Wieder einmal ist Yakuza, dieses Mal Teil vier, ein Titel bei dem zwei Herzen in unserer Brust schlagen. Auf der einen Seite steht das fantastische japanische Setting, das mitunter sogar tief blicken lässt, dazu die sehr gelungenen Gesichts-Animationen, der tolle Soundtrack und der an sich trotz dem Alter sehr stimmigen grafischen Erscheinung, was uns erneut in der Gesamtheit und zu 100 Prozent gefallen hat. Und auf der anderen Seite stehen sehr viele Stunden an Zwischensequenzen, die nicht nur partiell etwas in die Länge gezogen wirken und dem, was am Ende deutlich schlimmer wiegt, eintönigen Missions-Design. Während des Spielens waren wir fast nur mit so gut wie immer gleichlaufenden Kämpfen beschäftigt oder wir gaben uns den verbalen Ergüssen einer Sequenz hin. Das Schlimme an diesen Unterhaltungen ist auch, dass sie viel Blabla beinhalten und wir schnell dazu übergehen die Aufmerksamkeit abschweifen zu lassen – meistens dann, wenn es doch mal wirklich wichtig wurde. Ähnlich erging es uns mit der vielen Kämpferei – die zwar kurzzeitig ein wenig frischen Wind ins Spiel bringt, wenn wir neue und/oder andere Waffen als unsere Fäuste zur Verfügung hatten und hin und wieder die Umgebung mit einbeziehen konnten. Auch wenn es – bezogen vor allem auf die recht lange Spieldauer des Titels - jede Menge Aufgaben abseits der vier Hauptstränge gibt, so bleibt bei uns die Frage stehen: Reicht das heutzutage noch aus vor allem Neulinge, Action-Fans und speziell Spieler von „Open World“ Games zu gewinnen; Vor allem wenn man diese am Ende nicht wirklich bietet? Wir kommen zu dem Schluss, dass die zahlreichen Fans der Serie ohne jeden Zweifel einmal mehr zufrieden gestellt werden – denn als Fan erwartet man in erster Linie marginale Veränderungen, Verbesserungen und freut sich einfach nur darauf, einmal mehr schlägernd durch die Tokioter Metropole wandern zu können – Hostessen, Spielautomaten und nach wie vor viele Unterhaltungen inbegriffen. Wer, abseits der Fan-Gemeinde, auf ein sehr japanisches Setting mit Blick auf die Unterwelt steht und kein Problem damit hat, dass in erster Linie schlagende Argumente der Weg zum Erfolg sind, wird ebenso begeistert sein. Wer allerdings wahrlich auf „Open World“ steht oder ggf. darauf gehofft hat, dass Yakuza 4 wirklich größer, besser, anders wird – der könnte enttäuscht werden. Yakuza, vierter Teil oder nicht, bleibt einfach Yakuza, welches mit minimalsten Veränderungen erneut aufbricht seine Fans glücklich zu machen und generell beweist, dass sich auf der Disc bei Weitem kein schlechtes Spiel versteckt, gleichwohl wir nicht nur manche Unterhaltungen oder Sequenzen als öde empfunden oder es schon etwas nervig erachtet haben, schon wieder die Fäuste zu schwingen – und doch haben wir uns final dabei ertappt, dass wir immer noch ein Stück weiter spielen wollten; Sei es am Ende nur, um die Hostesse weiter zu umgarnen oder dem nächsten aufmüpfigen Gang-Mitglied den Zeitungskasten auf der Rübe zu zerdeppern.