World of Warcraft Classic: Kommt der Content-Nachschub zu schnell oder zu langsam?
Special
Die Community von World of Warcraft Classic ist derzeit etwas gespalten. Einige sind der Meinung, dass die "neuen" Inhalte derzeit zu schnell erscheinen. Anderen Fans geht es hingegen nicht schnell genug. Das soll Thema dieses kleinen Specials sein.
Bereits vor dem offiziellen Launch von World of Warcraft Classic hatte das Entwicklerstudio Blizzard Entertainment einen Release-Plan für die einzelnen Inhalte des Online-Rollenspiels veröffentlicht. Darin war sehr genau festgehalten, dass die Veröffentlichung von bestimmten Features, Dungeons und anderen Dingen in mehreren Phasen erfolgt. Allerdings ist genau dieser Release-Rhythmus bis zum heutigen Tag das Thema von mitunter hitzigen Diskussionen innerhalb der Community. Einigen Fans geht es derzeit viel zu schnell, kommen kaum mit dem Abklappern des "neuen" Contents hinterher und plädieren dafür, dass Blizzard Entertainment diesbezüglich etwas stärker auf die Bremse tritt. Anderen Fans hingegen geht es trotzdem noch immer viel zu langsam und dürsten stets nach weiteren Herausforderungen. Doch welche Seite hat nun eigentlich recht?
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Blizzard gibt nach
Bevor wir uns dieser Frage zuwenden, werfen wir kurz einen Blick zurück auf die bisherigen drei Release-Phasen von World of Warcraft Classic. Denn bereits hier hat sich gezeigt, dass sich Blizzard Entertainment nicht ganz akribisch an den selbst erstellten Plan hält und durchaus dazu bereit ist, dem Drängen der Fans nachzugeben - zumindest in eine Richtung. Das hatte sich bereits kurz nach dem Release des Online-Rollenspiels gezeigt. So öffnete der Dungeon "Düsterbruch" etwas früher seine Pforten als ursprünglich geplant. Der Grund: Viele Spieler hatten den Content der Release-Version bereits abgeklappert - mitunter sogar mehrfach - und forderten vehement Nachschub. Doch trotz dieser Terminverlegung erschien das Düsterbruch-Update anderthalb Monate nach dem Launch von World of Warcraft Classic - und somit einen halben Monat später als damals zu Vanilla-Zeiten. Selbiges gilt übrigens auch für das Ehresystem im PvP-Part des MMOs. Während die Vanilla-Spieler damals ungefähr zwei Monate auf das Feature warten mussten, waren es für die Classic-Fraktion immerhin zweieinhalb Monate. Bis zu diesem Zeitpunkt lief der Content-Nachschub also sogar etwas langsamer als in den Anfangszeiten von WoW.
Doch danach begann die Sache etwas zu "kippen". Ursprünglich war geplant, dass sowohl die ersten PvP-Schlachtfelder (Alteractal und Kriegshymnenschlucht) gemeinsam mit der Raid-Instanz "Pechschwingenhort" in der Phase 3 des Release-Plans erscheinen sollen. Doch vor allen in den offiziellen Foren drängten viele Fans vehement darauf, die Schlachtfelder etwas früher betreten zu dürfen. Diesem Drängen gab Blizzard Entertainment nach kurzem Zögern tatsächlich nach und öffnete die Pforten für die PvP-Gebiete bereits dreieinhalb Monate nach dem Classic-Release - zu Vanilla-Zeiten mussten die Spieler vier Monate darauf warten.
Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn wir einen näheren Blick auf die vierte Content-Phase von World of Warcraft (jetzt kaufen ) Classic werfen. Hierfür war ursprünglich vorgesehen, dass sowohl das Arathibecken als auch der 20-Mann-Raid Zul'Gurub im Paket erscheinen soll. Allerdings ließen sich die Entwickler auch diesmal dazu breitschlagen, den Release der Inhalte zu teilen. So ist das Arathibecken bereits seit dem 10. März 2020 zugänglich, während die Pforten für Zul'Gurub noch bis zum April dieses Jahres verschlossen bleiben. Letzteres würde wieder ungefähr dem Content-Zeitplan der Vanilla-Linie entsprechen.
Quelle: Buffed
Zul'Gurub öffnet im April seine Pforten.
Zu schnell oder zu langsam?
Wenn man es genau nimmt, gibt es also - einiger Ausnahmen zum Trotz - gar keine allzu große zeitliche Abweichung zwischen Classic- und Vanilla-Zeitplan. Abgesehen von kleinen Variationen im Wochenbereich laufen die beiden MMO-Versionen weitgehend im Gleichschritt. Dennoch gibt es nicht wenige Spieler, denen es zu langsam vorangeht, während andere sogar einen langsameren Nachschub fordern. Fakt ist auch, dass Blizzard bereits mehrfach dem Drängen von einer dieser beiden Gruppen nachgegeben hat und vom ursprünglichen Release-Plan etwas abgewichen ist. Böse Zungen behaupten daher, dass die Entwickler eher ein Ohr für die Hardcore-Spieler haben, die deutlich mehr Zeit als viele andere Spieler investieren und entsprechend schneller durch die Inhalte pflügen. Um diese auch längerfristig bei der Stange zu halten, gibt Blizzard Entertainment - zumindest teilweise - nach.
Ob das den Tatsachen entspricht, können wir an dieser Stelle nicht abschließend klären. Es gibt definitiv eine nicht zu verachtende Gruppe von Spielern, die deutlich weniger Zeit für World of Warcraft Classic aufbringen kann und bisher nicht alle Inhalte zu Gesicht bekommen haben. Doch welche Gruppe hat "mehr recht"? Ist es überhaupt schlimm, wenn Blizzard seine Ohren tatsächlich etwas mehr den Hardcore-Spielern schenkt und sie schneller mit "neuem" Content versorgt? Welcher Nachteil entsteht hierbei für die Casual-Spieler? Haben Sie Angst, dass sie irgendwann zu weit hinterherhinken und den Anschluss verpassen?
Wie ihr seht, wirft dieses Thema eine Vielzahl an Fragen auf. Die können wir nicht abschließend klären, wollen sie aber gerne an euch - unsere Community - weitergeben. Vielleicht ergibt sich dabei zumindest eine grobe Tendenz. Also, wie steht ihr zu dem Thema? Läuft bei World of Warcraft Classic derzeit alles einen Tick zu schnell? Soll Blizzard etwas mehr Rücksicht auf die Casual-Spieler nehmen und daher auf die Bremse treten? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!
