World of Warcraft: Classic-Server - erste Infos: alte Features, neues Team

News David Bergmann
WoW: Offizielle Classic-Server auf der BlizzCon angekündigt
Quelle: Blizzard 

Voller Retro-Kurs für World of Warcraft: Im Rahmen der Blizzcon 2017 kündigten die Entwickler von Blizzard die Entwicklung offiziell betriebener Classic Server für das Online-Rollenspiel an. Viele konkrete Details sind noch unklar, in ersten Interviews verriet Executive Producer J. Allen Brack jedoch einige Informationen und sprach über die Herausforderungen für die Macher.

Sogenannte Classic Server für World of Warcraft (jetzt kaufen ) stehen seit langer Zeit an der Spitze der Wunschlisten vieler WoW-Fans. Dabei geht es um Retro-Server, auf denen das klassische WoW (Vanilla genannt) spielbar ist. Ohne moderne Features (wie Raid-Matchmaking) oder Balancing-Anpassungen. Berühmte und oftmals von Blizzard abgeschossene Privat-Server-Projekte wie Nostalrius wurden viel diskutiert und finden viele Spieler. Die WoW-Entwickler äußerten sich zuletzt bestenfalls vage zum Thema. Im Rahmen der Blizzcon 2017 kam nun die offizielle Ankündigung: Offizielle Classic Server für WoW sind in Arbeit.

Details zur Umsetzung gibt es derzeit kaum. Im Interview mit der Redaktion von PC Gamer spricht Executive Producer J. Allen Brack jedoch über die laufende Entwicklung - und erklärt unter anderem, warum die Ankündigung nicht schon früher kam. "Das Problem war, das wir zwei MMOs gleichzeitig hätten betreiben müssen", so Brack. Da sich im Laufe der Jahre so viel an den technischen Grundlagen von World of Warcraft geändert hat, sei die Ur-Fassung des Spiels schlichtweg inkompatibel zu den Server-Strukturen des aktuellen WoW. Dieses Problem scheint inzwischen jedoch geknackt zu sein. Brack sagt dazu: "Wir glauben, wir können die Classic Server so mit der modernen Infrastruktur nutzen, dass es sich gut anfühlt".

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Spieler müssen sich dabei freilich auf eine deutlich andere Spielerfahrung einstellen als man sie inzwischen von WoW gewohnt ist. "Ich hatte ganz vergessen, dass man nach dem Wirken eines Buff-Zaubers auf einen Charakter einen Trank einwerfen musste, bevor man den nächsten Charakter buffen konnte", beschreibt Brack eine seiner eigenen Spielerfahrungen aus einem Dungeon-Besuch in Retro-WoW. An solchen Gameplay-Bestandteilen soll nach aktuellem Stand nicht gerüttelt werden. Auch Neuerungen wie Server-übergreifendes Zusammenspiel oder Raid-Matchmaking soll World of Warcraft Classic nicht bieten.
Ob das viele Spieler lange motiviert? Brack zufolge ist man sich da auch bei Blizzard nicht restlos sicher. Die Entwickler erwarten definitiv einen Touristen-Effekt - also Spieler, die einmal in die Retro-Fassung hineinspielen, dann aber wieder zügig zur aktuellen Version des MMORPGs wechseln. "Ich glaube, es wird viele Touristen geben. Aber was ich glaube, spielt keine Rolle. Wir haben beschlossen, dieses Projekt auf Blizzard-Niveau durchzuziehen". Wie viele Spieler die Classic Server letztendlich langfristig nutzen, sei unerheblich, argumentiert Brack - man will den Fans diese Möglichkeit bieten, egal wie erfolgreich sie wird.

Wer kein Interesse an diesem Retro-WoW hat, muss übrigens nicht befürchten, dass die Entwicklung auf Kosten neuer Inhalte geht. J. Allen Brack zufolge wird ein neues Team speziell für dieses Projekt angeheuert, für das keine Ressourcen vom WoW-Team abgezwackt werden sollen. Das vollständige Interview findet ihr bei PC Gamer.

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