WoW ist fast 22 Jahre alt, doch ausgerechnet die Gilden wirken noch immer wie von gestern

Special Philipp Sattler
WoW ist fast 22 Jahre alt, doch ausgerechnet die Gilden wirken noch immer wie von gestern
Quelle: Blizzard

Raids, Dungeons und Housing entwickeln sich weiter, aber WoWs Gilden-System hängt noch immer in der Vergangenheit fest.

WoW ist mittlerweile fast 22 Jahre alt und hat in vielen Bereichen kaum mehr etwas mit dem zu tun, was damals auf die ersten Live-Server gekommen ist. Ob nun Raids, Dungeons, die offene Welt oder das PvP - sämtliche Inhalte durchliefen eine Transformation nach der anderen und erfanden sich immer und immer wieder neu.

Dank dessen fühlt sich WoW heute nach wie vor modern an und nicht wie die Retro-Version eines uralten Spiels. Doch leider gilt das nicht für alle Features in World of Warcraft (jetzt kaufen ). Denn in all der Zeit haben die Blizzard-Entwickler eine wichtige Sache stets nur stiefmütterlich überarbeitet und die meiste Zeit komplett ignoriert: das Gilden-System.

Ja, es gab in den Jahren auch hier einige Anpassungen, doch die hingen meist mit den Modernisierungen von anderen Features zusammen. Dank des Falls der Servergrenzen und der Fraktionsgrenzen können wir heute beispielsweise mit Spielern der anderen Fraktion und von anderen Servern in einer Gilde spielen.

Im Gegensatz dazu sehen viele Gilden-Features heute noch so aus wie bei der Einführung damals. Versuche wie die Gilden-Perks wurden wieder aus dem Spiel geworfen und auch die "Communitys" waren nur ein halbherziger Versuch, das gemeinsame Spielen auf ein neues Level zu heben.

Dabei gäbe es so viele Möglichkeiten, wie man das Feature "Gilde" in WoW verbessern könnte. Und viele davon wären nicht mal sonderlich aufwendig. Wir haben mal einen Haufen Ideen von uns und diversen Spielern zusammengetragen und wollen euch im Folgenden verraten, mit welchen Änderungen Blizzard die Gilden schon in einem der kommenden Patches oder spätestens in WoW The Last Titan verbessern könnte. Oder sagen wir lieber "sollte".

#1 - Das Finden einer Gilde

WoW zu spielen macht Spaß. WoW mit den passenden Mitspielern zu spielen, macht aber noch mehr Spaß - das ist uns allen klar. Doch wie findet man diese in Azeroth? Immerhin ist WoW schon so alt, dass unzählige Gilden seit Jahrzehnten existieren und neue Spieler nur schwer Anschluss finden.

Genau hier müsste Blizzard endlich mal ansetzen. Nicht ohne Grund suchen viele Spieler eine neue Gilde eher über externe Seiten wie Raider.io oder wowprogress. Denn der interne Gilden-Finder ist ... vorsichtig ausgedrückt ... unbrauchbar. Dabei muss an mehreren Stellen angesetzt werden.

Die Infos, die man über potenzielle Gilden findet, sind kläglich wenig. Hier dürfte es gerne deutlich mehr geben. Kurz gesagt: Die Suchfilter (und hinterlegten Informationen) müssen umfangreicher werden. Ob nun nach Raid-Tagen und Uhrzeiten, Spielstil oder Sprache - solche Dinge sollten nur die Basis sein.

Denn viele Spieler wünschen sich bei der Suche mehr Infos. Warum nicht anzeigen, wie viele Spieler pro Woche ungefähr aktiv sind und wann die meisten Spieler spielen? Das wäre durchaus wichtig, wenn man zu den Spielern gehört, die eher zu ungewöhnlichen Zeiten unterwegs sind. Auch die Gildenaktivitäten wären interessant. Spielt die Gilde viele Raids und Dungeons oder ist sie eher in Schlachtfeldern und Tiefen unterwegs?

