Yomawari: The Long Night Collection: Gruselabenteuer für Nintendo Switch im Test

Test Johannes Gehrling
Yomawari: The Long Night Collection: Gruselabenteuer für Nintendo Switch im Test
Quelle: N-ZONE

Die kalte und dunkle Jahreszeit eignet sich perfekt für Grusel und Horror. Mit Yomawari: The Long Night Collection gibt's das passende Spiel für die Switch. Im Test verraten wir euch, was das japanische Adventure-Game für die Nintendo-Konsole taugt.

Halloween ist mittlerweile zwar schon vorbei, Yomawari: The Long Night Collection (jetzt kaufen ) lehrt euch aber auch über den beliebten Volksbrauch hinaus das Fürchten. The Long Night Collection bringt gleich beide Yomawari-Spiele auf die Switch: Yomawari: Night Alone und Yomawari: Midnight Shadows. Beide sind sich sehr ähnlich und setzen auf gleiche Grafik sowie Gameplay, der Unterschied liegt eher im Detail. Den ersten Teil absolviert ihr in etwa drei Stunden, der Abspann von Teil zwei wartet nach ungefähr der doppelten Spielzeit auf euch.

Auf der Suche

Während ihr in Yomawari: Night Alone ein kleines Mädchen auf der Suche nach ihrer verschollenen Schwester spielt, schlüpft ihr in Yomawari: Midnight Shadows in die Rolle eines ebenfalls kleinen Mädchens und sucht nach eurer verschwundenen besten Freundin. Beide Spiele sind in einer typischen japanischen Kleinstadt angesiedelt und sowohl in ihrer Aufmachung als auch beim Gameplay stark an japanische Folklore angelehnt. Yomawari verzichtet fast gänzlich auf Musik und nutzt stattdessen Umgebungsgeräusche und den virtuell dargestellten Herzschlag eurer Spielfigur dazu, dem Spiel Atmosphäre und Spannung zu verleihen.

Die grafische Aufmachung lässt zunächst vielleicht noch anderes vermuten, doch der brutale Tod des eigenen Hundes im ersten Teil sowie der Selbstmord eines kleinen Mädchens im zweiten Teil (jeweils gleich zu Spielbeginn) enttarnen Yomawari schnell als Horror-Titel. Schon kurz darauf lernt ihr das Kern-­Gameplay kennen: Geister an jeder Ecke, vor denen ihr fliehen oder die ihr geschickt ablenken müsst beziehungsweise vor denen ihr euch besser versteckt, um zu überleben. Jede Berührung mit einem Geist führt nämlich zum sofortigen (brutalen) Bildschirmtod und setzt euch zurück zum letzten Speicherpunkt. Diesen Mechanismus erlebt ihr häufig, denn das Spiel setzt gezielt auf Trial and Error, was mitunter frustrierend wird. Solltet ihr ein Problem damit haben, überlegt euch das vor dem Kauf gut. Yomawari: The Long Night Collection: Gruselabenteuer für die Nintendo Switch im Test. Quelle: N-ZONE Schon zu Beginn beider Yomawari-Spiele in der The Long Night Collection wird schnell klar, dass es reichlich düster und mitunter sehr brutal zugeht.

Flucht statt Kampf

Wieso weglaufen, wenn man auch kämpfen kann? Tja, genau das könnt ihr in Yomawari eben nicht. Neben drei Arten der Fortbewegung (laufen, schleichen, rennen) verfügt ihr über eine Taschenlampe und könnt Gegenstände aufsammeln und einsetzen. Die Geister anzugreifen ist jedoch nicht möglich, genauso wenig wie euch zu verteidigen. Dafür entwickelt ihr mit fortschreitendem Spielverlauf verschiedene Taktiken für unterschiedliche Geister, denn stures Weglaufen ist nicht immer die beste Lösung. So ist es beispielsweise bei einem bestimmten Typ Geist ratsam, euch schnellstmöglich zu verstecken, während bei einer anderen Sorte Ablenkung die beste Wahl ist, um im richtigen Moment unbemerkt vorbeizuschleichen. Der sowohl grafisch als auch akustisch dargestellte Herzschlag eurer Spielfigur hilft euch dabei, die aktuelle Gefahrenlage einzuschätzen. Eure Ausdauer beim Rennen ist begrenzt, also müsst ihr damit gut haushalten. Das Spielziel eures gruseligen Abenteuers ist simpel: Findet die verschollene Schwester in Teil eins beziehungsweise die verschwundene beste Freundin in Teil zwei. Unterwegs dürft ihr euch nicht von den zahlreichen Geistern erwischen lassen, außerdem löst ihr diverse Rätsel und Puzzles.

Schockmomente

Neben den düsteren Singleplayer-Abenteuern bietet Yomawari: The Long Night Collection keine weiteren Modi, keine Mehrspieler-Möglichkeiten und keine Online-Features. Das hat das Spiel aber auch nicht nötig, denn die einnehmende und düstere Atmosphäre würde durch Mitspieler nur gestört. Startet ihr Yomawari: Midnight Shadows, bittet euch das Spiel sogar, das Licht auszumachen und während des Spielens euren Blick nicht vom Bildschirm zu nehmen. Das ist tatsächlich sinnvoll, denn nur so entfaltet Yomawari sein Potenzial und sorgt für überraschende und gruselige, vor allem aber erschreckende Momente, wozu auch der weitgehende Verzicht auf musikalische Untermalung beiträgt. Kopfhörer solltet ihr beim Spielen dennoch aufsetzen, denn die Umgebungsgeräusche tragen enorm zur Spieltiefe bei.

Einerseits kann man Yomawari: The Long Night Collection zwar zu Recht seinen etwas geringen Spielumfang ankreiden, auf der anderen Seite nutzt sich das simple Gameplay, das sich stark um das ständige Wiederholen gleicher Situationen zum Finden des optimalen Weges dreht, während dieser überschaubaren Spieldauer aber auch schon reichlich ab. Ein bisschen mehr Abwechslung hätte dem Spiel in dieser Hinsicht gut getan. Davon abgesehen gibt es aber nicht allzu viel an Yomawari auszusetzen, allenfalls seine spezielle Eigenart beschränkt die Zielgruppe vor allem auf Fans von Horror-Survival-Titeln. Auch die Bezeichnung "Walking-Simulator" ist in Teilen sicher nicht ganz unangebracht. Wer auf einnehmende und düstere Atmosphäre steht, hat mit Yomawari: The Long Night Collection seinen Spaß.

Meinung

Wertung zu Yomawari: The Long Night Collection (NSW)

Wertung:

7.5 /10
Pro & Contra
Einnehmende düstere AtmosphäreSpannend und forderndAngenehmer SpieleinstiegSimple Steuerung
Trial and Error mitunter frustrierendSpielumfang eher geringSpielmechanik auf Dauer etwas eintönig
Fazit

„Licht aus, Kopfhörer auf, Yomawari in die Switch: Auf ins Grusel-Abenteuer!“

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