplay, die Liebe zum Detail und ein Schuss Wahnsinn für ein unverwüstliches Spielerlebnis.
Wir schreiben das Jahr 2008. Das iPhone 3G kommt auf den Markt, Barack Obama wird erstmals zum US-Präsidenten gewählt und zum ersten Mal wird das deutsche Jugendwort des Jahres gekürt. Zum Start ist das übrigens "Gammelfleischparty". Außerdem kam noch kurz vor Schluss im Dezember mit World of Goo ein kleines unscheinbares Indiespiel auf den Markt, das mit einem Schlag alle Aufmerksamkeit der Spieler auf sich zog.
Mit einer einfachen, aber genialen Spielmechanik, cleveren Spielideen und einer guten Portion Wahnsinn und Witz konnte es das Brückenbauspiel mit den kleinen süßen Goos sogar mit Triple-A-Spielen aufnehmen und wurde neben GTA 4, Fallout 3 und WoW: Wrath of the Lich King zum besten Spiel des Jahres. Jetzt, 16 Jahre später, kommt ein Nachfolger, mit dem vermutlich keiner mehr so wirklich gerechnet hat. Der macht genau dort weiter, wo sein großartiger Vorgänger vor so vielen Jahren aufgehört hat, erreicht die Erstklassigkeit von damals aber dann doch nicht komplett.
Ein warmes, einladendes Rohr ...
Das Spielprinzip von World of Goo könnte nicht einfacher erklärt sein. Es ist im Grunde ein Brückenbauspiel wie Bridge Builder, Bridge Constructor, Poly Bridge und wie sie alle heißen. Doch anstatt nur starre, leblose Stahlstreben zu verlegen, dienen euch die süßen kleinen Goos als Baumaterial. Die Bälle haben die nette Angewohnheit, dass sie Verstrebungen bilden, sobald man sie in die Nähe von Ankerpunkten setzt. So lassen sich also Strukturen aufbauen, um dem Ziel näherzukommen.
Neben ihrer Vorliebe, Bindungen einzugehen, verspüren sie nämlich außerdem den seltsamen Drang, in ein dunkles Rohr eingesaugt zu werden, das in jedem Level wartet. Dummerweise steckt das allerdings an immer schwieriger zu erreichenden Orten. Dort dann hinzukommen, lässt den eigenen Kopf irgendwann ganz schön rauchen.
Quelle: 2D Boy
World of Goo hat nämlich auch noch eine sehr gute Physiksimulation und die Verbindungen der Goos sind nicht starr. Baut ihr einfach nur stur nach oben, ohne wenigstens ein bisschen auf die Statik zu achten, dann fängt euer Turm oder eure Brücke schnell an zu schwanken. Im schlimmsten Falle halten die armen Goos dem Druck nicht mehr Stand und eure Verbindungen knicken ein.
Schon das erste World of Goo reicherte das dann noch mit zusätzlichen Ideen an, die euch das Leben schwer machten. Lavaströme, Klippen, Stacheln und mehr mussten mit kreativen Konstruktionen umgangen werden. Manchmal drehte sich auch einfach das ganze Level und man musste damit klarkommen.
World of Goo 2 setzt Kopfnuss ein!
World of Goo 2 (jetzt kaufen ) ist hier ähnlich kreativ. Nachdem man sich in den ersten Levels wieder in die Spielmechanik hineinfindet, warten im weiteren Verlauf auch hier schnell Kopfnüsse und witzige Ideen. Wer aber mal überhaupt nicht weiterkommt, darf Levels auch einfach überspringen.
Leider wurden Rätsel an manchen Stellen fast eins zu eins aus dem ersten Teil übernommen. Das sich drehende Level, das wir eben erwähnten, hat es mit einer leichten Abwandlung auch in den zweiten Teil geschafft. Der Unterschied ist nur, dass sich dieses Mal nicht die Levelbegrenzung dreht, sondern die Schwerkraft selbst. Am Ende läuft es aber auf das gleiche Endergebnis raus.
Quelle: 2D Boy
Dafür wirft der Nachfolger jetzt aber auch ganz neue Elemente mit ins Spiel. Im Vordergrund stehen Flüssigkeiten und das Auseinandernehmen und Zusammensetzen von Goos. So finden wir immer wieder große Schleimblobs, die wir durch Zahnräder schicken müssen, um sie zu zerkleinern. Da große und kleine Goos aber stets knuffige Kulleraugen haben, wird das plötzlich ganz schön martialisch, wenn wir die armen Blobs in ihre Einzelteile zerlegen.
Die dabei entstehende Flüssigkeit wird dann von Kanonen entweder weitergeleitet oder wieder zu kleineren Goo-Bällen zusammengesetzt. Die passen dann auch in das Rohr am Ende hinein. Daraus ergeben sich dann einmal mehr spannende neue Rätsel, die aber auch wieder ganz neue Goo-Bälle voraussetzen.
Bildergalerie
Auch in World of Goo 2 haben wir nicht nur die klassischen schwarzen Goo-Bälle, sondern auch noch diverse andere Arten, die alle ihre speziellen Eigenheiten mitbringen und uns dabei helfen, die Rätsel zu lösen. Manche Goos, wie die grünen Ivys oder die Streichhölzer-Goos, feiern auch hier wieder ihre Rückkehr. Es gibt aber auch neue Arten, die dann vor allem auf die Flüssigkeitsrätsel ausgelegt sind.