Entgegengesetzt wären solche Informationen auch für die Gilden interessant, wenn sich Spieler bewerben. Das Wichtigste ist aber, dass die Gildensuche von externen Plattformen wieder vollständig ins Spiel geholt wird. Denn nur so bekommt man neue Spieler schnell und effektiv in die Gemeinschaft geholt, die WoW über die Jahrzehnte so groß gemacht hat.


#2 - Accountweite Gilden

In den vergangenen Jahren hat sich WoW immer mehr davon verabschiedet, die Charaktere einzeln zu betrachten - der Kriegsmeute sei Dank. Doch bei den Gilden blieben die Entwickler beim alten System. Nach wie vor ist eine Gildenmitgliedschaft charakterexklusiv. In manchen Fällen mag das sinnig sein - eine Gilde für den Raid-Char und vielleicht eine andere für den PvP-Char. Doch in den meisten Fällen ist das wohl eher Unfug.

Gäbe es die Möglichkeit, mit seiner Kriegsmeute einer Gilde beizutreten, dann würden sich damit einige Probleme lösen lassen. Gilden würden nicht mehr ersticken in Twink-Karteileichen, die zwar Gildenmitglieder sind, aber seit Jahren nicht mehr online waren. Das sorgt für mehr Übersicht.

Gleichzeitig gäbe es weniger Verwirrung, wenn die einzelnen Chars direkt einer Kriegsmeute zugeordnet sind. "Wem gehört dieser Twink?" gehört dann als oft gestellte Frage der Vergangenheit an.

Das darf natürlich nur optional sein. Spieler müssen Charaktere einzeln ausschließen können und Gilden sollten entscheiden dürfen, ob und welche Versionen sie möchten. Vielleicht hilft hier auch der nächste Punkt.

Unser aktuelles Gilden-System in WoW stammt noch aus der Zeit, als der Krieg zwischen Fraktionen im Vordergrund stand. Quelle: Blizzard Unser aktuelles Gilden-System in WoW stammt noch aus der Zeit, als der Krieg zwischen Fraktionen im Vordergrund stand.


#3 - Ein Char, mehrere Gilden

Gewissermaßen der Gegenentwurf wäre es, wenn ein Charakter in mehreren Gilden sein kann. Früher wäre so etwas wohl undenkbar gewesen. Gilden hatten Ansehen und Prestige und waren mehr wie eine eigene kleine Gemeinschaft. Letzteres gilt auch heute noch, doch sind es oftmals eher "Zweckgemeinschaften".

Hand hoch, wer von euch musste sich in seiner WoW-Karriere schon zwischen zwei oder mehr Gilden entscheiden? In der einen spielen eure Raid-Kollegen, während in der anderen all eure Real-Life-Freunde sind. In der dritten sammeln sich die PvP-Junkies und dann gibt es vielleicht noch die mit den M+-Cracks drin. Doch wo sollt ihr euch anschließen? Wollt ihr wirklich all eure Freunde zurücklassen, nur weil ihr euch einem Raid anschließt?

In der Realität ist es ja auch nicht anders. Wir dürfen mehreren Gemeinschaften oder Clubs angehören und, wenn wir unbedingt wollen, sogar mehrere Jobs haben.

Ob man das jetzt in Haupt- und Nebengilden unterteilt oder einfach alle Limitierungen über Bord schmeißt, an solchen Fragen wird es nicht scheitern. Wenn Spieler nicht mehr zu unangenehmen Entscheidungen gezwungen werden, dann hilft das aber schon eine ganze Menge.

Warum kann mein Charakter nur in einer Gilde sein? Quelle: buffed Warum kann mein Charakter nur in einer Gilde sein?


#4 - Bessere Gildenverwaltung

Wer schon einmal eine Gilde geleitet hat, der weiß: Der wahre Endboss in WoW steht nicht immer am Ende eines Raids. Manchmal sitzt er auch einfach im Gildenfenster und heißt Rechteverwaltung. Denn so praktisch Gilden auf dem Papier sind, so altbacken und umständlich fühlt sich vieles davon heute an.

