Zumba Fitness: Join the Party im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Graziöse, wohlproportionierte Dame auf dem Cover und heiße Rythmen! Eigentlich klasse ...

Eine heiße Braut auf dem Cover, ein äußerst farbenfrohes Design und eine ansprechende Optik - das Kinect Spiel Zumba Fitness - Join the Party macht sich ganz gut im Händlerregal und lockt aufgrund der Packung schnell mal den bewegungsfreudigen Käufer. Ein typisches Tanz- und Fitnessspiel also, doch wer hinter die Kulissen blickt erkennt, dass dahinter eigentlich wesentlich mehr steckt, als man auf dem ersten Blick vermuten würde ...

Zumba Fitness: Join the Party Zumba Fitness: Join the Party Zumba Fitness ist kein unbeschriebenes Blatt! Mitte der 90er Jahre entwarf der Kolumbianer Alberto "Beto" Parez ein Programm für musikbegeisterte Leute, welches sich auf lateinamerikanische Rhythmen und Stilrichtungen stützt und passend dazu einen ordentlichen Workout bietet. Die Grundvoraussetzungen brachte er aus seiner beruflichen Karriere mit. Als bekannter Fitness-Trainer, der unter anderem auch Choreograf für internationale Superstars der Popmusik tätig war, konnte er viel Erfahrungen in sein neues Programm einfließen lassen. Wer spanisch und lateinamerikanisch angehauchte Musik mag und gerne das Tanzbein schwingt, wird auch ohne große Tanzkenntnisse sportlichen Erfolg feiern können. Dass Zumba keine Eintagsfliege darstellt, belegen die Zahlen: Mittlerweile soll es 7 Millionen begeisterte Zumba-Anwender weltweit geben. Wahrlich Grund genug, das Trainingsprogramm von einer eintönigen DVD in die interaktive Welt der Videospiele zu bringen.

Spaß an der Bewegung

Zumba Fitness: Join the Party Zumba Fitness: Join the Party Zumba bedeutet übrigens in etwa "sich schnell bewegen und Spaß haben"! Das trifft auf dieses Spiel definitiv auch zu. Einen gewissen Hang zu Calypso, Reggaeton, Merengue, Salsa, Cumbia, Hip-Hop, Mambo, Rumba und Flamenco sollte man aber durchaus mitbringen. Diese Stilrichtungen sind die Stützpfeiler des Workout-Programms, was uns der zumindest anfänglich wahrlich eingängige Titelsong auch demonstrativ unter Beweis stellt. Nach etlichen Spielstunden stellt sich dennoch die Frage, warum die Entwickler nicht versucht haben, etwas mehr Variantenreichtum in die Menüs zu bringen. Immerhin umfasst der die Plattensammlung von Zumba Fitness 30 ausgewählte, äußerst flotte und wirklich eingängige Musikstücke aus dem umfangreichen Kompendium des Zumba-Prgramms, welche zum Teil sogar speziell für das Zumba-Workout komponiert wurden. Warum wir dann immer demselben Songs im Menü lauschen müssen, ist mehr als fraglich.

Wer noch keine Erfahrungen mit lateinamerikanische Tänze sammeln konnte, kann bei Gina, Tanya und Beto, den bekannten Zumba-Trainern, in die Schule gehen. Mit jeweils drei Übungen wollen sie uns die jeweiligen Stilrichtungen beibringen und die Spieler auf das eigentliche Workout vorbereiten. Der Schuss geht bei unerfahrenen Anwendern aber wahrlich nach hinten los. Zunächst beginnt alles ganz harmlos. Die Schritte kurz und bündig erläutert, während die Musik einen recht gemächlichen Rhythmus anschlägt. Nach den ersten paar erfolgreichen Figuren wird aber nicht nur das Tempo ordentlich angehoben, auch die Bewegungen werden zunehmend komplex und erfordern geradezu graziöse Bewegungen, die ein normaler nördlich lebender Europäer ohne südländischem Blut in den Adern wohl nur kaum auf Anhieb wirklich hinbekommen wird. Die Trainingseinheiten verlangen in zu kurzen Schritten viel zu viel ab und demotivieren schneller, als dass sie Interesse für das Zumba-Programm wecken können.

Kalorien adé!

Zumba Fitness: Join the Party Zumba Fitness: Join the Party Dabei kann es wirklich Laune machen, sobald man den Dreh raus hat und langsam aber sicher den Rhythmus ins Blut bekommt. Das eigentliche Spiel und natürlich auch das Zumba-Programm baut letztendlich auf sehr flotter Musik auf, zu der man sich im Takt bewegt und dabei ordentlich ins Schwitzen kommt. Hier wird kein einschlafender Wiener Walzer aufs Parkett, sondern heißer Salsa und flottes Merengue mit ordentlich Sex-Apeal an den Tag gelegt. Der Trainer zeigt auf dem Bildschirm, was zu tun ist und ihr versucht möglichst genau dem zu folgen - letztendlich ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Wie auch schon bei Singstar Dance wird eine ordentliche Choreographie ohne Vorschau abverlangt. Somit bleibt vorerst eine vages Vermuten, was als nächstes folgt und wie man sich durchs Wohnzimmer bewegen muss. Dabei soll man aber punktgenau mit der Musik die Beine, Arme, sowie den Oberkörper und vor allem die Hüften bewegen.

Zumba Fitness: Join the Party Zumba Fitness: Join the Party Die entstehende Verzögerung, bis man selber kapiert hat, wie der Hase (oder das Bunny) läuft und dies letztendlich umsetzt, macht Zumba Fitness auf dem ersten Blick fast gänzlich unspielbar. Kinect und die Software versuchen, euch im Auge zu behalten und bewerten eure Choreographien. Anhand der Farbe des Trainers und kleiner Kreise erhält man immerhin Rückmeldung, woran es hapert - Hauptgrund ist aber die spielerische Verzögerung. Doch es kann gehen und dann auch richtig viel Spaß machen, wenn man sich auf das Unbekannte einlässt. Mit der Zeit, nach einigen Trainingsrunden und sicherlich auch frustrierenden Abschlüssen in der Endwertung, erkennt man das Schema von Zumba Fitness. Denn grundsätzlich baut dieses Workout auf etwa 30 Figuren auf, die immer wieder angewendet werden. Diese erinnern bisweilen an klassische Fitness-Übungen, sind aber passend zur Musik umgesetzt. Sprich, lernt man die Songs ein wenig kennen, studiert die Bewegungen und verinnerlicht diese ein wenig, reicht die Erinnerung für erste Erfolge aus! Wie bei vielen Dingen muss man Eigeninitiative zeigen und den Willen dazu haben!

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