Young Justice Legacy im Test: Die Helden-Klopperei holt nicht mal Fans hinterm Ofen hervor
Test
Nachdem die großen Superstars bereits mehrfach die Welt retten durften, kann in Young Justice Legacy nun auch endlich der Nachwuchs seinen Teil dazu beitragen. Das Spiel zur TV-Zeichentrickserie wirkt alles andere als fertig und ist leider nur ein müder Abklatsch der jungen Superhelden. Selbst Fans werden Motivation zum Durchspielen mühsam suchen müssen. Warum? Findet es im Test heraus!
Die Welt braucht Helden und vor allem dich, als Kommandant der jungen Truppe. Fans der Serie kommen in den Genuss, die Rolle von insgesamt zwölf Helden der Young Justice wie Robin, Kid Flash oder Superboy zu übernehmen und die Welt vor dem Bösen in Form von The Riddler, Sportsmaster und Co. zu retten. Ein jeder der jungen Helden wurde zumindest optisch dem TV-Pendant recht originalgetreu nachempfunden, hat durchaus gelungene und motivierte Synchronsprecher und agiert auch mit den jeweiligen Fähigkeiten. Kid Flash verwandelt sich in einen wütenden Tornado, Miss Martiana schnippt mit den Fingern und erfreut die Teamkameraden mit frischer Lebensenergie und Nightwing wie auch Robin nutzen das technische Equipment ihres Mentors, dem Flattermann. Die Zusammenstellung verspricht viel Spaß und vor allem Abwechslung im Spielverlauf, zumindest auf dem Papier. Denn nach nur wenigen Spielminuten weiß man wie der Hase läuft und der Titel verkommt zu einem einfallslosen Gekloppe.
Quelle: WB GAMES
Young Justice Legacy im Test (4)
Das Team rückt immer mit drei Helden aus. Anfangs noch vorgegeben, dürft ihr die Truppe später nach eigenen Wünschen selber zusammenstellen und damit nicht nur Lieblinge mit in die Schlacht nehmen, sondern auch die Fähigkeiten der Helden optimal mischen. Je nach Schwierigkeitsgrad oder Level ist es praktisch einen Heiler dabei zu haben. Wenn ein Kollege im Kampf unterliegt, sieht er zunächst Sterne und man kann ihm wieder auf die Beine helfen. Sollten alle drei Superhelden aber das Zeitliche segnen, ist die Mission gescheitert. Einen Heiler in der Runde dabei zu haben verhindert im Zweifelsfall das schlimmste. Dazu noch einige schlagkräftige Argumente und alles ist geritzt. Kling super, spielt sich aber extrem eintönig. In den schlauchartigen Levels stellen sich euch immer wieder Feinde vom einfachen Fußsoldaten mit dicker Wumme bis hin zu riesigen Mechs in den Weg. Die Palette ist durchaus üppig, über den Jordan schickt man sämtliche Gegner aber stets mit denselben stupiden Prügeleinlagen mittels zweier Tasten und den wenigen Spezialattacken der Helden. Hat man die anfängliche Euphorie über die Superkräfte überwunden, spielt sich der Ablauf in den kompletten zehn Stunden des Abenteuermodus immer gleich. Feind kommt auf, drauf einhämmern, evtl. mal heilen und in Deckung gehen und einfach alles was sich bewegt zu Kleinholz verarbeiten.
Quelle: WB GAMES
Young Justice Legacy im Test (5)
Dabei sind die Ansätze von Young Justice Legacy großartig. Ihr verprügelt die bösen Buben, sammelt Erfahrungs- und Heldenpunkte und könnt an den Fähigkeiten der jungen Stars arbeiten. Nicht nur die Spezialattacken lassen sich dank Attributspunkten verbessern, es gibt auch einen riesigen Shop an WayneTech-Verbesserungen, die zusätzliche Statuseffekte versprechen. Nur leider sind die RPG-Elemente rein optische Kosmetik, spielerisch ist der Unterschied kaum anzumerken. Leider hat man es auch verpasst, die Fähigkeiten der Helden für spezielle Missionen, Aufgaben oder Rätsel auszunutzen. Die wenigen Denkaufgaben im Spiel sind kaum der Rede wert. Vergeudetes Potenzial, denn der Mehrspielermodus online wie auch offline mit bis zu drei Teilnehmern und die zahlreichen Helden würden reichlich Möglichkeiten zur Variation bieten. Selbst im Kampf gibt sich ein Robin, Kid Flash oder Superboy nahezu egoistisch. Teamwork? Kennen wir nicht, obwohl der ursprüngliche Gedanke der Young Justice Organisation wohl etwas anders lauten dürfte. Nur selten raffen sich die drei Charaktere zusammen und starten einen gemeinsamen Angriff. Spektakulär ist dies eh nicht, ebenso wie die gesamten Präsentation. Dank der eher schwachen Optik fehlt es dem Titel einfach an Atmosphäre. Das was noch über ist, wird durch technische Probleme wie Tearing und Kantenflimmern wie auch eine oft miese Kameraführung restlos zerstört.
Quelle: WB GAMES
Young Justice Legacy im Test (8)
Ein Lichtblick am düsteren Horizont sind zumindest die späteren Endgegner. Auch diese sind sicherlich nicht episch ausgefallen, können aber durchaus unterhalten. Vor allem das U-Boot oder der interessant aufgebaute Kampf gegen The Riddler hat uns gefallen. Da ist in Ansätzen zu erkennen, zu was Young Justice Legacy in der Lage wäre, hätte man mehr Mühen in den Titel gesteckt. Das ist nun etwas hart gesagt, denn der Spielumfang an sich kann sich wirklich sehen lassen. Die Story, in der Batman die junge Truppe auf die Suche nach einer Archäologin schickt, wird in gut zehn Stunden und insgesamt 36 Level erzählt, was ziemlich üppig und langatmig ist. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Sammelobjekte, welche Bilder zu den Helden freischalten sowie einen knallharten Herausforderungsmodus. In diesem gilt es Welle für Welle etliche Schergen auszuschalten und Rekorde zu brechen. Wie bereits erwähnt leidet das Kampfsystem aber extrem an Monotonie und mehr als Auseinandersetzungen mit den Feinden bieten diese Challenges ebenfalls nicht.