Das fängt schon bei den Rängen an. Viele Gilden müssen sich mit ziemlich groben Strukturen behelfen. Da ist jemand entweder Offizier oder eben nicht. Dabei gibt es in modernen Gilden längst viel mehr Aufgaben. Einer kümmert sich ums Recruiting, ein anderer organisiert Mythic+-Gruppen, wieder jemand anderes leitet den Raid oder sortiert die Gildenbank. Warum müssen all diese Aufgaben über dieselben starren Ränge abgebildet werden?

Blizzard müsste hier viel feiner werden. Rechte sollten einzeln vergeben werden können. Ein Spieler sollte Einladungen aussprechen dürfen, ohne direkt Zugriff auf die Bank zu bekommen. Ein Raidlead sollte Termine im Kalender erstellen können, ohne Mitglieder aus der Gilde werfen zu dürfen. Und jemand, der die Gildenbank aufräumt, muss nicht automatisch auch das Recht haben, alles daraus mitzunehmen.

Gerade bei der Gildenbank wird das Problem besonders deutlich. Viele Gilden sammeln dort über Wochen oder Monate Materialien, Gold, Verzauberungen, Flasks oder andere nützliche Dinge. Trotzdem sind die Möglichkeiten zur Verwaltung erschreckend simpel. Bessere Suchfunktionen, Filter, sauberere Logs und getrennte Rechte für Sortieren, Einlagern, Entnehmen und Goldabheben wären längst überfällig.

Die Verwaltung der WoW-Gilde ist so rudimentär, wass es kaum Anpassungsmöglichkeiten gibt. Quelle: buffed Die Verwaltung der WoW-Gilde ist so rudimentär, wass es kaum Anpassungsmöglichkeiten gibt. Dazu kommt das Thema Sicherheit. Gilden brauchen bessere Werkzeuge gegen Störenfriede, Bankdiebe oder kompromittierte Accounts. Accountweite Gilden-Bans, einladungsbezogene Sperren, Warnungen bei ungewöhnlich großen Entnahmen oder sogar eine Zwei-Personen-Freigabe für besonders wertvolle Bankaktionen wären keine übertriebene Bürokratie, sondern einfach zeitgemäßer Schutz.

Auch Moderation sollte endlich besser abgebildet werden. Wer den Gildenchat moderiert, muss nicht automatisch alle Offiziersrechte haben. Temporäres Stummschalten, klarere Chatrechte oder eigene Moderatorenrollen wären gerade für große Massengilden sinnvoll. Nicht jede Gilde braucht sowas jeden Tag - aber wenn man es braucht, dann fehlt es aktuell schmerzhaft.

Das alles hängt auch mit einem anderen Problem zusammen: Viel zu viel Gildenorganisation findet heute außerhalb von WoW statt. Discord, Raider.io, Wowprogress, Google-Tabellen und externe Bewerbungsformulare sind nicht deshalb so verbreitet, weil Spieler unbedingt zehn Tools nebenbei nutzen wollen. Sie sind so verbreitet, weil WoW selbst viele dieser Aufgaben nicht gut erledigt.

Natürlich muss Blizzard keine Excel-Tabellen ins Spiel einbauen. Aber grundlegende Dinge sollten im Gildenfenster sichtbar sein. Wann spielt die Gilde? Welche Teams gibt es? Welche Rollen werden gesucht? Wie aktiv ist die Gilde? Welche Raidgruppe sucht noch Spieler? Welche Mythic+-Gruppen gibt es? Wer sind die Ansprechpartner?

Ja, das ist der Raum, in der man die Gilden-Funktionen findet. Hier sprüht es harte Vanilla-Vibes. Quelle: PC Games Ja, das ist der Raum, in der man die Gilden-Funktionen findet. Hier sprüht es harte Vanilla-Vibes. Besonders große Gilden bräuchten dafür Untergruppen. Eine Gilde kann heute mehrere Raidteams, Mythic+-Gruppen, PvP-Spieler, Friends & Family und Twinks haben. Das aktuelle System behandelt aber alle mehr oder weniger als einen großen Haufen. Eigene Kalender, eigene Ansprechpartner und eigene Bewerbungen pro Team würden hier enorm helfen.

