Worms Rumble: Echtzeit-Action statt Rundentaktik - ist das noch Worms?

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Worms Rumble: Echtzeit-Action statt Rundentaktik - ist das noch Worms?
Quelle: Team 17

Worms Rumble versucht, dem alteingesessenen Wurm-Franchise neues Leben einzuhauchen. Anstatt auf die typische Rundenstrategie zu setzen, wird im neuesten Spiel vom britischen Entwicklerstudio Team 17 alles in Echtzeit ablaufen. Mit bis zu 31 weiteren Spielern werfen wir Bananenbomben, heilige Handgranaten und explodierende Schafe umher. Da ist das Chaos vorprogrammiert - und dennoch macht überraschend viel Spaß.

Seit mittlerweile 25 Jahren bekriegen sich die Würmer mit dem losen Mundwerk auf heimischen Monitoren. Die Rundentaktik-Games von Team17 konnten durch die simple Spielweise Kinder wie auch Erwachsene begeistern. Schon 2003 versuchte das britische Entwicklerstudio, die Marke neu zu erfinden und brachte Worms 3D auf den Markt. Die damals neue 3D-Optik konnte sich jedoch nicht durchsetzen und spätere Sequels verfolgten danach wieder das altbewährte Prinzip der 2D-Ansicht.

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Jetzt startet Team 17 einen weiteren Versuch, die beliebte Spielereihe neu zu erfinden und vertraut dabei aber auf das altbewährte Prinzip des zweidimensionalen Kampfes. Worms Rumble setzt dafür auf chaotische Echtzeit-Kämpfe mit nur einem Wurm, anstatt die ruhige Rundentaktik mit einem wirbellosen Team aus den früheren Teilen beizubehalten. Und nicht nur das: der neue Ableger der Reihe springt wie viele andere Games auf den Battle-Royal-Zug! Dabei fährt er aber noch etwas wacklig auf den Schienen ...

Wieviel Worms steckt in Worms Rumble?

Die Echtzeit-Kämpfe sind nicht die einzige Veränderung, die Team 17 mit Worms Rumble (jetzt kaufen 14,85 € / 13,49 € ) wagt. Anstatt wie in den Vorgängern mit zufällig generierten Karten für Abwechslung zu sorgen, sind im neuesten Ableger der Reihe drei feste Karten unser Schlachtfeld. Und fest ist hierbei wörtlich zu nehmen: Die Umgebung ist nämlich nicht mehr frei zerstörbar. Dabei war das eine der großen Stärken von Worms, wodurch sich jede Runde neu und anders anfühlte. Da sich die Maps sehr ähnlich spielen, bemerken wir oft nicht einmal, dass wir uns auf einem neuen Schlachtfeld bewegen. Auch die verschiedenen Wurmtypen haben es nicht in Worms Rumble geschafft. In den früheren Ablegern konnten wir neben dem Standard-Wurm zum Beispiel auch einen größeren Kriecher wählen, der zwar mehr Schadenspunkte einstecken kann, aber dafür weniger beweglich ist. Solche "Gewichtsklassen" hätten sich auch super in das Spielprinzip von Worms Rumble integrieren lassen!

Auch wenn die Welt von Worms Rumble nach 3D aussieht, spielt sich das Geschehen nur in zwei Dimensionen ab.  Quelle: PC Games Auch wenn die Welt von Worms Rumble nach 3D aussieht, spielt sich das Geschehen nur in zwei Dimensionen ab.  Aber nicht alles hat sich verändert. Neben ein paar neuen Waffen sind berühmt berüchtigte Items wie die heilige Handgranate oder das explodierende Schaf immer noch mit von der Partie. Jedoch wurden diese teilweise an das neue Spielprinzip angepasst. So ist das mähende Wollknäuel in Worms Rumble keine einzelne Waffe, sondern wird stattdessen aus einer Art Schaf-Granatenwerfer gefeuert. Diese Veränderungen wurden sinnvoll umgesetzt und sind dabei nicht zu weit vom Original entfernt. Das Balancing der Waffen ist aber nur teilweise gelungen. Der mehrfach schießende Raketenwerfer ist beispielsweise eine ganze Nummer zu stark und kann auf einen Schlag gerne mal eine ganze Wurmgruppe auslöschen. Genauso ist die Schrotflinte den anderen Startwaffen wie der Handkanone und dem Sturmgewehr weit überlegen. Wer nicht das Glück hat, eine Truhe mit den passenden Items zu finden, wird es schwer haben. Diese Portion Zufall war aber auch schon in den älteren Worms-Titeln enthalten.

