Yu-Gi-Oh! - Duelists Of The Roses im Gamezone-Test

Test Sidwick

Ein Freudenfest für Jäger und Sammler. Für Neueinsteiger aber leider nur schwer zugänglich.

So schwer wie suchtfördernd
Yu-Gi-Oh! - Duelists Of The Roses im Gamezone-Test Nachdem das YuGiOh-Sammelkartenspiel bereits unter den jüngeren Semestern für einen wahren Boom gesorgt hat, versucht Konami nun mit "Duelists Of The Roses" neue Käuferschichten zu erschließen. Das erste PS2-Spiel zum Anime-Phänomen bietet neben bereits bekannten Aspekten des Kartenspiels einige neue Spielkonzeptionen, welche der Grundidee ein erhöhtes Maß an Komplexität und Tiefgang hinzufügen.

Die Begleitstory des Spiels, welche viele der Originalcharaktere der Serie umfasst, wurde kurioserweise in das barocke England verlegt, wo vor dem Hintergrund des Rosenkrieges zwei Fürstenhäuser um die Vorherrschaft kämpfen. Als neutraler Gesandter aus einer anderen Zeit muss sich der Spieler auf die Seite einer der Parteien stellen, um im weiteren Verlauf in zeitintensiven Kartenduellen gegen jeweils acht Kartenmeister der Gegenseite anzutreten. Die Duelle werden auf schachbrettartigen Spielfeldern ausgetragen und erfordern zum Sieg nicht nur eine gewisse strategische Übersicht seitens des Spielers, sondern auch ein im Vorfeld optimal zusammengestelltes Kartendeck, bestehend aus vierzig Spielkarten. Neu dabei ist der sogenannte Deckleader, welcher ebenfalls in Form einer Karte im Spiel verwendet wird und die Lebensenergie des Spielers repräsentiert. Während eines Kampfes gilt es folglich, den Deckleader mittels des Einsatzes der weiteren Karten des Decks zu schützen und schlussendlich zum Sieg zu führen, indem der Deckleader des Gegenspielers eliminiert wird.

Ähnlich rundenbasierenden Strategiespielen bewegt der Spieler bei "Duelists Of The Roses" in diesem Fall maximal fünf zuvor ausgespielte Hilfskarten gleichzeitig über den Spielplan. Die Karten sind dabei grundsätzlich in zwei Klassen zu gliedern: Mit Monstern werden gegnerische Karten angegriffen, während Zaubersprüche zur Unterstützung dieser ausgespielt werden. Kommt es zu einem Kampf zweier Monster, werden situationsabhängig die Angriffs- bzw. Verteidigungswerte der beiden jeweiligen Monster verglichen, wobei das stärkere Monster als Sieger aus der direkten Konfrontation hervorgeht und das geschlagene Monster aus dem Spiel entfernt wird. In der Konsequenz eines solchen Monsterduells wird die im Kampf ermittelte Differenz der Attributwerte von der Lebensenergie des unterlegenen Deckleaders abgezogen. Dieses Schema setzt sich im weiteren Verlauf einer Kartenschlacht fort, bis die Lebenskraft eines Deckleaders auf null sinkt und damit das gesamte Duell verloren ist. Für spielerische Tiefe sorgen die Spezialkarten wie die bereits oben erwähnten Zaubersprüche, sowie die Möglichkeit, mehrere Karten parallel in Combos auszuspielen. Viele weitere zu erlernende Kniffe werden darüber hinaus den geduldigen und lernwilligen Spieler mit einem interessanteren Spielerlebnis belohnen.

Trotz eines ordentlichen und sehr umfangreichen Tutorials erweist sich der Einstieg leider für die Nichtkenner der Spielidee als stellenweise haarsträubend schwer und frustrierend, zumal oft nicht nur das strategische Können, sondern vielmehr in erster Linie ein gut zusammengestelltes Deck über Sieg oder Niederlage entscheidet. Ärgerlicherweise sind bereits die ersten Kontrahenten im Storymodus äußerst hartnäckige Gegner, die kaum einen Fehler verzeihen und darüber hinaus noch mit sehr starken Decks in den Kampf ziehen. Bevor man überhaupt im Hauptmodus erst einmal Fuß fassen kann, müssen mehrere einzelne Duelle gegen leichtere Gegner im Einzelmatch-Modus bewältigt werden, um auf diese Weise zu stärkeren Karten zu gelangen. Das intensive Büffeln der fünfzig Seiten starken Anleitung ist zudem für Quereinsteiger der Serie ein unumgehbares Muss, bevor die ersten Erfolgserlebnisse Einzug halten können. Der arg anstrengende Spieleinstieg dürfte dabei selbst geduldige Spieler auf eine harte Probe stellen. Unverständlicherweise verzichtete Konami darauf, das Spiel als auch die Anleitung ins Deutsche zu übertragen, so dass halbwegs gute Englischkenntnisse ebenfalls nicht fehlen sollten.

Die technische Seite des Spiels präsentiert sich als denkbar zweckmäßig und schlicht. Wären da nicht die einigermaßen hübsch anzuschauenden Kampfszenen, welche ausgelöst werden, wenn zwei Monster aufeinandertreffen, könnte man fast meinen, man hätte es hier mit einem PsOne-Titel zu tun. Sowohl die Menüs, die oft grobkörnige Darstellung der Spielkarten, als auch die bieder wirkenden Spielfelder lassen optisch sehr zu wünschen übrig, werden aber dennoch zumindest die eingefleischten YuGiOh-Fans nicht übermäßig stören. Der Einsatz von Sound und Musik ist eher von der unauffälligen Art und Sprachausgabe gibt es leider gar nicht. Immerhin ist "Duelists Of The Roses" kein Spiel, bei dem den technischen Aspekten viel Gewicht zugegolten werden kann; daher sollte die Gesamtbeurteilung des Spiels von den technischen Unzulänglichkeiten nicht übermäßig beeinträchtigt werden.

Meinung

Wertung zu Yu-Gi-Oh! - Duelists Of The Roses (PS2)

Wertung:

7.5 /10
Pro & Contra
Gut durchdachtes Regelwerkviele Kartennetter Strategie-Anteil
Für Neulinge sehr schwer zugänglichaltbackene PräsentationHandbuch und Spiel komplett in Englisch
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