Cataclysm war der Grund, warum ich mit WoW aufgehört habe - jetzt ist es zurück
Kolumne
World of Warcraft: Cataclysm Classic ist gestartet - und unser Autor fragt sich, wer da wirklich drauf gewartet hat.
Es ist so weit, World of Warcraft Classic: Cataclysm ist da - und ich frage mich: Hat da eigentlich irgendjemand drauf gewartet? Versteht mich nicht falsch: Wenn das bei euch der Fall ist und ihr es kaum erwarten könnt, bald Todesschwinge den Rücken zu versohlen, dann go for it. Von ganzem Herzen viel Spaß dabei. Aber ich persönlich finde, dass der Gedanke von WoW Classic und Cataclysm als Add-on sich eigentlich ausschließen.
Dazu muss ich allerdings ein wenig ausholen, um genauer zu sein knapp 14 Jahre. Denn als das originale Cataclysm Ende 2010 erschien, markierte es ja für viele Spieler der ersten Stunde eine Art Wendepunkt in der Geschichte von World of Warcraft. Vorbei waren die Zeiten des "alten" WoW, stattdessen fanden "moderne" Systeme ihren Einzug. Natürlich muss man fairerweise sagen, dass Wrath of the Lich King hier mit dem Dungeon-Browser schon den ersten Schritt gewagt hat.
Anyways: Erstmals konnte man sich mit einem einfachen Klick für eine leichte Version der Schlachtzüge anmelden, sowohl im PvE als auch PvP verdiente man sich nun Punkte für Extra-Loot, viele Attribute auf den Gegenständen wurden einfach entfernt:
keine Attack Power mehr auf Waffen, keine Manaregeneration mehr für Caster, kein Defense-Wert mehr, auf den Tanks achten müssen, und auch alle Waffen-Skills, die man vorher erst durch Benutzung hochstufen musste und die zumindest noch einen Restanschein an klassischem RPG vorgaukelten, flogen raus. Oder kurz: Die Spielsysteme an sich wurden stark vereinfacht.
Auch beim Talentsystem wurde zum ersten Mal der Rotstift angesetzt, statt 71 Talentpunkten am Ende von Lich King standen uns in Cataclysm nur noch 41 zur Verfügung, entsprechend zusammengedampft wurden auch die Talentbäume - ein erster Schritt zum bei vielen verhassten Talentsystem ab Mists of Pandaria, das dank Dragonflight aber mittlerweile auch wieder Geschichte ist.
Schlimmer noch: All die liebgewonnenen Gebiete der vorangegangenen rund sechs Jahre WoW wurden generalüberholt - und dabei an vielen Stellen unwiderruflich (?) durch Deathwing zerstört. Im Zuge dessen wanderten auch viele Quests und damit Quest-Belohnungen in die virtuelle Mülltonne, stattdessen bot beinahe jede Zone nun einen durchgehenden Quest-Handlungsstrang.
Quelle: Blizzard
Grundsätzlich natürlich nicht verkehrt, aber viele alte Missionsreihen werden bis heute schmerzlich vermisst - Jäger und Priester etwa wurden jeweils einer wirklich tollen Waffen-Quest beraubt. Auch viele Todesschwinge-Zerstörungen finden sich bis heute noch im Spiel, Siedlungen wurden nie wiederaufgebaut.
Bildergalerie
Derart viele Änderungen stießen damals bei vielen alteingesessenen Spielern - inklusive mir - nicht unbedingt auf Gegenliebe. Dementsprechend fiel auch in die Zeit von Cataclysm meine wohl größte WoW-Pause von mehreren Monaten - kein anderes Add-on hat mich seitdem dazu gebracht, mein Abo ruhen zu lassen. Und so wie mir erging es damals vielen meiner Mitspieler, mit denen ich vorher die Scherbenwelt und Nordend unsicher gemacht habe. Es wurden Pausen eingelegt, Gilden haben sich aufgelöst, einige verabschiedeten sich sogar gänzlich aus dem virtuellen Azeroth.
