WoW: Update zur "Addon-Purge" - Der Kampf gegen Addons geht bisher an die Addons
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Gut drei Monate nach Release von WoW Midnight blicken wir darauf, wie die "Addon-Purge" bzw. der Kampf gegen Addons verlaufen ist. Haben die Entwickler von Blizzards Online-Rollenspiel schon aufgegeben? Oder sammeln sie ihre Kräfte für den nächsten Paukenschlag?
Blizzard vs. World-First-Gilden Part 2
Vor allem im Kampf gegen L'ura in Marsch von Quel'Danas, wo fünf Adds schnell nacheinander unterbrochen werden müssen, sollte MiniCC aber nicht komplett die Zuweisung von Unterbrechungs-Fähigkeiten lösen und für eine Herausforderung sorgen. World-First-Gilden umgingen die Addon-Restriktionen zunächst mit einem eigens kreierten Addon, das die Kick-Reihenfolge zuteilte.
Nachdem ein Hotfix für das Kick-Addon kam, wurde eine Lösung über eingefärbte Textboxen über den Adds gefunden, die aber auch kurzerhand von den WoW-Entwicklern verboten wurde. Letztendlich kamen für diese Boss-Mechanik Kick-Makros zum Einsatz, gegen die Blizzard am Ende des Hin und Her nichts mehr einzuwenden hatte.
In diesem Artikel
Vielleicht hatten die WoW-Devs ab diesem Zeitpunkt aber auch bereits aufgegeben. Denn das ständige Hotfixen der Boss-Mechaniken bzw. die Tricks zum Vereinfachen der Kampf-Mechaniken wurden während des ersten Race to World First von Midnight zum Katz-und-Maus-Spiel zwischen Spielern und Entwicklern.
Was vorher nur durch Software-Teams der World-First-Gilden zur Verfügung stand, wurde später übrigens allen Spielern zugänglich gemacht. Denn mit "BliZzi Interrupt Tracker" steht mittlerweile ein voll funktionsfähiger Interrupt-Tracker zur Verfügung, wie man ihn aus Zeiten vor der "Addon-Purge" kennt.
Privat Auras und Secret Auras - was ist das eigentlich?
Bei Diskussionen darüber, was Addons mittlerweile erlaubt ist und was nicht, ist immer wieder die Rede von "Privat Auras" und "Secret Auras". Seit Patch 10.1 gibt es in WoW die sogenannten "Privat Auras". Das sind Spieldateien, die nicht von Spielern bzw. Addons aus der API des Spiels ausgelesen werden können.
Wenn Debuff X eines Bosses zur Privat Aura wird, könnt ihr einem Addon beispielsweise nicht sagen: "Zeig mir Debuff X als großes Icon in der Mitte des Bildschirms an." Bisher wurden damit nur Fähigkeiten geblockt, die Boss-Mechaniken automatisieren. In Midnight haben die Entwickler erkannt, dass sie die meisten Boss-Fähigkeiten zur Privat Aura machen müssen, um die neue Addon/Boss-Design-Philosophie durchzusetzen.
Die Krux an dem System ist bisher, dass die WoW-Entwickler ihre Privat Auras so strikt programmiert haben, dass selbst die Buffs und Debuffs, die normalerweise ausgelesen werden sollten, vom eigenen System blockiert werden. Das wurmt aktuell die Boss-Designer und führt zum Beispiel dazu, dass Debuffs per Namensplaketten oder Infos im Schadensmeter nicht ausgelesen werden können. Dieses Problem wird laut den Devs von Blizzards Online-Rollenspiel noch lange anhalten und erst wesentlich später gelöst.
Im Laufe der Zeit wurden die sogenannten "Secret Auras" implementiert, die eine abgemilderte Form der "Privat Auras" darstellen. Anders als Privat Auras können "Secret Auras" von Addons ausgelesen werden und ihr könnt euch somit anzeigen lassen, dass ihr Debuff X habt. Weitere Infos über Debuff X - beispielsweise die Dauer, die Anzahl der Debuff-Stapel etc. - werden aber durch die Secret Aura jedoch ebenfalls blockiert.
DpS-Meter noch ausbaufähig
Neben Bossmods werden von WoW-Spielern am meisten Schadens-/Heil-Meter-Addons genutzt. Daher weinen viele Spieler den beschnittenen Features von Details, Skada und Co. hinterher. Denn das hauseigene Schadensmeter hat momentan noch einige Schwächen.