Battle Royal einfach überall

Springen und Schießen ist mit dem Controller gar nicht so leicht. Da hat die Maus und Tastatur einen klaren Vorteil! Trotzdem gibt es wahlweise eine Crossplay-Funktion. Quelle: PC Games Springen und Schießen ist mit dem Controller gar nicht so leicht. Da hat die Maus und Tastatur einen klaren Vorteil! Trotzdem gibt es wahlweise eine Crossplay-Funktion. In Worms Rumble haben wir die Wahl zwischen vier verschiedenen Spielmodi - wobei einer davon das Training ist, das neben dem kurzen Tutorial einen kleinen Parkour mit integrierter Stoppuhr bereit hält. Diese kleine Herausforderung ist ganz nett, aber das Kernspiel befindet sich natürlich in den anderen drei Modi: Deathmatch, Last Worm Standing (Battle Royal) und Last Squad Standing (Battle Royal im Dreier-Team). Der Deathmatch-Modus ist genau das, was man sich darunter vorstellt. Jeder gegen Jeden, wer stirbt wird neu gespawnt, wer die meisten Punkte hat, gewinnt. Diese erhalten wir mit Kills und verlieren sie, wenn wir das Zeitliche segnen. Eine Runde dauert dabei immer 8 Minuten. Mit bis zu 32 Spielern gleichzeitig wird in Worms Rumble geballert, was dann schon mal etwas hektisch, wenn nicht sogar chaotisch werden kann. Die Kugeln fliegen wild um uns herum, Explosion hier, Explosion da. Verschnaufpausen gibt es im Deathmatch nur dann, wenn wir uns in einen der Lüftungsschächte verkriechen. Dort warten wir dann, bis sich unsere Lebensenergie langsam aber sicher von selbst wieder aufgefüllt hat. Mit den richtigen Items können wir diesen Prozess zwar beschleunigen, im Eifer des Gefechts können die zwei Sekunden ohne Feuerschutz aber schnell nach hinten losgehen. Angriff ist und bleibt einfach die beste Verteidigung.

Der giftige Rauch lässt uns im Battle-Royal-typisch etwas näher zusammenrücken. Quelle: PC Games Der giftige Rauch lässt uns im Battle-Royal-typisch etwas näher zusammenrücken. Im Battle-Royal-Modus "Last Worm Standing" müssen wir schon um einiges vorsichtiger an die Sache rangehen. Um als Sieger vom Platz zu gehen, denn hier wird ein taktischeres Vorgehen belohnt. Wir warten geduldig, bis im Kampf zweier Kontrahenten der erste über den virtuellen Jordan fliegt. Dann nutzen wir unsere Chance, um den geschwächten Sieger auszuschalten. Da hört die taktische Finesse aber auch schon auf. Wo wir in den früheren Worms-Titeln unsere Würmer taktisch platzierten und bestimmte Waffen für den richtigen Moment aufbewahrten, geht es in Worms Rumble am Ende des Tages fast nur um die Treffsicherheit des Spielers. Dabei haben PC-Nutzer einen klaren Vorteil gegen die Konsoleros der Playstation 4 und 5. Bei dem Controller wird der rechte Stick zum Zielen benutzt, während die X-Taste für den Sprung zuständig ist. Das gleichzeitige Springen und Schießen kann für den einen oder anderen eine große Herausforderung darstellen. Wer will, kann sich aber trotzdem im Crossplay versuchen. Das ist freundlicherweise manuell einstellbar.

