World of Tanks, World of Warplanes und nun World of Warships. Wargamings neuestes Werk könnte an den Erfolg des Panzer-Erstlings anschließen. Warum, verraten wir euch in der Gamescom Anspiel-Vorschau!
Wargaming.net aus Weißrussland ist mit World of Tanks berühmt geworden. Im Westen hat es niemand erwartet, aber mit dem Free2Play-Prinzip eroberte Wargaming die Szene im Nu. Wie kein anderes Spiel vereinte World of Tanks all die Eigenschaften, die Fans von kostenlosen Spielen wollten. Es war wirklich kostenlos spielbar, es war gut und alle bezahlten Upgrades waren nur optischer Natur. Einfach so einen überstarken Superpanzer kaufen? Geht nicht. Nach World of Tanks wollte Wargaming auch den Rest der militärischen Pseudo-Simulation übernehmen. Doch mit dem "Nachfolger" World of Warplanes übernahm sich das Studio.
Quelle: Wargaming
Stein.Schere-Papier-Prinzip: Jede Klasse hat Stärken und Schwächen.
Als militärischer Flug-Simulator, der seinen Fokus auf Spielspaß legt, hat World of Warplenes zwar funktioniert. Aber so durch die Decke, wie das Panzerspiel, ging die Flug-Simulation nie. Wargaming übt sich in Selbstkritik: "Vermutlich sind viele Spieler einfach nicht mit der Bewegung im dreidimensionalen Raum zurecht gekommen." Panzer und Schiffe bewegen sich nur auf einer Fläche. Flugzeuge aber fliegen durch den Raum. Das war schwierig umzusetzen. Luftkämpfe in World of Warplanes können sehr zäh sein, viele Casualgamer waren da schon wieder ausgestiegen.
Mit World of Warships kann das nun ja wieder nicht passieren. Die schwimmenden Boliden bleiben nun wieder ebenerdig, Die Steuerung geht einfach von der Hand. Mit WASD steuert man den Boliden, mit der Maus zielt man. Den Rest machen die kanonentürme von selbst, egal wie viele es sind. Auf einem kleinen Farbdiagramm kann man sehen, welche Türme gerade geladen und bereit zum Feuern sind. Die Zielausrichtung aber passt das Spiel von selbst an. So kommen die Geschütze sicher ins Ziel. Auch viel von der Zielberechnung übernimmt das Spiel von selbst. Eine Kugel richtig weit vorsetzen ist eigentlich nicht nötig.
Koop gegen die KI
Quelle: Wargaming
Träger sind die verletzbarste, aber stärkste Klasse.
Der Spielmodus, den wir auf der Gamescom anspielen, ist kein kompetitiver Spielmodus. Stattdessen sollen wir und Unbekannte vom Wargaming-Stand in Köln einen riesigen Flugzeugträger in den Feindhafen geleiten. Uns erwartet sozusagen eine Begleitmission, die jedoch nicht weiter schwierig erscheint. Mit einem Stufe 8 Kreuzer sind wir schon gut dabei, Freunde und Feinde tuckern mit kleineren, leichter bewaffneten Kähnen durchs Meer.
Vier Klassen gibt es in World of Warships: Zerstörer, Schlachtschiffe, Kreuzer und Flugzeugträger. Sie alle haben Vor- und Nachteile. Wie in World of Tanks gilt ein Stein-Schere-Papier-Prinzip: Kreuzer zerstören Zerstörer zerstören Schlachtschiffe zerstören Träger und umgekehrt. Jede Klasse hat einen perfekten Opferfeind und einen Angstgegner. In unserem Demo-Level klappt das schon ziemlich gut. Je nachdem welche Artilleriekugeln man einsetzt und auf welche Ziele man sich konzentriert, macht man mehr Schaden. Und sogar der Trefferwinkel ist ausschlaggeben. Vorne und hinten sind die schweren Boote am besten gepanzert, wer seitlich trifft, hat eine Chance den Maschinenraum zu zerstören oder die Waffenkammer in die Luft zu jagen. Dann schlagen die Hitpoints Purzelbäume.
Quelle: Wargaming.net
Die Handhabung der tonnenschweren Kolosse ist lahm - aber es passiert trotzdem dauernd etwas beim Anspielen!
Aber Achtung: Ziel in den Koop-Matches ist es nicht, genug Abschüsse zu bekommen, sondern den eigenen Träger zu schützen. Er muss in den Hafen einfahren, möglichst unbeschädigt. Solche Team-Spielereien tun der "World-of"-Serie ganz gut. Vor allem auch, weil das Koop-Match die Spieler zur Zusammenarbeit zwingt. In den Panzer-Gefechten geht ein Teamgedanke oft in den Egos einzelner Wölfe unter.
Und dann ist da noch die taktische Komponente von World of Warships: Anders als in World of Tanks schippert man nicht nur übers Meer, sondern muss auch allerhand organisieren. Zu Beginn der Runde können bestimmte Boote Erkundungsflugzeuge losschicken, um die Sichtweite von Spielern zu erhöhen und Gegner zu markieren. Flugzeugträger greifen mit KI-Bombern und Torpedo-Flugzeugen an, sie gilt es abzuwehren. Im richtigen Moment muss man Flakgeschütze losschießen lassen oder Abfangflieger losschicken, sonst kommen sie womöglich durch. Und natürlich weicht man auch feindlichen Torpedos aus. Insgesamt steuert sich World of Warships zwar deutlich behäbiger und langsamer als seine zwei Vorgänger und trotzdem ist auf dem Bildschirm viel mehr los.
Die Frage ist: Was kommt als nächstes? So langsam hat Wargaming alle militärischen Armeegattungen durch. Und dann? Kommt vielleicht endlich die Verquickung aller World-of-Spiele. Immerhin gibt es ja jetzt schon Flugzeuge in World of Warships. Warum sollte man die in Zukunft nicht mal selbst steuern können…