Am Ende geht es nicht darum, Discord oder externe Seiten komplett zu ersetzen. Die werden weiterhin ihren Platz haben. Aber die Grundorganisation einer Gilde sollte im Spiel selbst funktionieren. Eine Gilde ist immerhin ein Kernbestandteil von World of Warcraft - und kein loses Projekt, das nur mit drei Webseiten, zwei Addons und einem Discord-Server halbwegs zusammengehalten wird.


#5 - Gildenbelohnungen ohne Pflichtgefühl

Gilden brauchen wieder mehr Gründe, sich wie echte Gemeinschaften anzufühlen. Nicht nur wie ein Chatkanal mit Bankfach. Und natürlich gehören dazu auch Belohnungen. Der wichtige Punkt ist aber: Diese Belohnungen dürfen nicht wieder zur Pflicht werden (wie es bei den Gilden-Perks anno dazumal war).

Denn sobald eine Gilde spielerische Macht bringt, wird sie automatisch zum Zwang. Mehr Schaden, mehr Heilung, bessere Beute oder starke Pflicht-Buffs würden sofort dazu führen, dass jeder ernsthafte Spieler in irgendeiner optimierten Gilde sein muss. Dann geht es nicht mehr um Gemeinschaft, sondern nur noch um den Bonus. Genau das sollte Blizzard vermeiden.

Viel sinnvoller wären kosmetische Belohnungen. Neue Wappenröcke, Transmog-Sets, Mounts, Haustiere, Spielzeuge, Titel, Banner oder Dekorationen fürs Housing würden perfekt passen. Sie geben einer Gilde Identität, ohne andere Spieler spielerisch abzuhängen.

Mit der Gilde hier und da mal einen alten Raid besuchen, um Gilden-Quests zu erledigen? Klingt interessant. Quelle: buffed Mit der Gilde hier und da mal einen alten Raid besuchen, um Gilden-Quests zu erledigen? Klingt interessant. Auch eine eigene Gildenwährung wäre denkbar. Diese könnte man durch gemeinsame Aktivitäten verdienen und dann für kosmetische Dinge ausgeben. Wichtig wäre nur, dass kleine Gilden nicht automatisch schlechter dastehen als große Massengilden. Die Anforderungen müssten sich an der tatsächlichen Aktivität orientieren und nicht einfach daran, wer die meisten Charaktere in der Mitgliederliste hat.

Bei den alten Gilden-Perks könnte Blizzard vorsichtig ansetzen. Viele Veteranen erinnern sich noch an einige dieser Vorteile. Manche waren praktisch, manche vielleicht etwas zu stark, aber die Grundidee war nicht schlecht. Eine Gilde sollte sich nützlich anfühlen. Nur eben nicht zwingend notwendig.

Gute Perks wären daher vor allem Komfortfunktionen. Ein besonderer Gildenruhestein, reduzierte Reparaturkosten über die Gildenbank, längere Banner-Effekte oder ein Teleport zur Gildenhalle (wenn wir sowas irgendwann mal bekommen) wären völlig in Ordnung. So etwas ist angenehm, aber kein Muss für den nächsten Raidboss.

In einer Gilde mit den Real-Life-Freunden und dennoch Teil einer Raid-Gilde? Bisher ist das in WoW nicht möglich. Quelle: buffed In einer Gilde mit den Real-Life-Freunden und dennoch Teil einer Raid-Gilde? Bisher ist das in WoW nicht möglich. Problematisch wären dagegen alle Perks, die direkt in die Player Power eingreifen. Schnellere Levelgeschwindigkeit, mehr Gold, bessere Beute oder Bonus-DpS würden das System sofort wieder kippen. Dann wären Gilden nicht mehr ein soziales Zuhause, sondern ein weiterer Punkt auf der Optimierungsliste.

Blizzard müsste also genau die richtige Balance finden. Gildenbelohnungen sollen motivieren, stolz machen und die Gemeinschaft stärken. Sie sollen aber niemanden zwingen, einer Gilde beizutreten, nur weil man sonst spielerisch im Nachteil ist.


