Yakuza 4 im Gamezone-Test

Test Van_Helsing

Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger hat der vierte Teil leicht zugelegt ohne uns aber revolutionär Neues zu bieten.

Sie liebt mich, sie liebt mich nicht ...

Yakuza 4 Yakuza 4 Doch Yakuza wäre nicht Yakuza, wenn es neben den Prügeleinlagen und Filmsequenzen nicht noch mehr zu tun gäbe, und deren anderweitigen Betätigungsfelder gibt es reichlich. So dürfen wir uns diesmal den Hostessen zuwenden, die bekanntlich im dritten Teil der Serie - zumindest auf die hiesige Veröffentlichung bezogen - zuhause bleiben mussten. Wer mit den käuflichen Damen anbandelt, sollte nicht einfach nur auf die kostspielige Gesellschaft der Auserwählten aus sein, sondern auch alles daran setzen, deren Zuneigung zu erhaschen. Dies geschieht u.a. durch Gespräche im Multiple-Choice Verfahren oder gern mittels Übereichen eines Geschenks. Es heißt schließlich nicht umsonst: Kleine (oder auch große) Geschenke erhalten die Freundschaft. Unser werben um die Gunst der Dame war dann erfolgreich, wenn wir ihre Karte überreicht bekommen, die es auf jeden Fall zu sammeln gilt. Sind wir auch danach noch überaus freundlich zu dem jeweiligen Fräulein, sind Erfahrungspunkte das mindeste, dass wir als Gegenleistung zurück bekommen.

Yakuza 4 Yakuza 4 Zu sammeln bekommen wir ohnehin sehr viel und eine der wichtigeren Sammelaufgaben ist, die versteckten Schließfach-Schlüssel zu finden, da in den geöffneten Fächern sehr nützliche Items hinterlegt sind. Neben Ausrüstungsgegenständen werdet ihr auch Um-und Anbauteile für Waffen finden, um noch durchschlagskräftigere Argumente zu besitzen. Unabhängig davon, dass sich so manche Kollekten-Aufgabe als dauerhafte Challenge entpuppen kann, die - vollständig erfüllt - absolut von Vorteil für uns sein wird. Für alle Spieler unter euch, die gern sehr akribisch zu Werke gehen und nicht darauf aus sind ein Spiel schnellstmöglich zu beenden, bekommen so noch mehr geboten. Neben Charakterspezifischen Mini-Games, lässt sich die Zeit mit Golf vertreiben. Sollte man mehr auf Tischtennis stehen, so ist auch das möglich. Wie wär es alternativ noch mit dem Besuch in einer Karaoke-Bar? Oder ist Bowling dann doch das Richtige? Offensichtlich also, dass es neben dem eigentlichen Hauptspiel jede Menge Neben-Beschäftigungen zu entdecken gibt; Wobei, und das sei am Rande erwähnt, der Massage-Salon und die Hostessen zu den umfangreichsten, vielleicht auch schönsten(?!) Ablenkungen gehören.

Fast grenzenlos immer mitten in die Fresse rein

Yakuza 4 Yakuza 4 Gleichwohl sich Yakuza 4 als Open-World Spiel versteht, so sind wir doch recht schnell an die Grenzen gestoßen. Der erste Abschnitt, der sich durchaus als Tutorial versteht, ist recht eng bemessen - womit wir leider schon wieder bei der vermeintlich großen Tokioter Welt angekommen sind. Und auch im restlichen Spielverlauf dürfen wir, wie es sich für ein Game dieser Gattung normal gehört, nicht alles erkunden, denn für vielen Häuser, Gebäude, Geschäfte, usw. ist betreten verboten angesagt, und das obwohl es nicht einmal wirklich danach ausschaut. Ebenso erschien uns bisweilen unverständlich, dass wir ausgerechnet in Räumen die wir nicht betreten konnten, versteckte Schließfach-Schlüssel gefunden haben. Woher nehmen, wenn nicht stehlen - bis es uns dann dämmerte den Blickwinkel zu verändern - Stichwort Ego-Ansicht - und so konnten wir Gegenstände, Items und dergleichen mehr aufheben, die außerhalb unserer Reichweite lagen.

Yakuza 4 Yakuza 4 Um jeden spielbaren Charakter und dessen Geschichte besser zu verstehen, bekommen wir immer auch entsprechend spezifische Nebenmissionen geboten. Doch leider unterscheiden sich diese in der Regel nur geringfügig von den eigentlichen Hauptaufgaben - und nicht zu verwechseln mit den sonst noch vorhandenen Optionen, die rein - im wahrsten Sinn des Wortes - optional sind, getreu dem Motto "alles kann, nichts muss". Der Spur der Charaktere allerdings - sprich der jeweils zugehörigen Geschichte - müssen wir folgen. Wie erwähnt, unterteilt sich dies in Haupt- und Nebenmissionen, welche allerdings alle recht bzw. sogar sehr ähnlich daher kommen: In erster Linie heißt das für uns die Fäuste, alternativ auch die Füße schwingen und die Gegner ins nächste Hospital zu prügeln. Auch wenn die 3D-Kämpfe nicht unbedingt die Schlagvielfallt eines 'Tekken' oder 'Virtua Fighter' vorzuweisen haben, können die zahllosen Straßenkämpfe aufgrund ihres schnellen Kampfgeschehen als auch, und das ist weitaus elementarer, der einfachen Handhabung überzeugen. Für alle Aktionen erhalten wir Erfahrungspunkte und diese werden bei jedem Level-Aufstieg in Soul-Points umgewandelt. Mit diesen Seelenpunkten können wir wiederum unserem Recken neue, erweiterte Moves beibringen. Alle vier Spielfiguren haben ihre eigenen Moves vorzuweisen, wobei gewisse Ähnlichkeiten lassen sich mit der Zeit nicht von der Hand weisen lassen. Aber daran stören wir uns nicht weiter. Positiv, trotz gewisser Gleichheiten, erachten wir, dass jeder Charakter für sich aufgebaut werden muss. Stärken, die z.B. mit Kiryu errungen worden sind, können nicht auf Akiyama übertragen werden usw.. Lobende Worte finden wir auch für den Umstand, dass die Zensurschere stumpf geblieben ist angesichts der vielen, vielen Fights, die es zu meistern gilt. Knochen knacken, Blut spritz, Gesichter sind demoliert, rot verschmiert, mit Kratzern, Macken übersäht und die Besiegten ächzen und stöhnen und stehen nach einem Kampf nicht wie geleckt und aus dem Schönheitssalon entsprungen wieder auf. Bisweilen sind uns die Verlierer insofern auch wohl gesonnen, da sie als Entschuldigung ein paar Yen raus rücken oder unsere Energie wieder auffrischen. Während wir immer wieder durch die stark bevölkerte japanische Metropole schlenderten, kam unser Kämpferherz wahrlich nicht zu kurz. Sehr oft wurden wird von verschiedenen Gangs und/oder umherlaufenden Halbstarken herausgefordert. Das Schöne daran ist nicht nur der Erhalt von Erfahrungspunkten, sondern auch das die Umgebung mit in die Schlägereien mit einbezogen wurde. So griffen wir im Fight selbst fix mal nach einem nahe stehenden Fahrrad und haben es unserem Kontrahenten um die Ohren gebeutelt. Gesäumt von einer Traube Passanten, wurde uns so ein recht dekoratives als auch lebendiges Kampf-Gesamtbild geboten.

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