Quelle: PC Games
Blizzards Schadensmeter ist für ambitionierte Spieler größtenteils nutzlos. Wer die Auswirkung seiner Zauber im Detail betrachten will, muss auf externe Seiten wie Warcraftlogs zurückgreifen.
Im Vergleich zu Details und Co. zeigt euch das Blizzard-Schadensmeter zwar den prozentualen Anteil eurer Fähigkeiten am Gesamtschaden an, ihr könnt jedoch nicht schauen, wie oft Fähigkeit X kritisch getroffen hat, wie oft Fähigkeit Y verfehlt hat oder welchem Ziel über Fähigkeit Z Schaden zugefügt wurde.
Hinzu kommt, dass das Auswerten der Schadens- und Heil-Effekte erst nach dem Kampf geschehen kann. Wie lange Buffs und Schwächungseffekte aktiv waren, kann ebenfalls nicht vom hauseigenen Schadensmeter ausgelesen werden. Ebenfalls fehlen Übersichten für Ressourcen und Kontrolleffekte sowie Informationen zu Friendly Fire, Wiederbelebungen und mehr.
Quelle: Warcraftlogs
Warcraftlogs zeigt unter anderem den beigesteuerten Schaden von Verstärkung-Rufern korrekt an - auch das kann Blizzards Schadensmeter nicht.
Im Vorfeld bestand die Hoffnung, dass Blizzards Eigenkreation ein altbekanntes Problem behebt und den beigesteuerten Schaden des Verstärkung-Rufers korrekt berechnet. Leider ist genau das Gegenteil eingetreten. Blizzards Schadensmeter kann den Schaden von Verstärkung-Rufern nicht korrekt anrechnen und verfälscht sogar die Schadenswerte der gebufften Spieler.
Wenn Spieler genau nachvollziehen wollen, wie sich ihre Fähigkeiten im Kampf im Detail ausgewirkt haben, müssen sie ihre Kampflogs auf Drittseiten hochladen und dort analysieren. Tanks schauen ebenfalls in die Röhre. Denn zwar zeigt die Zusammenfassung der Tode den eintreffenden Schaden an, listet dabei aber keinerlei Infos zum Anteil der Schadensmitigation oder eintreffender Heilung auf, weshalb Tanks ebenfalls Tools wie Warcraftlogs nutzen müssen. Eventuell können die Entwickler diese wichtigen Informationen in einem späteren Patch nachliefern.
Fazit: Addons gewinnen den Kampf gegen Addons
Ihr könnt WoW weiterhin problemlos ohne Addons spielen, doch sobald Spieler in anspruchsvollerem Content das Maximum herausholen wollen, wird es im Vergleich zu vor der "Addon-Purge" deutlich schwieriger, an die passenden Tools zu gelangen. Auch die Anpassung für Teile des Interfaces, die nichts mit Kampf-Inhalten zu tun haben, wurde durch die "Addon-Purge" verkompliziert.
Neben einem WeakAura-Paket müssen sich ambitionierte WoW-Spieler Dutzende Addons herunterladen und ständig informiert bleiben, welches Helferlein als Nächstes seinen Nutzen verliert oder wie man welches Schlupfloch in den Addon-Regeln von Blizzard ausnutzen kann. Das schränkt nicht nur High-End-Spieler ein, sondern auch Spieler mit Handicaps, die beispielsweise auf Sound-Signale ihrer WeakAura angewiesen waren (wobei auch Sound-Cues schrittweise wieder über WeakAuren verfügbar werden).
Blizzards Kampf gegen Addons geht bisher also an die Addons. Dabei können Spieler aktuell froh sein, dass die Macher des MMOs diverse Schlupflöcher erlauben, um insbesondere den Endgame-Content angenehmer zu gestalten. Stellenweise wirkt es so, als ob die WoW-Devs bereits die weiße Fahne geschwenkt hätten. Kein Wunder, denn immer wenn Blizzard eine passende Lösung findet, bringen Addon-Entwickler sofort danach einen Workaround heraus.
Die Vision der Entwickler, die man vor Midnight mit der "Addon-Purge" hatte, wird damit natürlich nicht erfüllt. Daher blicken wir gespannt auf die kommenden Monate. Finden sich die Entwickler bis zum Ende von Midnight mit der jetzigen Situation ab, machen sie noch mehr Eingeständnisse oder sammeln Ion Hazzikostas und Co. gerade ihre Kräfte für die nächste Offensive gegen Addons?
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