#6 - Gildenquests und gemeinsame Ziele

Wenn Gilden wieder wichtiger werden sollen, dann brauchen sie auch gemeinsame Ziele. Nicht nur den Raid-Termin am Mittwochabend oder die zufällige Mythic+-Gruppe im Chat, sondern richtige Aufgaben, an denen alle zusammenarbeiten können - die Nachbarschafts-Unterfangen weitergedacht, gewissermaßen.

Wöchentliche Gildenquests wären dafür ein naheliegender Anfang. Eine Gilde könnte gemeinsam Dungeons abschließen, Raidbosse besiegen, Tiefen laufen, Weltquests erledigen, PvP-Ziele erreichen oder Materialien sammeln. Dabei müsste nicht jeder Spieler alles machen.

Wichtig wäre nur, dass die Gilde als Gemeinschaft Fortschritt erzielt. Ein paar dieser Dinge gibt es schon in extrem rudimentärer Form. Nur glauben wir nicht, dass eine Gruppe schon mal losgezogen ist, weil sie die 400 Gold Belohnungen wollte, die eure Gildenbank bekommt, wenn ihr gemeinsam einen Dungeon abschließt.

In Vanilla war die Gilde quasi die Familie. Doch Zeiten ändern sich und das Gilden-System sollte das widerspiegeln. Quelle: PC Games In Vanilla war die Gilde quasi die Familie. Doch Zeiten ändern sich und das Gilden-System sollte das widerspiegeln. Spannend wären auch saisonale Ziele. Etwa eine bestimmte Anzahl abgeschlossener Mythic+-Dungeons, ein gemeinsamer Raid-Meilenstein, ein großes Crafting-Projekt oder der Ausbau einer Gildenhalle (die wir ja vielleicht irgendwann mal bekommen). Solche Ziele könnten über mehrere Wochen laufen und dafür sorgen, dass man nicht nur nebeneinander spielt, sondern wirklich gemeinsam auf etwas hinarbeitet.

Gerade Handwerk und Ressourcen würden sich dafür anbieten. Warum nicht Gildenaufträge einführen, bei denen Spieler Materialien spenden, Berufe einbringen oder gemeinsam ein Projekt abschließen? Daraus könnten Dekorationen, Banner, kosmetische Effekte oder andere Belohnungen entstehen. So hätten auch Spieler etwas beizutragen, die nicht jede Woche im Raid stehen.

Wichtig wäre aber auch hier die Skalierung. Eine kleine Gilde mit 15 aktiven Spielern darf nicht dieselben Anforderungen erfüllen müssen wie eine Massengilde mit mehreren hundert Mitgliedern. Sonst würden wieder nur die großen Gilden profitieren, während kleinere Freundesgruppen abgehängt werden.

Genau das wäre aber der falsche Ansatz. Gute Gildenquests sollten nicht belohnen, wer die meisten Karteileichen in der Mitgliederliste hat. Sie sollten belohnen, wenn aktive Spieler gemeinsam etwas tun. Egal, ob es sich um eine große Progress-Gilde oder eine kleine Social-Gilde handelt.


#7 - Gildenhallen, Housing und soziale Treffpunkte

Kaum ein Wunsch taucht so oft auf wie der nach echten Gildenhallen. Und ganz ehrlich: Es ist schon ein bisschen absurd, dass WoW nach fast 22 Jahren noch immer keinen richtigen Ort für Gilden hat. Wir haben Dracheninseln bereist, Alte Götter besiegt, Titanen getroffen und sind durch Zeitlinien gereist - aber unsere Gilde trifft sich im Zweifel noch immer irgendwo neben dem Briefkasten oder vor dem Raid-Eingang.

Eine Gildenhalle könnte genau das ändern. Sie müsste kein Pflicht-Hub sein und auch kein Ort, an dem man sich jeden Tag irgendwelche Buffs abholen muss. Sie sollte vor allem ein sozialer Treffpunkt sein. Ein Ort, der sich nach der eigenen Gilde anfühlt.

Dort könnten eine Gildenbank, Händler, Trainingspuppen, ein Versammlungstisch oder ein Eventbereich stehen. Vielleicht auch ein schwarzes Brett für Termine, Bewerbungen oder Gildenquests. Nichts davon müsste spielentscheidend sein. Aber es würde die Gilde sichtbarer machen und ihr einen echten Platz in der Welt geben.