Zu guter Letzt gibt es den Last-Squad-Standing-Modus, in dem wir mit zwei weiteren Wurmkollegen in die Schlacht ziehen. Das funktioniert auch super, gemeinsam macht das chaotische Geballer richtig Spaß! Worms Rumble hätte bei LAN-Partys ein richtiger Hit werden können. Leider ist in Team 17s neuem Spiel aber keine Möglichkeit vorhanden, private Matches zu starten. Dabei ist die Wurm-Action dafür fast schon prädestiniert! Hier sollten die Entwickler vielleicht noch nachbessern in einem kommenden Patch.

Skins so weit das Auge reicht: Wir können unseren Wurm mit jeglichen Farben und Kostümen verschönern - ohne Echtgeldshop! Quelle: PC Games Skins so weit das Auge reicht: Wir können unseren Wurm mit jeglichen Farben und Kostümen verschönern - ohne Echtgeldshop! Stattdessen wurden die Ressourcen aber in die Klamotten und Ausrüstung unserer Würmer gesteckt. Tattoos, Brillen, Ganzkörperanzüge: Die Skins in Worms Rumble sind vielfältig und nett anzusehen. Auch die Waffen können wir farblich anpassen. Diese Skins müssen aber erst freigespielt werden, um sie dann mit der Ingame-Währung kaufen zu können. An die Kohle kommen wir durch abgeschlossene Spiele. Außerdem können wir mit kleinen Quests á la "Fliege 90 Sekunden mit dem Jetpack" oder "mach einen Doppelkill mit Waffe XY" Erfahrungspunkte sammeln, um schneller unser Level zu steigern, was wiederum neue Skins freischaltet. Wer nicht Kleidungsaffin ist, oder wem das Aussehen seines Wurms vollkommen egal ist, dem wird es vermutlich an Motivation für diese Aufgaben mangeln.

Kleiner Spaß für Zwischendurch

Worms Rumble hat sich von den Wurzeln seiner Vorgänger gelöst - und das ist gut so! Die früheren Rundentaktik-Spiele machen zwar immer noch Spaß und sind auf LAN-Partys weiterhin gerne gesehen, ein neues Spiel hätte in diesem Genre aber nicht mehr viel neues dazuerfinden können. Die Reihe brauchte einen frischen Wind und das kann - pünktlich zum 25. Jubiläum des Franchises - die Echtzeit-Taktik bieten. Leider fehlt es dem Spiel aber noch an Inhalt. Die drei Spielmodi sind eindeutig zu wenig, um dauerhaft spannend zu bleiben und drei gefühlt identische Karten, die sich nicht zerstören lassen, sind schlicht langweilig. Und warum es keine privaten Spiele gibt, bleibt uns ein Rätsel. Hoffentlich füllen die Entwickler das Spiel regelmäßig mit frischen Updates, um die schon jetzt eher geringen Spielerzahlen zu halten. Als kurzes Spiel für Zwischendurch kann Worms Rumble nämlich sehr wohl unterhalten.

Meinung

Wertung zu Worms Rumble (PC)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Worms Rumble (PS4)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Worms Rumble (PS5)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Actiongeladen und kurzweiligBekannte, aber auch neue WaffenViele WurmskinsSpannungsgeladener Battle-Royal-ModusCrossplay möglich
Wenig SpielmodiKaum VerschnaufpausenKeine private Sessions möglichNur drei (sehr ähnliche) MapsUmgebung nicht zerstörbar
Fazit

Worms Rumble hat zwar nur sehr wenig mit Worms zu tun und leidet noch an Inhaltsarmut, kann aber trotzdem unterhalten.

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