Kein Witz. So sieht auch heute noch die Gestaltung des Gildenwappenrocks aus. Modern und zeitgemäß ist was anderes. Quelle: PC Games Kein Witz. So sieht auch heute noch die Gestaltung des Gildenwappenrocks aus. Modern und zeitgemäß ist was anderes.

Besonders spannend ist das natürlich mit Housing. Nachdem Blizzard die Häuser und Nachbarschaften ohnehin ins Spiel gebracht hat, sollten Gilden dabei nicht nur am Rand eine Rolle spielen. Gilden-Nachbarschaften gibt es zwar, das war es dann aber auch schon. Gemeinsame Bauprojekte, Dekorationen, Banner und Trophäen wären eine perfekte Möglichkeit, das System mit weiterem Leben zu füllen.

Eine Trophäenwand wäre beispielsweise eine einfache, aber starke Idee. Dort könnten Raidkills, M+-Erfolge, PvP-Erfolge oder besondere Gildenmeilensteine ausgestellt werden. Dazu ein Gründungsdatum, alte Erfolge oder saisonale Auszeichnungen - schon hätte eine Gilde mehr Identität als nur einen Namen unter dem Spielernamen.

Auch die Gildenwappenröcke könnten in diesem Zuge endlich überarbeitet werden. Die sehen heute noch immer so aus, als wären sie direkt aus dem Museum für frühe 2000er-MMOs gefallen. Mehr Farben, mehr Symbole, bessere Muster und die Möglichkeit, das Wappen auf Bannern, Möbeln, Mounts oder Dekorationen zu zeigen, wären längst überfällig.


#8 - Mentoren und Newcomer besser unterstützen

WoW ist riesig. Für uns Veteranen ist das oft genau der Reiz. Für neue Spieler oder Rückkehrer kann es aber auch komplett erschlagend sein. Klassen, Talente, Dungeons, Raids, Berufe, Addons, Währungen, Systeme, Abkürzungen - wer neu anfängt, steht erst einmal vor einem Berg aus Informationen.

Genau hier könnten Gilden eine viel größere Rolle spielen. Eigentlich sind sie der perfekte Einstiegspunkt für neue Spieler. Eine gute Gilde kann erklären, helfen, mitnehmen und dafür sorgen, dass man nicht nach zwei Wochen frustriert wieder ausloggt. Das Problem ist nur: Das Spiel unterstützt die Gilden dabei kaum.

Das Mentoren-System auf Gilden auszudehnen, wäre deshalb eine sinnvolle Ergänzung. Erfahrene Gilden könnten sich als Ansprechpartner markieren lassen und gezielt Neueinsteigern ein Zuhause bieten. Innerhalb der Gilde wiederum könnte es einzelne Mentoren geben. Einer kennt sich mit Heilern aus, ein anderer mit Mythic+, jemand anderes hilft bei Berufen, Addons oder den ersten Raidabenden.

Auch ein Newcomer-Rang oder eine Newcomer-Markierung innerhalb einer Gilde wären sinnvoll. Neue Mitglieder könnten automatisch eine Willkommensnachricht bekommen. Darin stehen dann die wichtigsten Infos: Wer sind die Ansprechpartner? Wann finden Events statt? Welche Regeln gelten? Wie funktioniert die Gildenbank? Gibt es Anfängerabende oder Rückkehrer-Runs?

Belohnungen für Mentoren müssten natürlich vorsichtig sein. Niemand braucht ein System, bei dem neue Spieler nur noch als Ressource für Mentor-Punkte gesehen werden. Kleine kosmetische Anerkennungen wären in Ordnung. Der eigentliche Lohn sollte aber sein, dass mehr Spieler Anschluss finden und in WoW bleiben. Denn am Ende war genau das immer eine der größten Stärken von World of Warcraft. Nicht nur die Welt, nicht nur die Bosse und nicht nur die Beute. Sondern die Menschen, mit denen man all das erlebt. Wenn Blizzard das erkennt, dann werden auch die nächsten 22 Jahre in WoW erfolgreich.

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